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Bayer 04 LeverkusenWie die Löwen im Käfig

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Leverkusens Exequiel Palacios ist zurück im Team.

Leverkusens Exequiel Palacios ist zurück im Team. 

Bayer Leverkusen steht nach drei Niederlagen in Serie vor richtungsweisenden Wochen.

Kasper Hjulmand fehlten die deutschen Worte für seine Formulierung. Der Däne brauchte also die Hilfe seiner Pressesprecherin Valeska Homburg. „Wie ein Löwe im Käfig“ half diese dem Trainer von Bayer 04 Leverkusen auf die Sprünge. Es ging um Exequiel Palacios und wie dessen Situation nach fünfmonatiger Verletzungspause zu beschreiben ist. So viel steht fest: Der argentinische Weltmeister kehrt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) nach seiner Adduktoren-Operation im Herbst für die Bundesliga-Partie gegen Werder Bremen in den Kader zurück.

Drei Niederlagen am Stück haben den Druck unter dem Bayer-Kreuz erhöht. Also ist auch der dienstälteste Bayer-Feldspieler gefragt, um den dänischen Chefcoach zu stützen. „Es ist sehr, sehr gut für uns, diesen Push von Pala zu bekommen“, hielt Hjulmand vor dem ersten Heimspiel der Rückrunde fest. Nachdem sich der spiel- wie zweikampfstarke Sechser gleich im ersten Spiel unter dem Nachfolger von Erik ten Hag am 12. September beim 3:1 gegen Eintracht Frankfurt schwer verletzt hatte, ist er seit Ende Dezember zurück auf dem Trainingsplatz.

Schaltzentrale benötigt mehr Dominanz

Dort hat der 27-jährige Double-Sieger einen so guten Eindruck hinterlassen, dass er bereits vor der Champions League bei Olympiakos Piräus ein Thema war. „Er hat zwei, drei Wochen trainiert und es sieht sehr gut aus. Er ist bereit zu spielen“, sprach sein Trainer drei Tage nach dem 0:2 in Athen über Palacios. Dessen Comeback steht also unmittelbar bevor. Wenn auch nicht in der Startelf, kann die bloße Präsenz des Argentiniers für die Werkself genau zur rechten Zeit kommen.

Schließlich agierten Aleix Garcia und Ibrahim Maza auf der Doppelsechs vor dem Jahreswechsel noch erfolgreich. Dann kam der Motor 2026 aber ins Stocken. Bayers Schaltzentrale agierte beim 1:4 gegen Stuttgart und dem 0:1 in Hoffenheim wenig dominant. „Pala hat diese großen Emotionen, sehr viel Erfahrung, weil er in Leverkusen viele Spiele gespielt hat“, sprach Hjulmand über den seit 2020 im Rheinland aktiven Südamerikaner.

Wir sind auf dem Sprung zu einem Sieg.
Kaspar Hjulmand, Trainer Bayer Leverkusen

Palacios soll in den nächsten Wochen „in unser Spiel“ reinkommen und „sehr, sehr wichtig für die Mannschaft“ werden. Schließlich stehen für den strauchelnden Bundesliga-Sechsten richtungsweisende Wochen an. Bayer 04 braucht den Pflichtsieg gegen Bremen als Anschub für die Playoff-Qualifikation gegen Villareal in der Champions League (28. Januar), das Bundesliga-Duell bei Eintracht Frankfurt (31. Januar) und das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen St. Pauli (3. Februar) angegangen werden. „Wir sind auf dem Sprung für einen Sieg“, griff der Leverkusen-Coach das Käfig-Bild auf.

Dann stellte er klar, was es neben einem konzentrierten Start ins Spiel (nach frühen Gegentoren gegen Stuttgart, Hoffenheim und Piräus) und besserer Chancenverwertung (nach 17 Torschüssen ohne Treffer gegen Olympiakos) braucht. „Jetzt muss mehr Motivation da sein. In dieser Situation siehst du Charakter und Führung. Es ist leicht, ein Anführer zu sein, wenn du alles gewinnst. Aber jetzt müssen wir unsere Art und Weise zeigen.“ Ein klarer Auftrag an Exequiel Palacios und die anderen Bayer 04-Löwen.


Voraussichtliche Aufstellungen: Bayer 04 Leverkusen: Blaswich; Quansah, Andrich, Belocian; Maza, Garcia, Hofmann, Tillman, Grimaldo, Terrier; Schick. — Werder Bremen: Backhaus; Pieper, Friedl, Coulibaly; Sugawara, Lynen, Schmidt, Schmid, Stage; Njinmah, Milosevic. — SR.: Reichel (Sindelfingen).