Die Kölner Haie bereiten sich auf ihr erstes Playoffspiel am kommenden Mittwoch vor. Das Team von Trainer Kari Jalonen ist voller Vorfreude.
Kölner HaieJalonen-Team hat viele Stärken und wenig Schwächen

Der starke Zusammenhalt zeichnet die Kölner Haie in dieser Saison bislang aus.
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Die Verantwortlichen der Kölner Haie haben es angekündigt und sie haben mehr als Wort gehalten. Nach der 1:4-Finalniederlage 2025 gegen die Eisbären Berlin mit drei krachenden 0:7-Klatschen hintereinander war Aufarbeitung angesagt. „Wir werden daraus lernen und versuchen im nächsten Jahr näher zu kommen“, gab das KEC-Management mit Geschäftsführer Philipp Walter und Sportdirektor Matthias Baldys als Parole für die Spielzeit 2025/26 aus.
Der achtfache deutsche Meister hat im Sommer 2025 die richtigen Schlüsse gezogen, verstärkte seinen Kader qualitativ wie quantitativ hochwertig und schickte Trainer Kari Jalonen in sein zweites Vertragsjahr. Der erfahrene Finne hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er im Entwicklungsprozess eines Teams meistens im zweiten Jahr Erfolge, sprich Titel, vorweisen kann.
Dieses Gefühl, wie eine Familie zu leben und zu arbeiten, war mir von Anfang an wichtig.
Genau danach sieht es vor dem Start in die Playoffs am kommenden Mittwoch in Köln auch aus. „Wir trainieren zusammen, wir spielen zusammen und verbringen viel Zeit miteinander. Dieses Gefühl, wie eine Familie zu leben und zu arbeiten, war mir von Anfang an wichtig“, erklärte Jalonen.
Der 65-Jährige hat damit in seinem ersten Jahr begonnen und im zweiten Jahr eine sportlich stärkere Mannschaft zusammen. Auch ein Verdienst von Sportdirektor Mathias Baldys, der bei allen Neu-Verpflichtungen richtig lag und mit Spielern wie Patrick Russell, Dominik Bokk, Valtteri Kemiläinen oder Oliwer Kaski das Team auf das nächste Level hob.
Gutes Zusammenspiel zwischen Jalonen und Baldys
Baldys gelang es im Zusammenspiel mit Jalonen auch, den holprigen Saisonstart mit vier Niederlagen in den ersten acht Partien richtig zu analysieren. Das Problem im Tor durch die Formschwäche von Tobias Ancicka und die Verletzung von Felix Brückmann löste das Duo mit der Verpflichtung von Janne Juvonen. Der Finne erwies sich als Volltreffer und hat sich die Auszeichnung zum Torhüter des Jahres absolut und zum Spieler des Jahres in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mehr als verdient.
Die Haie stürmten mit dem 31-Jährigen zwischen den Pfosten und einer neuen Rekordserie an die Tabellenspitze. 16 Siege hintereinander hatte es zuvor noch nicht gegeben. Die Mannschaft hat das defensiv angelegte System von Jalonen verinnerlicht und fuhr bereits am 47. Spieltag den ersten Kölner Hauptrundensieg seit dem Jahr 2000 ein. Nun gilt es einen anderen Fluch zu brechen. Der KEC ist noch nie Meister geworden, wenn er von Platz eins in die Playoffs gestartet ist.
Die Stärken der Haie
Wo soll man anfangen und wo aufhören? Die Haie haben den besten Goalie, sie haben die meisten Tore aller DEL-Teams erzielt, besitzen das stärkste Powerplay der Liga und liegen im Unterzahlspiel hinter den Grizzly Wolfsburg auf Rang zwei. Der KEC ist heimstark und kann sich auf seine Fanbase verlassen. Die Lanxess-Arena war in der Hauptrunde 15-mal ausverkauft. Auch die Tickets für die ersten beiden Heimspiele im Playoff-Viertelfinale am 27. und 31. März sind bis auf die üblichen Restkontingente komplett vergriffen.
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist der Kader spätestens nach der Verpflichtung des finnischen Verteidigers Markus Nutivaara tief genug besetzt, alle Sturmreihen können scoren. Wobei die erste Reihe heraussticht. Top-Torschütze Patrick Russell und Tanner Kero haben neben Spielmacher Gregor MacLeod die Abgänge von Justin Schütz und Alexandre Grenier schnell vergessen lassen. In der Verteidigung verfügen die Kölner mit Valtteri Kemiläinen und Oliwer Kaski nicht nur über zwei Rechtsschützen, das finnische Duo gehört auch zu den besten Scorern im Team und hat das Powerplay der Haie auf ein neues Level gehoben. Aus 157 Überzahl-Situationen haben die Haie 49 Tore gezogen und führen die Special Team-Statistik mit diesen 31,21 Prozent klar vor Mannheim mit Schütz (27,33) an.
Die Schwächen der Haie
Echte Schwächen sind bei den Haien in dieser Saison bislang nur ganz schwer auszumachen. Das Scoring der vierten Haie hat sicher noch etwas Luft nach oben, wobei Ryan MacInnis als perfekter Rollenspieler und Allzweckwaffe auf starke 13 Treffer kommt. In einigen Phasen der Hauptrunde leisteten sich die KEC-Profis zudem ein paar Scheibenverluste im eigenen Drittel zu viel. Das Heimspiel gegen Frankfurt (1:4) vor der Olympiapause und die Niederlagen in Mannheim (1:5) und Wolfsburg (5:8) am Ende der Hauptrunde sollten den Lerneffekt haben, dass auch nur das kleinste Nachlassen in der DEL bestraft wird – vor allem in den Playoffs.
