Nach der dramatischen 1:3-Niederlage gegen Inter Mailand kritisiert Trainer Stefan Ruthenbeck das Verhalten der Italiener, die nach dem finalen Treffer mit provokanten Gesten jubelten.
Aus in der Youth LeagueTalente des 1. FC Köln nach Rekordspiel zwischen Trauer und Stolz

Am Boden: Der Kölner Torhüter Mikolaj Marutzki.
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Frust, Trauer und Stolz – die Bandbreite der Gefühle bei den U19-Fußballern des 1. FC Köln war am Mittwochabend groß nach dem bitteren Aus in der Youth League gegen Inter Mailand. Zwei späte Gegentreffer bei der 1:3 (0:0)-Niederlage hatten den Traum vom Achtelfinale jäh platzen lassen. Als die Südkurve nach dem Abpfiff aufmunternd applaudierte und das „Veedel“ anstimmte, kämpfte so mancher Spieler mit den Tränen. Für die U19 endete damit eine bemerkenswerte Reise durch Europa mit den beiden erfolgreichen Zwischenstationen in Luxemburg und Dänemark. „Das ist total bitter. So schlimm und so hart kann der Fußball sein“, sagte FC-Trainer Stefan Ruthenbeck. „Unterm Strich haben wir einem großen Club mehr als nur Paroli geboten.“
Dabei wurde das Fußballfest vor 50.000 Zuschauern in Müngersdorf kurz vor den beiden Gegentoren in der Nachspielzeit von einem Flitzer unterbrochen, dessen Lauf über das Spielfeld in den Armen von Ruthenbeck endete, ehe der Störenfried von Ordnern abgeführt wurde. Die Mailänder wiederum fielen nach ihrem dritten Treffer als schlechte Gewinner auf, indem sie mit provokanten Gesten feierten. Ruthenbeck stieß dieses Verhalten sauer auf: „Wir sollten das Fair Play leben. Vorher sind die Jungs beieinander und halten irgendwelche Planen hoch und dann machen die Mailänder da eine Show, das geht mir auf den Sack. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Das gehört sich nicht“, kritisierte er.
Das muss ich ganz ehrlich sagen. Das gehört sich nicht.
Jonathan Friemel war nach dem dramatischen Aus enttäuscht: „Das Ergebnis wird uns einfach nicht gerecht, weil wir bis zur letzten Sekunde gekämpft haben, aber so ist leider der Fußball“, haderte der Kapitän. Angesprochen auf die imposante Kulisse, geriet Friemel ins Schwärmen: „Es war ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist, hier vor 50.000 einen Rekord aufzustellen. Jeder von uns hat das genossen. Ich hatte Gänsehaut und Bock aufs Spiel, auch wenn ich am Anfang ein bisschen nervös war. Aber das war dann auf dem Platz eigentlich direkt vorbei.“
Auch sein Teamkollege Luis Stapelmann honorierte die Unterstützung der Kölner Fans: „Wir sind alle unglaublich dankbar, dass sie uns applaudiert haben, obwohl wir verloren haben. Das hilft auf jeden Fall, das zu verarbeiten.“ Die Blicke der FC-Talente müssen auch schnell wieder nach vorn gehen: Am Sonntag wartet in der DFB-Nachwuchsliga ein Heimspiel gegen den VfL Bochum – vor dann vermutlich nur einigen Hundert Fans im Franz-Kremer-Stadion.
