„Niemand ist zufrieden mit dem Ergebnis“DEL: Kölner Haie verlieren 2:3 gegen Eisbären Berlin

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Zwei Eishockeyspieler befinden sich in einem Zweikampf.

Lean Bergmann (Berlin) im Zweikampf mit Jan Luca Sennhenn (Köln)

Mit der Niederlage reißt der Kontakt der Kölner Haie zu den Top-Sechs weiter ab. Trainer Uwe Krupp lobt aber den „Kampfgeist der Jungs“.

Mit leeren Händen, aber nicht ratlos standen die Kölner Haie nach dem Heimspiel gegen die Eisbären Berlin da. Obwohl seine Mannschaft durch die 2:3 (1:2,0:1,1:0)-Niederlage den Kontakt zu den Top-Sechs weiter abreißen ließ und nur noch vier Möglichkeiten hat, um die direkte Playoff-Qualifikation in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu erreichen, versuchte Uwe Krupp bei allem Frust positiv zu bleiben.

„Niemand ist zufrieden mit dem Ergebnis“, stellte der Coach nach aufreibenden 60 Minuten in der Lanxess-Arena klar, „aber die Moral und der Kampfgeist der Jungs waren super.“ Frei nach dem Motto „Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen“ hatte Krupp Nick Bailen in eine Sturmreihe mit David McIntyre und Jason Bast beordert.

Nick Bailen wird von Uwe Krupp zunächst in der Offensive eingesetzt

Der letztjährige „DEL-Verteidiger des Jahres“ machte verletzungsbedingt zwar erst sein 30. Saisonspiel, steht mit 21 Scorerpunkten (3 Tore, 18 Assists) aber weit hinter den Topwerten aus der Vorsaison zurück. Vor allem die defensive Stabilität ging dem ehemaligen Rückenpatienten in jüngster Vergangenheit ab. Deshalb erschien sein Einsatz in der Offensive sinnvoll, um dieses Manko abzufedern und Bailens spielgestalterische Fähigkeiten zum Vorschein zu bringen.

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Zu dieser optimistischen Variante kam die Rückkehr von Pat Sieloff in der Verteidigung und Carter Proft. Anstelle des Stürmers fehlte allerdings sein erkrankter Positionskollege Alexandre Grenier. Vor dem Duell mit dem bereits fürs Viertelfinale qualifizierten DEL-Spitzenreiter hatte Uwe Krupp seine Reihen drei Tage nach dem 1:3 in Straubing also neu formiert und sah einen offensiv starken Beginn.

Defensive der Haie wirkte unsortiert

Robin Van Calster brach zentral durch und hätte Jake Hildebrand beinahe überwunden (3.). Auch Justin Schütz kam dem ersten Treffer nah (5.). Allerdings wirkte die Defensive unsortiert: Im ersten Powerplay verlor ausgerechnet Bailen die Scheibe als letzter Mann an Tobias Eder, der frei auf Tobias Ancicka zulief und ganz Köln mit dem 0:1 schockte (5.). „Ich wollte rüber zu Kammerer spielen und das war mein Fehler“, gab der Unglücksrabe schon vor Ende des ersten Drittels zu, „aber wir müssen das abhaken und versuchen zurückzukommen“.

Gesagt, getan, erzielten die Haie den Ausgleich durch Tim Wohlgemuth, der Greniers Platz neben Schütz und Gregor MacLeod einnahm. Letzter legte vor und Wohlgemuth ließ Hildebrand keine Chance (13.). Das 1:1 gab Bailen und Co. aber keine Sicherheit. Vielmehr ließen sie Jonas Müller links zu viel Platz, sodass dieser mit der Rückhand zum 1:2 treffen konnte (18.).

Berlin wankt gegen Ende, aber es kommt nicht zum Ausgleich

Im Mittelabschnitt rückte Bailen nach dem gescheiterten Experiment wieder zurück in die Verteidigung, während Elias Lindner den offensiven Part übernahm. Empfindlich getroffen wurden die Haie dann von Thomas Schemitsch. Dessen Schuss von der blauen Linie fälschte MacLeod so ab, dass der Ex-Berliner im KEC-Tor keine Chance (30.). Tobias Ancicka konnte sich zwei Zeigerumdrehungen nach dem 1:3 aber auszeichnen und verhinderte den vierten Gegentreffer im Duell mit Yannick Veilleux (32.).

Um selbst zum Anschluss zu kommen, fehlte den Hausherren Energie, die auch von den Rängen nicht aufs Eis transportiert werden konnte. So verstrich auch deren dritte Überzahl-Situation Ende des zweiten, Anfang des finalen Drittels torlos. Wie ein Weckruf wirkte dann Maximilian Kammerers knapp verzogener Schuss (42.). Nun versuchte das Krupp-Team das 2:3 zu erzwingen und brachten die Hoffnung im nächsten Powerplay durch Schütz per Abstauber zurück (48.). Berlin wankte in dieser Phase, fiel aber nicht. Bei gezogenem Goalie hatte Tim Wohlgemuth das 3:3 zweimal auf dem Schläger (58.) und auch Bailens Schuss, 28 Sekunden vor Schluss, hätte einen Treffer verdient gehabt. Am Ende stand der Tabellensiebte aber mit leeren Händen da.

Kölner Haie: Ancicka; Sieloff, Müller; Sennhenn, Austin; Sustr, Dietz; Storm, Aubry, Kammerer; Wohlgemuth, MacLeod, Schütz; Bailen, McItyre, Bast; Hänelt, Proft, Van Calster; Lindner. SR.: Ansons/Odins. Zuschauer: 17 254. Tore: 0:1 Eder (5:00/SHD), 1:1 Wohlgemuth (12:45/MacLeod, Sieloff), 1:2 Müller (17:08), 1:3 Schemitsch (29:43), 2:3 Schütz (47:07/McIntyre, Müller/PP1). Strafminuten: Köln 4, Berlin 14.

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