Der 1. FC Köln durfte bei der 1:3-Niederlage gegen den FC Bayern lange auf eine Überraschung hoffen. Die 50.000 Zuschauer in Müngersdorf honorierten den kampfstarken Auftritt mit Applaus.
1:3 gegen Bayern München1. FC Köln hofft lange auf Überraschung

Der Moment der Kölner Führung: Linton Maina trifft aus 16 Metern zum 1:0.
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Der 1. FC Köln hat nach turbulenten Tagen ein Zeichen mannschaftlicher Geschlossenheit gesendet. Die Mannschaft des in die Kritik geratenen Trainers Lukas Kwasniok zeigte am Mittwochabend im Heimspiel gegen den FC Bayern München eine leidenschaftliche Leistung und unterlag dem ungeschlagenen Herbstmeister erst am Ende erwartungsgemäß mit 1:3 (1:1). Dennoch bleibt die Lage angespannt. Nach dem achten sieglosen Bundesliga-Spiel in Folge schloss der Aufsteiger die Hinrunde mit der mäßigen Ausbeute von 17 Zählern ab.
Das Duell am Samstag (15.30 Uhr, Sky) gegen den wiedererstarkten Verfolger Mainz 05 sollte nicht verloren gehen, ansonsten könnte die Luft für Kwasniok dünn werden. „Ich bin einfach unglaublich stolz auf die Jungs, dass sie Woche für Woche trotz künstlich erzeugter negativer Stimmungslage von außen solche Leistungen imstande sind abzuliefern“, sagte Kwasniok. „Ich bin überzeugt davon, dass die Jungs sich in den nächsten Spielen für ihre Aufopferungsbereitschaft belohnen werden.“
Kölns Trainer blieb sich trotz der Kritik an seinem Rotationsprinzip treu und nahm gegenüber dem 2:2 in Heidenheim vier Änderungen vor. Cenk Özkacar ersetzte im Abwehrzentrum den gelbgesperrten Eric Martel. Der Türke bildete mit Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey ein Duo, das sich aus den beiden letzten verbliebenen Innenverteidigern zusammensetzte. Zudem durfte sich Said El Mala nach zwei Joker-Einsätzen in Folge erstmals wieder von Beginn an zeigen. Kristoffer Lund und Linton Maina komplettierten die Liste der Neuen. Im Gegenzug nahmen Alessio Castro-Montes, Kristoffer Lund und Fynn Schenten zunächst auf der Bank Platz. Die zuletzt unberücksichtigten Luca Waldschmidt und Florian Kainz kehrten derweil in den Kader zurück.
1. FC Köln: Ultras hüllen Stadion in dichte Nebelwand
Die imposante Choreo in der Südkurve war noch nicht wieder abgebaut, als sich dem Außenseiter die Chance zur schnellen Führung bot. Nach einer Balleroberung von Tom Krauß starteten die Kölner einen ersten Konter. Maina trieb das Spielgerät mit Tempo voran und nahm auf links El Mala mit. Der Shootingstar schüttelte Min-Jae Kim ab, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Manuel Neuer (2.). Danach war das Spiel für zehn Minuten unterbrochen, weil die Kölner Ultras, die auf weitere Protestaktionen gegen Kwasniok verzichtet hatten, das Stadion durch massiven Pyro-Einsatz in eine dichte Nebelwand hüllten. Als es weiterging, kamen auch die Bayern zu ihren ersten Abschlüssen. Marvin Schwäbe war gegen Hiroki Ito (21.), Michael Olise (24.) und Serge Gnabry zur Stelle (34.). Auf der Gegenseite setzten die mutig aufspielenden Kölner durch Ragnar Aches Schlenzer ein weiteres Warnzeichen (38.).
Drei Minuten später lag der FC tatsächlich in Führung. Ausgangspunkt war eine Münchner Ecke, die abermals der starke Krauß abfing. Maina schnappte sich das Spielgerät, sprintete über den gesamten Platz und schloss aus 16 Metern ab. Neuer ließ den haltbaren Schuss ins Netz gleiten. Doch der Primus glich noch vor der Pause durch eine Weltklasse-Aktion aus. Olise hatte auf rechts zu viel Platz und bediente in der Mitte Gnabry. Der Nationalspieler wurde etwas nach rechts abgedrängt, was ihn allerdings nicht daran hinderte, aus spitzem Winkel mit einem herausragenden Aufsetzer unter die Latte abzuschließen. (45.+5).
1. FC Köln: Jakub Kaminski verpasst erneute Führung
Das 1:1 zur Pause war ein Achtungserfolg für den Aufsteiger, der nach dem Seitenwechsel an seine couragierte Leistung anknüpfte. Der FC verteidigte kompakt, ließ kaum klare Möglichkeiten zu und setzte nach vorn den ein oder anderen Nadelstich. Jakub Kaminski bot sich zweimal die Chance auf die erneute Führung (56., 58.). Beim ersten Mal wurde der Pole noch von Kim abgefangen, dann parierte Neuer.
Die Bayern taten sich offensiv schwer und benötigten einen ruhenden Ball, um erstmals in Führung zu gehen. Luis Diaz löffelte eine kurz ausgeführte Variante an den langen Pfosten. Dort köpfte Ito zurück auf Kim, der aus kurzer Distanz einnickte (71.). Einmal mehr war den Kölnern ihre Standardschwäche zum Verhängnis geworden. Sechs Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit machte der eingewechselte Lennart Karl dann alles klar.
Dennoch honorierten die FC-Fans den kampfstarken Auftritt ihres Teams mit Applaus. Lob gab es auch vom Gegner. „Es war genau das, was wir erwartet haben. Köln hat voller Energie gespielt und war unangenehm, von Anfang bis Ende. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft“, sagte Bayerns Trainer Vincent Kompany.
1. FC Köln: Schwäbe; Sebulonsen, Özkacar, Simpson-Pusey; Thielmann, Krauß, Kaminski, Lund (78. Johannesson); Maina (67. Schenten), El Mala (78. Waldschmidt); Ache (78. Bülter). – FC Bayern München: Neuer; Laimer, Kim, Tah (67. Upamecano), Ito; Goretzka, Pavlovic; Olise (82. Bischhof), Gnabry (67. Karl), Díaz; Kane. – SR.: Ittrich (Hamburg). – Tore: 1:0 Maina (41.), 1:1 Gnabry (45.+5), 1:2 Kim (71.), 1:3 Karl (84.). – Zuschauer: 50.000 (ausverkauft).
