Die Kölner Haie haben beim 5:8 in Wolfsburg ihr drittes Spiel hintereinander verloren. Zum hauptrundenabschluss geht es am Sonntag nach Straubing.
Kölner HaieHauptrundensieger stellt das Gewinnen ein

Haie-Trainer Kari Jalonen konnte mit der Leistung seines Teams in Wolfsburg nicht zufrieden sein.
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Die Kölner Haie haben zum Ende der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) das Siegen eingestellt. Der souveräne Tabellenführer leistete sich am vorletzten Spieltag ein wildes 5:8 (2:4, 2:1, 1:3) bei den Grizzlys Wolfsburg und kassierte die dritte Niederlage in Serie. Der KEC braucht nun am Sonntag (14 Uhr/Magenta Sport) einen Sieg bei den Straubing Tigers, um den DEL-Punkterekord der Adler Mannheim mit 116 Zählern nach 52 Spielen aus dem Jahr 2019 wenigstens noch einzustellen.
Haie-Coach Kari Jalonen konnte aus dem Vollen schöpfen und gab Felix Brückmann an seiner alten Wirkungsstätte Spielpraxis im Tor. Janne Juvonen erhielt genauso eine Pause wie die Stürmer Tanner Kero und Dominik Uher und Verteidiger Jan-Luca Sennhenn. Nate Schnarr komplettierte diesmal die erste Sturmreihe mit den KEC-Topscorern Patrick Russell (58 Scorerpunkte) und Gregor MacLeod (53).
Die Grizzlys hatten am vorletzten Hauptrunden-Spieltag ihren Platz in der ersten Playoff-Runde sicher, es ging für die Gastgeber im Duell mit Schwenningen und Nürnberg aber noch um die Platzierung und ein mögliches Heimrecht als Achter in der kurzen „best-of-three“-Serie, die ab dem 17. März ausgetragen wird. Das Problem, dass es für den Gegner noch um etwas geht, für sie selbst aber nicht mehr, hatte den Haien zuletzt zwei Niederlagen hintereinander eingebrockt.
Haie holen einen 0:4-Rückstand auf
Die ersten elf Minuten passten in dieses Bild. Parker Tuomie verpasste die Führung, dann wanderte Russell wegen hohen Stocks mit Verletzungsfolge für zwei plus zwei Minuten auf die Strafbank. Justin Feser (5.) und Gemel Smith, (6.) der Brückmann den Puck gegen die Kufe schoss nutzten die Überzahl zur 2:0 -Führung für die Hausherren. Der KEC war defensiv völlig von der Rolle und kassierte einen Doppelpack von Tyler Gaudet (8./11.). Jalonen nahm erst eine Auszeit und nach dem 0:4 den unglücklichen Felix Brückmann vom Eis.
Tobias Ancicka kam und blieb bis zur ersten Pause ohne Gegentreffer. Die Kölner sammelten sich und gestalteten das erste Drittel durch Treffer von Louis-Marc Aubry im Powerplay (14.) und Veli-Matti Vittasmäki (17.) ergebnistechnisch etwas freundlicher. Jalonen dürften diese ersten 20 Minuten von der Einstellung und dem körperlichen Spiel seiner Mannschaft her aber überhaupt nicht gefallen haben.
Die Ansprache des finnischen Coaches vor dem zweiten Abschnitt zeigte Wirkung. Die Haie gingen beherzter zur Sache, präsentierten sich scheibensicherer und lauffreudiger. Als Frederik Storm den Puck zum 4:3 im linken Winkel unterbrachte (27.), waren die Haie endgültig zurück im Spiel und glichen durch den siebten Saisontreffer von Verteidiger Brady Austin den 0:4-Rückstand tatsächlich aus (31.).
Wir sind gut zurückgekommen, der Charakter im Team stimmt, aber es war nicht genug.
Wolfsburg schlug in diesem wilden Eishockey-Spiel zurück. Haie-Neuzugang Markus Nutivaara schlug über die Scheibe und Ancicka musste sich gegen Matt Choupani erstmals geschlagen geben (33.). Die Grizzlys trafen sogar durch Ex-Hai Julian Chrobot noch zum 6:4 (39.), das Tor wurde aber wegen Torwartbehinderung aberkannt.
Der Hauptrundensieger lag vor dem Schlussdrittel in Schlagweite und konnte zum zweiten Mal ausgleichen. Aubry schnürte nach schöner Vorarbeit von Dominik Bokk den Doppelpack zum 5:5 (45.). Als ein Beinstellen gegen KEC-Kapitän Moritz Müller ungeahndet blieb, durfte auch Choupani zum zweiten Mal treffen (52.) und Wolfsburg lag wieder vorn. Nachdem Maxi Kammerer (55.) und Russell (56.) nur das Gestänge getroffen hatten und die Haie ein Powerplay ungenutzt ließen, zog Jalonen Ancicka zugunsten eines sechsten Feldspielers. Matt White (59.) und Chrobot (60.) trafen ins leere Tor und die dritte Kölner Niederlage in Serie war perfekt. „Wir sind gut zurückgekommen, der Charakter im Team stimmt, aber es war nicht genug. Wir hatten zu viele Fehler“, sagte Louis-Marc Aubry.
Statistik:
Kölner Haie: Brückmann (11. Ancicka); Kaski, Austin; Vittasmäki, Kemiläinen; Nutivaara, Müller; Glötzl; Russell, MacLeod, Schnarr; Bokk, Aubry, Storm; Niedenz, Tyrväinen, Kammerer; van Calster, MacInnis, Tuomie. — SR.: Hunnius/ Iwert. — Zuschauer: 3654. — Tore: 1:0 Feser (4:42/PP1), 2:0 Smith (5:58/PP1), 3:0 Gaudet (7:04), 4:0 Gaudet (10:13), 4:1 Aubry (13:30/Kemiläinen, Schnarr, PP1), 4:2 Vittasmäki (16:00/Russell, MacLeod), 4:3 Storm (26:05/Austin), 4:4 Austin (30:57/Tuomie, Nutivaara), 5:4 Choupani (32:47), 5:5 Aubry (44:53/Bokk, Kemiläinen), 6:5 Choupani (51:37), 7:5 White (58:55), 8:5 Chrobot (59:25). — Strafminuten: Wolfsburg 4; Köln 6.
