Bayer 04 Leverkusen tritt am Mittwoch zum Bundesliga-Nachholspiel beim Hamburger SV an und steht dabei im Kampf um die Champions League-Plätze unter Druck.
Bayer 04 LeverkusenKasper Hjulmand muss liefern

Geste mit Symbolcharakter: Was sollen wir machen scheint Leverkusens Exequiel Palacios hier zu fragen.
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50 Tage ist es her, dass Schnee in der Hansestadt zur Absage des Bundesliga-Spiels zwischen dem Hamburger SV und Bayer 04 Leverkusen geführt. Große Massen an Tauwasser hatten am 13. Januar auf dem Volkspark-Stadion ein Sicherheitsrisiko entstehen lassen, so dass Fußballprofis und Fans unverrichteter Dinge wieder abreisen mussten. Für Kasper Hjulmand ging es einen Tag es vor dem Nachholspiel am Mittwoch ebenfalls um Belastungen und wie man ihnen standhält. Der Trainer der Werkself steht nach nur einem Tor in den letzten drei Pflichtspielen und genauso wenigen Punkten aus den Partien gegen Union Berlin (0:1) und Mainz (1:1) in Hamburg unter Zugzwang.
„Um ehrlich zu sein, denke ich nicht daran“, schob der sympathische Däne den auf ihm persönlich lastenden Druck und einen möglicherweise wackelnden Trainerstuhl beiseite. „Im Fußball ist es immer so. Aber ich sollte nie derjenige sein, der über Druck für den Trainer nachdenkt. Wenn, dann werden das andere tun und wenn sie das tun, ist es okay. Ich habe damit kein Problem, das ist das Leben eines Fußballtrainers.“ Sein Fokus liege darauf, die Mannschaft bestmöglich auf das nächste Spiel vorzubereiten.
Der Tabellensechste trifft in der aktuellen Saisonphase im Volkspark auf den erstarkten Aufsteiger. Um den Rückstand auf die Champions League-Plätze von sechs auf drei Punkte zu halbieren, muss im Nachholspiel ein Sieg her. Schließlich warten in den darauffolgenden Bundesliga-Partien beim heimstarken SC Freiburg (7. März) und gegen Bayern München (14. März) schwerere Aufgaben. „Ich glaube nicht, dass wir besser oder schlechter spielen, wenn wir über die Tabelle nachdenken“, stellte Hjulmand klar. Das Hauptgeschehen liege auf dem Platz und dort spielt seine Mannschaft seit Wochen unter Niveau.
Maza, Terrier und Kofane gegen Maniz als Joker wirkungsvoll
„Wir müssen bestimmte Dinge verbessern, auch wenn wir viele Dinge gutmachen“, sprach er vor allem das lahmende Offensivspiel an. Bis auf eine Kopfballchance für Patrick Schick und den Ausgleichstreffer von Innenverteidiger Jarrell Quansah gab es am vergangenen Samstag beim 1:1 gegen Abstiegskandidat 1. FSV Mainz 05 kaum Torgefahr. „Es geht nicht immer darum, das perfekte Tor zu erzielen“, nahm der Leverkusener Coach seinen Profis den Druck.
Auch am Mittwoch ist ein tief stehender, taktisch flexibler und mit gutem Umschaltspiel agierender Gegner zu erwarten. Deswegen müsse der eigene Ballbesitz nicht nur dominant, mit schnellem und präzisem Passspiel, gestaltet werden. Seine Spieler müssten auch im richtigen Moment „etwas probieren“. „Es geht darum, offensiv zu denken und Situationen, in denen sich das Spiel öffnet, zu erkennen und weiter nach vorne spielen“, forderte Hjulmand.
Nur wenn es so läuft wie in den letzten 30 Minuten gegen Mainz, kann die Hürde in Hamburg übersprungen werden. Vergangenen Samstag brachten die Joker Ibrahim Maza, Martin Terrier und Christian Kofane spürbar Schwung ins Spiel. Mit Tempo, Mut und frischen Ideen lieferten sie genau die Energie, die es nun braucht, um den Tabellenzehnten zu besiegen.
Es geht vor allem um die Struktur.
Ob das Hjulmand-Team in Hamburg wieder so funktioniert, wie bei den Siegen gegen St. Pauli (3:0 im DFB-Pokal und 4:0 in der Liga), sowie bei Olympiakos Piräus (2:0 im ersten Champions League-Playoffspiel) wird sich am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) zeigen. Nur mit einem Auswärtssieg wäre die Position des Trainers gestärkt. In einer Phase mit sechs Pflichtspielen binnen 17 Tagen (inklusive Champions League-Achtelfinals gegen Arsenal London) kann dieser nur kleine Anpassungen vornehmen, für mehr reiche die Trainingszeit nicht aus.
„Es geht vor allem um die Struktur“, gab der unter Rotationszwang stehende Bayer 04-Coach zu bedenken. „Wir haben hohe Belastung und müssen Spieler tauschen, aber sie sollen sich im System sicher fühlen und funktionieren.“ So gab Hjulmand den Druck an seine Spieler weiter. Diese sollten den Plan des Trainers „aktiv und intensiv“ umsetzen. Sonst droht dem Champions League-Klub eine Art von Einsturz, so wie er vor 50 Tagen dem Hamburger Stadiondach gedroht hatte.
Voraussichtliche Aufstellungen:
Hamburger SV: Heuer Fernandes; Capaldo, Vuskovic, Torunarigha; Gocholeishvili, Fabio Vieira, Remberg, Mikelbrencis; Königsdörffer, Downs, Otele. - Bayer 04 Leverkusen: Blaswich; Quansah, Andrich, Tapsoba; Palacios, Garcia, Tape, Maza, Grimaldo, Poku; Schick. – SR.: Storks (Ramsdorf).
