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Kommentar 1. FC KölnDie Entwicklung macht Sorgen

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FC-Sportdirektor Thomas Kessler klatscht die Spieler nach dem 0:1 gegen Union Berlin auf dem Weg in die Kabine ab.

FC-Sportdirektor Thomas Kessler klatscht die Spieler nach dem 0:1 gegen Union Berlin auf dem Weg in die Kabine ab.

Der 1. FC Köln geht nach sechs sieglosen Spielen als Tabellenelfter in die Weihnachtspause. Für das Jahr 2026 braucht neue Lösungen.

Die Tabelle der Fußball-Bundesliga zeigt den 1. FC Köln am Ende des Jahres 2025 auf Platz elf. Der Aufsteiger hat in 15 Spielen 16 Punkte gesammelt und führt dank seines guten Torverhältnisses zusammen mit Werder Bremen das Feld jener Clubs an, die aktuell in den Abstiegskampf involviert sind. Eine Zwischenbilanz, die den Ansprüchen vor der Saison entspricht, akzeptabel ist und den Geißböcken die Möglichkeit bietet, ihr Saisonziel zu erreichen.

So weit so gut, wäre da nicht die Entwicklung, die der FC seit dem 1:0 in Hoffenheim am 3. Oktober durchgemacht hat. Nur ein Sieg aus den folgenden neun Bundesligaspielen hat Trainer Lukas Kwasniok und sein Team in eine Situation gebracht, die Sorgen bereitet und Fragen aufwirft.

Haben die Kölner zu Saisonbeginn mit der Euphorie des Aufbruchs über ihrem Leistungsvermögen agiert? Hat Lukas Kwasniok die Spieler mit seinen Ideen eher überfrachtet, als dass er ihnen geholfen hat? Und ist der erstmals von Thomas Kessler zusammengestellte Kader ausgewogen genug, um der sportlichen Krise begegnen zu können? Wer hätte vor der Saison schon gedacht, dass die langen Ausfälle der in der 2. Bundesliga immer wieder kritisierten Timo Hübers und Joel Schmied solch negative Auswirkungen auf die Defensive haben würden.

Kader benötigt im Winter Verstärkungen

Sportdirektor und Cheftrainer werden die Situation nach ein paar Tagen der Besinnlichkeit schonungslos analysieren und schon für das Trainingslager in Spanien Lösungen präsentieren müssen. Der Kader braucht zweifellos Verstärkungen. In der von Verletzungen und nun auch von Rav van den Bergs Sperre gebeutelten Innenverteidigung, auf der Kreativposition im Mittelfeld und auf den für den Fußball des Chefrainers so wichtigen Wingback-Positionen. Womöglich war es kein Zufall, dass der Berater von Kwasnioks Wunschspieler Raphael Obermair am Samstag im Rheinenergiestadion gesichtet wurde.

Am allermeisten benötigen die Kölner aber die Überzeugung und die Intensität, die sie zu Saisonbeginn getragen und von mehr als Platz elf träumen lassen hat. Denn das Glück, das dem FC in den ersten Spielen hold war, hat immer auch etwas mit dem Glauben in die eigenen Ideen und Stärken zu tun.   Wer als Aufsteiger in 15 Bundesliga-Spielen 16 Punkten gesammelt hat, verfügt über ausreichend Qualität.