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Youth LeagueFC geht vor Rekordkulisse spät in der Nachspielzeit K.o.

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Die A-Junioren-Spieler des FC Köln verabschieden sich nach der Niederlage gegen Inter Mailand enttäuscht von ihren Fans.

 Die A-Junioren-Spieler des FC Köln verabschieden sich nach der Niederlage gegen Inter Mailand enttäuscht von ihren Fans.

Die U19 des 1. FC Köln ist als deutscher Meister im Sechzehntelfinale der Youth League durch zwei späte Tore unglücklich gegen Inter Mailand ausgeschieden.

Bitterer hätte der Europapokal-Höhenflug der U19-Fußballer des 1. FC Köln wohl nicht enden können: Inter Mailand gewann das Sechzehntelfinale der UEFA Youth League vor der Rekordkulisse von 50 000 Zuschauern im ausverkauften Rheinenergiestadion in der Nachspielzeit mit 1:3 (1:1). „Ich werde heute Nacht nicht schlafen, weil wir so nah dran waren“, ärgerte sich FC-Trainer Stefan Ruthenbeck kurz nach dem Abpfiff. Seinen Spielern standen die Tränen in den Augen, als die Südkurve zum Trost das „Veedel“ anstimmte.

Für die U19 des 1. FC Köln war es das erste Pflichtspiel nach 57 Tagen Pause. Mitte Dezember hatte sich das Team durch ein 4:1 im Rückspiel beim FC Midtjylland für das Sechzehntelfinale qualifiziert. Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck änderte seine Startelf im Vergleich zu jener Partie nur auf einer Position: Youssoupha Niang ersetzte Alessandro Puzzo. Mit Niang und Fynn Schenten stürmten beide Talente von Anfang an, die unlängst im Bundesliga-Kader des FC die ersten Einsätze in der Bundesliga sammeln konnten.

Die knisternde Atmosphäre dieses Abends war schon weit vor dem Anstoß spürbar. Bei der FC-Hymne versank das Stadion im Meer rot-weißer Schals. Der lautstarke Gesang der Fans dürfte bis in die Umkleidekabine der Mannschaften vorgedrungen sein. Danach skandierten die 50 000 Zuschauer die Namen der Kölner Startelf, als Stadionsprecher Michael Trippel die Aufstellung Nummer für Nummer durchging.

Die aktive FC-Fanszene, die sich anders als in der Bundesliga diesmal im Oberrang positioniert hatte, trieb die Stimmung im Stadion nach dem Anpfiff lautstark voran. Jeder Ballgewinn der U19 wurde frenetisch gefeiert. Die Fans bewiesen ein feines Gespür für die Gefühlslage der FC-Talente. Dem einen oder anderen dürften auf dem Rasen sicherlich mächtig die Knie geschlottert haben angesichts der großen Bühne.

Youssoupha Niang verpasste einen Traumstart für die Gastgeber, sein Schuss aus vielversprechender Position flog über das Mailänder Tor (3.). Beide Mannschaften lieferten sich danach ein Duell auf Augenhöhe und scheuten das ganz große Risiko. Die Stimmung erreichte nach einer Viertelstunde erstmals einen Siedepunkt, als die Südkurve den „Come on FC“-Wechselgesang anstimmte – Gänsehaut.

Auf dem Rasen wurde Inter selbstbewusster, kam aber nicht zu klaren Torchancen. Mattia Mosconi besaß bei einer Vorlage vom rechten Flügel die beste Gelegenheit, verzog mit seinem Schuss frei stehend aber (27.). Den FC-Talenten mangelte es in der Offensive an Genauigkeit und dem Blick für den besser postierten Mitspieler. Das 0:0 zur Pause war das passende Resultat.

Rekordkulisse und Stimmung wie bei den Profis: Die aktive Fanzene des 1. FC Köln beim Youth League-Spiel gegen Inter Mailand im ausverkauften

Rekordkulisse und Stimmung wie bei den Profis: Die aktive Fanzene des 1. FC Köln beim Youth League-Spiel gegen Inter Mailand im ausverkauften RheinEnergie-Stadion.

Die Fans in der Südkurve sorgten zum Wiederanpfiff für mächtig Dezibel, doch auf dem Rasen gab Inter nun den Ton an. Als der Ball zum ersten Mal im Netz zappelte, hatten die Kölner noch Glück, weil Matias Mancuso bei seinem Abstauber im Abseits stand (47.). Kurz danach stieg der aufgerückte Innenverteidiger Leonardo Bovio bei einer Freistoß-Hereingabe von Mattia Marello jedoch am höchsten und köpfte den Ball unhaltbar ins lange Eck zum 0:1 (49.).

Der Wille war den FC-Talenten in der Folgezeit keineswegs abzusprechen, aber die Qualität des Inter-Nachwuchses machte sich nach der Führung deutlich bemerkbar. Die Gastgeber kamen kaum noch für längere Zeit aus der eigenen Hälfte heraus. Erst der eingewechselte Maik Akumu besaß bei einem der wenigen Entlastungsangriffe eine gute Schusschance, traf aber nur das Außennetz (69.).

Die Szene war die Initialzündung für eine Kölner Drangphase. Die entscheidende Lücke im Inter-Bollwerk wollte sich zunächst aber nicht auftun. Stattdessen hätte der eingewechselte Andrija Vukoje beinahe für die Entscheidung gesorgt, traf aber nur die Latte (78.).

Fynn Schenten versetzte Müngersdorf kurz danach doch noch in Ekstase. Der Stürmer traf nach einem Zuspiel von Kapitän Jonathan Friemel zum 1:1 (80.). Dabei hatte der FC-Stürmer das Glück, dass der Ball unter Inters Torwart Alain Taho durchrutschte. Für Schenten war es im fünften Youth-League-Einsatz der sechste Treffer.

Als alles nach Elfmeterschießen aussah, schlug Inter spät gnadenlos zu. Friemel konnte einen Pass in den Sechzehner von Vukojes Fuß  nur zu Dilan Zarate spitzeln, der zum 1:2 einschob (90.+6). Nach dem letzten Eckball, bei dem Torwart Mikolaj Marutzki mit aufgerückt war, konterten die Gäste und Roberts Kukulis schob ins leere Tor zum 1:3 (90.+9).


Statistik:

1. FC Köln U19: Marutzki – Fürst, Stapelmann, Kotya-Fofana (77. Karadeniz), Friemel – Harchaoui, Irmiev (69. Römers) – Ponente-Ramirez (61. Völp), Ley (61. Puzzo), Schenten – Niang (61. Akumu). — SR.: Ebner (Österreich). - Tore: 0:1 Bovio (49.), 1:1 Schenten (80.), 1:2 Zarate (90.+6), 1:3 Kukulis (90.+9). – Zuschauer: 50 000 (ausverkauft).