Abo

FC-Trainer vor Job-EndspielLukas Kwasniok verspricht den Klassenerhalt

4 min

Trainer Lukas Kwasniok steht vor einem entscheidenden Spiel für seine Zukunft beim 1. FC Köln.

Lukas Kwasniok kämpft gegen Borussia Mönchengladbach um seine Weiterbeschäftigung als Trainer des 1. FC Köln. Vor dem brisanten Rheinderby dankte er der Vereinsführung.

Lukas Kwasniok schloss sein Plädoyer in eigener Sache mit einem Versprechen. „Ich bleibe dabei: Wir werden unser Ziel erreichen“, bekräftigte der Trainer des 1. FC Köln, nachdem er eindringlich um seine Weiterbeschäftigung geworben hatte. Doch ausgerechnet vor dem brisanten Rheinderby am Samstag (15.30 Uhr, DAZN und Sky) gegen den direkten Konkurrenten Borussia Mönchengladbach steht hinter Kwasnioks weiterem Wirken beim abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten ein großes Fragezeichen. Nach nur zwei Siegen aus den jüngsten 17 Spielen ist der 44-Jährige im Duell mit dem Erzrivalen wohl auf drei Punkte angewiesen, um den Aufsteiger auch nach der Länderspielpause noch betreuen zu dürfen. Eine Niederlage würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Trennung führen – auch wenn Kwasniok von einem Ultimatum nach wie vor nichts wissen möchte. „Diese Ansage gab es nie, die hat es auch diese Woche nicht gegeben“, sagte der unter massivem Druck stehende Coach auf der Pressekonferenz am Donnerstag.

Stattdessen warb Lukas Kwasniok ein weiteres Mal um Kontinuität auf dem wackligen Kölner Trainerstuhl. „Ich habe sehr wohl gewusst, worauf ich mich beim 1. FC Köln einlasse. Der FC ist in der Saison 1997/98 erstmals aus der Bundesliga abgestiegen. In der Zwischenzeit siebenmal – und immer hat man es mit Trainerwechseln versucht“, blickte der gebürtige Pole auf die wenig ruhmreichen vergangenen drei Jahrzehnte des dreimaligen Meisters. Schuld an dieser Entwicklung seien die Medien. „Jeder will arbeiten wie in Freiburg: Festhalten, wenn es mal schlecht läuft. Gleichzeitig versucht man, durch Berichterstattung die Dinge doch zu konterkarieren“, monierte Kwasniok, der seine Kritik am Kölner Umfeld mit einer Danksagung an die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler verknüpfte: „Deswegen bin ich sehr beeindruckt von der Vereinsführung, wie sie mit den Dingen umgeht – weil sie, glaube ich, auch das Gefühl hat, dass da jemand sitzt, der weiß, dass er einen fantastischen Job hat. Es ist eine tolle Herausforderung, mit dem 1. FC Köln in der Bundesliga zu spielen.“

Ich glaube, man spürt, dass ich um die Möglichkeit kämpfe, dauerhaft Trainer beim FC bleiben zu können. Dafür tue ich alles. Das ist der Weg, um erfolgreich zu sein.
Lukas Kwasniok, Trainer 1. FC Köln

Die momentane Situation stelle zudem eine „tolle Gelegenheit“ dar, zu zeigen, dass ein Ausweg aus der Krise auch ohne Trainerwechsel möglich sein kann. Dafür sei es wichtig, sich „nicht nur von Ergebnissen, sondern auch von der Art und Weise beeinflussen zu lassen“, erklärte Kwasniok. „Wenn man sieht, wie die Jungs marschieren, wie sie ihr letztes Hemd geben“, schwärmte er von der Mentalität seiner Mannschaft. Auf sich selbst bezogen fügte Kwasniok an: „Ich glaube, man spürt, dass ich um die Möglichkeit kämpfe, dauerhaft Trainer beim FC bleiben zu können. Dafür tue ich alles. Das ist der Weg, um erfolgreich zu sein.“

Um seinen Worten weiteren Nachdruck zu verleihen, griff Lukas Kwasniok auf die Vereinshymne zurück. „Zesamme sin mer stark“, zitierte der FC-Coach und appellierte: „Das sollte uns auszeichnen – nicht nur für diese Saison, sondern auch für die Zukunft.“ Der FC sei „sehr gut aufgestellt, um den Verein auf links zu drehen und für die Zukunft gewappnet zu sein“. Sein Job-Endspiel gegen Mönchengladbach geht Kwasniok ebenfalls mit einer positiven Haltung an: „Wir sehen das Spiel als Chance, hier wieder einen Boost reinzubekommen – und nicht als Problem, das negativ enden könnte. Als Leistungssportler denkt man: Nächstes Spiel, nächste Chance. Die Jungs sehen jedes Spiel als Chance, wieder auf sich aufmerksam zu machen.“

1. FC Köln: Zwei Schlüsselspieler melden sich spielfähig

Bei diesem Unterfangen baut Kwasniok auch auf die Fans. „Ich weiß, welche Wucht dieses Stadion entfalten kann. Im Pokalspiel gegen die Bayern ist das Dach weggeflogen. Auch gegen Mainz haben wir gespürt, dass wir diesen Support brauchen, um unser Ziel zu erreichen“, betonte der FC-Trainer. Gegen Mönchengladbach sollen die Kölner Anhänger erneut zum Zünglein an der Waage werden. „Ich glaube, dass das Stadion in der Lage ist, uns so viel Support und Energie zu geben, dass wir am Ende als Sieger vom Platz gehen können. Darum geht es am Samstag, erst recht in einem Derby“, sagte Kwasniok, der seinem ersten Heimderby als FC-Trainer voller Vorfreude entgegenblickt: „Das sind die Momente, warum ich hier meine Unterschrift drunter gesetzt habe. Ich freue mich extrem drauf.“

Für das 100. Bundesligaderby der rheinischen Rivalen gab Kwasniok Entwarnung bei zwei Schlüsselspielern. Die beiden bislang besten Torschützen, Said El Mala und Jakub Kaminski, sind trotz einer Trainingspause am Mittwoch spielfähig. „Sie haben heute alles mitgemacht und können ganz normal dabei sein“, gab Kwasniok einen Einblick in die Trainingseinheit am Donnerstag im Rheinenergie-Stadion. Jan Thielmann und Denis Huseinbasic seien nach ihren Muskelverletzungen zudem wieder „eine Kaderoption“.