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Bayer 04 Leverkusen„Am Ende ist es eingestürzt“

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Der erste Gegentreffer: Mark Flekken (r.) kassiert in Heidenheim das 2:1.

Der erste Gegentreffer: Mark Flekken (r.) kassiert in Heidenheim das 2:1. 

Bayer 04 Leverkusen hat beim 3:3 gegen den Tabellenletzten Heidenheim einen Rückschlag im Kampf um die Champions League-Plätze hinnehmen müssen.

Sein Comeback hatte sich Mark Flekken ganz anders vorgestellt. Der Torwart von Bayer Leverkusen war nach zweimonatiger Verletzungspause zwischen die Pfosten zurückgekehrt und wollte mit der Werkself den Endspurt um die Champions League-Plätze einläuten. Durch das 3:3 (2:0) beim 1. FC Heidenheim sah der 32-Jährige die Chancen auf die Top-Vier in der Fußball-Bundesliga aber schwinden und musste sogar von einem „Einsturz“ sprechen. „Das waren zwei unterschiedliche Halbzeiten“, analysierte der Schlussmann.

Er war vor dem 27. Spieltag der Bundesliga-Saison 2025/26 von Trainer Kasper Hjulmand informiert worden, dass er wieder für Janis Blaswich ins Tor rücken wird. Obwohl sein Vertreter in den Spitzenspielen gegen Arsenal London (1:1, 0:2) und Bayern München (1:1) überzeugt hatte, untermauerte Hjulmand den Status seiner Nummer eins. In den ersten 45 Minuten musste der Niederländer auch keine Sorge haben, dass der Ball hinter ihm einschlagen könnte. „Da haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und alles kontrolliert“, befand der Vizekapitän und lobte nicht nur die stabile Defensivleistung, sondern auch die eigene Effizienz vor dem gegnerischen Tor.

Obwohl das abgeschlagene Schlusslicht Heidenheim tief verteidigte, fanden Flekkens Vorderleute zwei Mal die Lücke: Einmal hatte Malik Tillman nach einer Flanke von Aleix Garcia viel Platz für seine Direktabnahme zum 1:0 (22.). Dann verwertete Patrick Schick eine Hereingabe von Alejandro Grimaldo zum 2:0 (35.). „In der Halbzeit haben wir angesprochen, dass wir das Ding angehen, als ob es 0:0 steht und auf das dritte Tor gehen“, verriet Flekken einen Teil der Pausenansprache.

Was nach dem Wechsel passierte, hatte aber nichts mit der Vorgabe von Trainer Hjulmand zu tun. Vielmehr musste Flekken zugeben: „Das hat nicht geklappt. Es ging fast alles schief. Wir sind einfach nicht mehr in unser Spiel reingekommen.“

Leverkusen lädt das Bundesliga-Schlusslicht ein

Während beim gegnerischen Anschlusstreffer durch Hennes Behrens noch der Zufall mitspielte (56.), war spätestens beim Gegentor zum 2:2 Kritik angebracht. Kapitän Robert Andrich ließ sich von Marvin Pieringer im Zweikampf abkochen, brachte seinen Gegenspieler dann im Strafraum zu Fall und musste zusehen, wie Heidenheims Joker den fälligen Elfmeter selbst zum 2:2 verwandelte (72.). „Das sind spielentscheidende Situationen, das sollte nicht passieren“, kommentierte der Übeltäter selbst die Szene.

Auch weil er schon in der Vorwoche vor dem 1:1 des FC Bayern entscheidend gepatzt hatte, sah Andrich seine WM-Chancen sinken. „Ich weiß woran ich bin“, wollte der erneut nicht für die Nationalmannschaft nominierte Bayer 04-Kapitän bei diesem Thema nicht ins Detail gehen. Sowieso könne er sich nur über gute Leistungen im Klub für das DFB-Team empfehlen.

Andrich durfte sich in Heidenheim zwar noch über den zweiten Kopfballtreffer des Kollegen Schick jubeln (79.). Genau wie Mark Flekken sah er diesen Vorteil aber dahinschmelzen: „Am Ende ist es eingestürzt“, ärgerte sich der Schlussmann über den späten, dritten Gegentreffer (85.). Gegen die Eckball-Spezialisten von Arsenal London hatte die Werkself keinen einzigen, Standrad-Treffer kassiert. Beim Bundesliga-Letzten war sie zu unaufmerksam, sodass Pieringer zum Endstand treffen konnte (85.).

Heidenheim war das erste von acht Finals.
Mark Flekken, Torwart Bayer 04 Leverkusen

„Heidenheim war das erste von acht Finals“, sprach Flekken die Situation als Tabellensechster mit vier Punkten Rückstand auf die Champions League-Plätze an. Die Werkself verpasste es, durch ihren Fehltritt beim designierten Absteiger den Rückstand auf Hoffenheim und Leipzig bei zwei Punkten zu halten. „Nach dem Einsturz in der zweiten Halbzeit müssen wir am 4. April im Heimspiel gegen Wolfsburg eine Reaktion zeigen“, sagte Flekken. Anders als in den letzten sechs Bundesliga-Spielen, wo magere acht Punkte nicht ausreichten, um Druck auf Leipzig, Stuttgart und Hoffenheim auszuüben, müssen die Profis des wieder in der Kritik stehenden Kasper Hjulmand nun liefern.

Dem Chefcoach werden die verletzten Martin Terrier und Jarell Quansah (beide Oberschenkel) zunächst nicht zur Verfügung stehen. Dennoch muss er die 14-tägige Pause für inhaltliche Arbeit auf dem Trainingsplatz nutzen, strukturelle Probleme in den Griff bekommen und in Köpfe seiner Spieler kommen. Nur dann kann Bayer 04 auch 2026/27 in der Champions League antreten.