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4:3-Sieg in WolfsburgKölner Haie schlagen dreimal in Überzahl zu

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Ein Taktikkniff von Haie-Trainer Kari Jalonen sorgte im Schlussabschnitt für die Wende.

Die Kölner Haie sind mit einem Sieg aus der Länderspielpause der Deutschen Eishockey Liga gestartet. Beim 4:3-Erfolg in Wolfsburg drehte der KEC einen 1:3-Rückstand sehr spät noch um.

Die Kölner Haie haben zum Start aus der Länderspielpause der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einen beeindruckenden Nachweis ihrer Powerplay-Qualitäten geliefert. Beim 4:3 (1:0, 0:3, 3:0)-Sieg bei den Grizzlys Wolfsburg nutzte die Mannschaft von Trainer Kari Jalonen alle drei Überzahlsituationen für einen Treffer. „Nachdem wir im zweiten Drittel den Fokus verloren hatten, hat uns die Umstellung auf drei Reihen wieder in den Rhythmus gebracht. Das war der entscheidende Punkt“, freute sich der Finne, dessen Team am Sonntag (16.30 Uhr, Magenta Sport) in der Lanxess Arena gegen Schlusslicht Dresdner Eislöwen nachlegen kann.

Der Kölner Kader umfasste mehrere Änderungen im Vergleich zum letzten Auftritt vor der Deutschland Cup-Pause. Topscorer Gregor MacLeod stand nach seiner Erkrankung wieder zur Verfügung. Die Jungprofis Sten Fischer und Kevin Niedenz rückten ebenfalls ins Team. Dafür fehlte Frederik Storm aus privaten Gründen, Tanner Kero saß nur auf der Tribüne und Marco Münzenberger hatte das Nachsehen gegenüber Fischer. Für Jan Luca Sennhenn kam die Partie nach seiner Schulterverletzung derweil noch etwas zu früh.

Kölner Haie: Drei Gegentore in 138 Sekunden

Die mit Umstellungen in allen vier Sturmreihen angetretenen Haie brauchten etwas Zeit, um sich in ihrer neuen Formation zurechtzufinden. Nach nur drei Minuten musste Kapitän Moritz Müller wegen Haltens auf der Strafbank Platz nehmen. Am Ende der Kölner Unterzahl kam Jimmy Lambert im Slot zum Abschluss, doch Haie-Goalie Janne Juvonen lenkte die Scheibe mit einer starken Stockhandparade um den Pfosten (6.).

Mitte des ersten Drittels konnte sich der KEC aus der Wolfsburger Umklammerung befreien. Oliwer Kaski meldete sich von der blauen Linie zu Wort – der Ex-Kölner Hannibal Weitzmann parierte im Nachfassen (10.). Kurz vor der ersten Sirene stellten die Haie erstmals an diesem Abend unter Beweis, warum sie in dieser Saison zu den stärksten Powerplay-Teams der Liga zählen. Kaski und Dominik Bokk brachten mit einem einstudierten Spielzug Ryan MacInnis in Position, der mit einer Direktabnahme genau in den Winkel traf.

Im Mittelabschnitt entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch, bei dem Robin van Calster aus kurzer Distanz das 2:0 verpasste (27.). Kurz darauf brachen 138 verhängnisvolle Sekunden über die Gäste herein, die bei allen drei Gegentoren ein schwaches Abwehrverhalten zeigten. Jacob Hayhurst bestrafte einen Kölner Scheibenverlust in der eigenen Zone mit dem 1:1-Ausgleich (29.), dann setzte sich Tyler Gaudet im Slot gegen Müller durch und brachte die Grizzlys erstmals in Führung (31.). Jalonen reagierte mit einer Auszeit, die ihre Wirkung jedoch verfehlte. Fabio Pfohl düpierte Juvonen aus sehr spitzem Winkel und erhöhte auf 3:1 (32.). Maximilian Kammerer verpasste mit einem Lattenschuss zwar den direkten Anschluss, doch insgesamt agierten die Haie im zweiten Drittel viel zu passiv.

Kölner Haie: Kapitän Moritz Müller gelingt sein erstes Saisontor

Zum Schlussabschnitt verkürzte Jalonen sein Line-up auf drei Reihen. Das aktivere Team blieben erst einmal aber die Grizzlys, die durch einen Pfostentreffer von Ex-Hai Lucas Dumont die frühe Entscheidung verpassten (47.). Etwas überraschend machten die Kölner die Partie wieder spannend – und erneut waren sie im Powerplay erfolgreich. Louis-Marc Aubry stellte per Abstauber auf 2:3 (50.). Es war der Auftakt in eine verrückte Schlussphase. Als Moritz Müller mit einer Direktabnahme sein ersehntes erstes Saisontor bejubelte, war sechs Minuten vor dem Ende alles wieder offen. In der Schlussminute gelang den Haien sogar die komplette Wende. Patrick Russell traf bei abermaliger Überzahl zum Sieg, der bei einem Pfostentreffer der Gastgeber noch einmal in Gefahr geriet.

Kölner Haie: Juvonen; Kaski, Austin; Kemiläinen, Vittasmäki; Müller, Glötzl; Fischer; Russell, MacLeod, Tuomie; Bokk, Schnarr, Aubry; Niedenz, Tyrväinen, Kammerer; van Calster, MacInnis, Uher. – SR.: Huber/Iwert. – Zuschauer: 3519. – Tore: 0:1 MacInnis (15:05/Bokk, Kaski/PP1), 1:1 Hayhurst (28:55), 2:1 Gaudet (30:25), 3:1 Pfohl (31:13), 3:2 Aubry (49:10/Russell/PP1), 3:3 Müller (53:12), 3:4 Russell (59:17/Aubry/PP1). – Strafminuten: Wolfsburg 8; Köln 8.