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Bekenntnis in KrisenzeitenLeihspieler Cenk Özkacar will beim 1. FC Köln bleiben

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Vier-Augen-Gespräch nach Trainingsende: FC-Innenverteidiger Cenk Özkacar mit Trainer Lukas Kwasniok.

Als dem 1. FC Köln die Innenverteidiger ausgingen, nutzte Cenk Özkacar seine Chance. Inzwischen ist die Leihgabe des FC Valencia Stammspieler - und möchte über den Sommer hinweg bleiben.

Als das Training am Dienstagmittag beendet war, verweilte Cenk Özkacar noch etwas auf dem Rasen. Grund war nicht etwa das frühlingshafte Wetter, welches den Platz am Geißbockheim mit Sonnenstrahlen überflutete. Der Innenverteidiger des 1. FC Köln führte vielmehr noch ein Gespräch mit seinem Trainer. Es war ein Austausch in vertrauter Atmosphäre. Lukas Kwasniok legte dabei die Hände auf die Schultern des Türken, beide lächelten zufrieden. „Der Trainer ist immer für uns da. Er versucht uns zu helfen und uns beizubringen, was wir noch nicht so gut können. Deswegen bin ich sehr froh, dieses Gespräch mit ihm geführt zu haben“, brach Özkacar eine Lanze für den unter Druck stehenden Coach des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten.

Das 0:2 in Augsburg hat die Lage des Aufsteigers im Kampf um den Klassenerhalt weiter verschlechtert. Nach einem mageren Punkt aus den jüngsten vier Begegnungen ist das Polster auf die gefährdete Zone nahezu aufgebraucht. Zwei Zähler sind es nur noch, die den FC vom Relegationsplatz trennen. Die Stimmung im Umfeld ist angespannt, nach der Niederlage am vergangenen Freitag schickte ein Teil der Fans die Mannschaft grußlos vom Gästeblock weg. „Alle wissen um die Situation und die negativen Meinungen von außen. Für uns als Mannschaft ist es wichtig, dass wir positiv bleiben und weiter zusammenstehen“, erklärte Özkacar.

Ich will auf jeden Fall hierbleiben. Ich fühle mich im Club und in der Stadt sehr wohl.
Cenk Özkacar, FC-Innenverteidiger

Der 25-Jährige hat schon zu viel erlebt, um sich von der Kölner Krise beunruhigen zu lassen. Trotz seines noch recht jungen Alters stehen Stationen in der Türkei, Frankreich, Belgien und Spanien in der Vita des Leihspielers des FC Valencia. „Es gibt immer Druck im Leben, aktuell vielleicht etwas mehr als normal“, meint Özkacar. Der Abwehrmann ist aber überzeugt davon, dass seine Mannschaft mit dem steigenden Druck umgehen kann. „Das ist kein Problem für uns, weil wir professionell sind und wissen, wie wir aus der Situation wieder herauskommen – durch harte Arbeit und indem wir das machen, was der Coach sagt“, versicherte Özkacar.

Den bisherigen Saisonverlauf des FC betrachtet er als recht normal für einen Liga-Neuling. Auf einen guten Start in beide Halbserien folgte jeweils der Einbruch. „Viele Mannschaften kennen diese Situation. Eine Saison ist lang und hat Auf und Abs. Manchmal läuft es gut, manchmal weniger“, weiß Cenk Özkacar, der bei den Kölnern eine „fehlende Balance“ ausgemacht hat. „Wir haben kein richtiges Gleichgewicht. Aber wir werden zurückkommen und wieder Punkte holen.“

1. FC Köln: Borussia Dortmund kommt nach Müngersdorf

Die nächste Gelegenheit bietet sich am Samstagabend (18.30 Uhr, Sky) in Müngersdorf gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund. Trotz Außenseiterrolle spekuliert Özkacar auf eine Überraschung: „Im Fußball weiß man nie. Natürlich ist Dortmund eine gute Mannschaft, aber wir werden bis zum Schluss um unsere Chance kämpfen“, kündigte der Innenverteidiger einen wehrhaften Auftritt an. Mit 51 Toren stellt der BVB die zweitbeste Offensive der Liga, gefährlichster Mann ist der frühere Kölner Serhou Guirassy mit elf Treffern. „Dortmund hat gute Stürmer. Es ist anders, gegen solche Spieler zu verteidigen. Aber ich werde bereit sein“, freut sich Özkacar auf die Herausforderung gegen das Dortmunder Starensemble.

Das Selbstvertrauen des Türken kommt nicht von ungefähr. Özkacar zählt in der Rückrunde zum Stammpersonal. Als den Kölnern nach der Winterpause die Innenverteidiger ausgingen, sprang der einstige Reservist in die Bresche und gefiel durch souveräne Auftritte. Sein linker Fuß ist wertvoll für das Aufbauspiel, im Zweikampf überzeugt er mit körperlicher Robustheit. „Ich glaube, ich mache es gerade gut“, zeigt sich Özkacar zufrieden. Lukas Kwasniok bezeichnete ihn kürzlich als „Maschine“. Der drahtige Defensiv-Spezialist musste über das Lob des Trainers schmunzeln: „Ich kümmere mich vor und nach den Trainingseinheiten um meinen Körper. Ich will Power auf das Feld bringen, dann muss meine Fitness stimmen.“ Özkacar nimmt die Dinge daher sehr genau: „Ich versuche, immer alles zu 100 Prozent zu machen und alles zu geben, weil ich glaube, dass harte Arbeit zu Erfolg führt.“ Nun gehe es darum, das Niveau zu halten. „Dafür werde ich alles geben, um der Mannschaft und dem Club zu helfen.“

Özkacar ist zunächst bis Saisonende ausgeliehen; die Kaufoption soll bei zwei Millionen Euro liegen. Der Innenverteidiger würde dem FC gerne auch über den Sommer hinweg zur Verfügung stehen. „Ich will auf jeden Fall hierbleiben“, betont er. „Ich fühle mich im Club und in der Stadt sehr wohl.“ Es sei jedoch „noch zu früh, um darüber zu reden“. Der Klassenerhalt stehe über allem. „Erstmal“, betont Özkacar, „haben wir eine große Aufgabe vor uns.“