Die scharfen Äußerungen von FC-Stadionsprecher Michael Trippel beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund ziehen weitere Kreise. Nun hat der DFB ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Entgleisung von FC-StadionsprecherDFB leitet Ermittlungsverfahren ein und kritisiert Michael Trippel

FC-Stadionsprecher Michael Trippel.
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Nach der verbalen Entgleisung von Stadionsprecher Michael Trippel beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund (1:2) hat der Deutsche Fußball-Bund ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das teilte der DFB auf Anfrage der Rundschaun am Montag mit. Das Verfahren richte sich nicht gegen Trippel selbst, sondern den 1. FC Köln. „Angeschrieben wird hier zunächst die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA, da diese gemäß § 9a Nr. 1 DFB-Rechts- und Verfahrensordnung für das Verhalten seiner Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen, Mitglieder, Anhänger, Zuschauer und weiterer Personen, die im Auftrag des Vereins eine Funktion während des Spiels ausüben, verantwortlich ist“, erklärte der DFB das weitere Vorgehen.
Der Verband verurteilte das Verhalten Trippels. „Wir missbilligen die Äußerungen des Stadionsprechers des 1. FC Köln entschieden und halten sie für inakzeptabel. Unabhängig davon, ob eine Entscheidung des Schiedsrichters richtig, strittig oder falsch ist, kann und darf es nicht sein, dass ein Stadionsprecher sie negativ kommentiert und das Publikum so gegen den Unparteiischen aufbringt.“ Und weiter: „Bei allem Verständnis für Emotionalität wurde hier eindeutig eine Grenze überschritten. Wir begrüßen es, dass der 1. FC Köln in Person seines Geschäftsführers Sport, Thomas Kessler, dazu deutliche Worte gefunden hat.“
Wir missbilligen die Äußerungen des Stadionsprechers des 1. FC Köln entschieden und halten sie für inakzeptabel.
Michael Trippel hatte sich am Tag nach dem Spiel für seine Aussagen entschuldigt. „Ich entschuldige mich bei allen, die sich irritiert gefühlt haben. Es wird nie wieder vorkommen“, sagte der 71-Jährige, der die auf Intervention des Videoassistenten verhängte Rote Karte gegen FC-Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey mit den Worten „Pfui, widerlich“ kommentiert hatte.
Nach dem Schlusspfiff meldete sich Trippel erneut mit Kritik am VAR zu Wort. „Ich weiß, dass ich jetzt tierischen Ärger bekommen werde. Aber in der Nachspielzeit gab es ein klares Handspiel eines Dortmunder Spielers im eigenen Strafraum und es schaut sich noch nicht mal jemand an. Was ist da los?“, echauffierte er sich über den nicht gegebenen Strafstoß nach einem Handspiel von BVB-Profi Yan Couto.
Thomas Kessler kritisierte die Worte Trippels. Es sei „nicht richtig, dass der Stadionsprecher im Rahmen eines Bundesligaspiels seine Emotionen über das Mikrofon preisgibt. Das gefällt mir nicht. Darüber werden wir im Nachgang sprechen“, betonte der FC-Geschäftsführer.
