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Kölner Haie KEC spielt eine perfekte Hauptrunde

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Starker neuer Offensivverteidiger: Valtteri Kemiläinen traf in der Hauptrunde 14 Mal für die Kölner Haie.

Starker neuer Offensivverteidiger: Valtteri Kemiläinen traf in der Hauptrunde 14 Mal für die Kölner Haie.

Die Kölner Haie gehen als Hauptrundensieger und Favorit in die Playoffs um die deutsche Eishockey-Meisterschaft. Das erste Viertelfinalspiel findet am 25. März statt.

Der erste Hauptrundensieg seit dem Jahr 2000, die zweite Qualifikation für die Champions Hockey League nach 2014, Heimrecht bis zu einem möglichen Finale: Die Kölner Haie haben in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bislang eine Saison der Superlative hinter sich und gehen mit dem Stempel des Topfavoriten auf den Meistertitel 2026 in die Playoffs. Der KEC hat mehrere Rekorde geknackt, lag   13 Punkte vor dem Tabellenzweiten Adler Mannheim, stellt mit 200 Toren den gefährlichsten Angriff der DEL, das beste Powerplay und das zweitbeste Unterzahlspiel.

„Wir haben hart gearbeitet. Man gewinnt die Hauptrunde nicht einfach so. Zusammen mit Straubing haben wir die Liga sicher überrascht, nachdem in den vergangenen Jahren Mannheim, Berlin und München die DEL dominiert haben“, sagte Haie-Cheftrainer Kari Jalonen nach dem 6:3 zum Hauptrundenabschluss am Sonntag in Straubing. Als Beweis ihrer guten Arbeit wurden die Haie am Montag im Wartesaal am Dom bei der DEL-Awards-Verleihung nicht nur als Hauptrundensieger geehrt. Kari Jalonen ist zum Trainer und Janne Juvonen zum Torwart des Jahres gewählt worden .

Doch der erfahrene Finne weiß auch: „Jetzt kommen die richtig wichtigen Spiele. Aber ich denke, wir sind bereit und können mit Selbstvertrauen in die Playoffs gehen.“

Die Haie steigen am Mittwoch, 25. März, 19.30 Uhr , auswärts ins Playoff-Viertelfinale ein und treffen als Vorrundenprimus auf das schlechteste Team der ersten Qualifikationsrunde. Das sind entweder die Grizzlys Wolfsburg (8.), die Schwenninger Wild Wings (9.) oder die Nürnberg Icetigers (10.). Die Kölner gehen als Favorit in diese erste „best-of-seven-Serie“ der Playoffs 2026. Das Team stellte mit 116 Zählern den Punkterekord der Adler aus dem Jahr 2019 ein und legte neue DEL-Bestmarken mit 16 Siegen in Serie swoie und zehn Auswärtserfolgen hintereinander auf.

Der achtfache deutsche Meister holte zwischen dem 2. November und dem 27. Januar in 26 Spielen immer mindestens einen Punkt und kassierte dabei nur eine Niederlage nach Verlängerung gegen den EHC RB München. „Wir haben unsere Qualitäten während der Saison oft genug gezeigt. Die Basis hat das Trainerteam unter Kari Jalonen schon im ersten Jahr gelegt, als wir Vizemeister geworden sind. Die Coaches haben uns gezeigt, was in uns steckt. Dazu haben wir vor dieser Saison Spieler mit Charakter hinzugewonnen. Typen, die schon etwas gewonnen haben“, betonte Stürmer Maximilian Kammerer.

Der 29-Jährige, der nach einer Schulterverletzung rechtzeitig zur schönsten Eishockeyzeit des Jahres wieder fit ist und mit 32 Punkten (17 Totre/15 Assists) eine starke Hauptrunde gespielt hat, nannte weitere Gründe für den Erfolg der Haie: „Unsere große Stärke ist das Mannschaftsgefüge. Alle sind bereit, Tag für Tag ihre beste Leistung abzurufen. Deshalb hatte ich schon über die ganze Saison ein gutes Gefühl.“ Das Resultat kann sich mit 39 Siegen in 52 Spielen sehen lassen. Gleich neun Akteure markierten elf oder mehr Treffer.

Verteidiger Valtteri Kemiläinen ist drittbester Scorer der Haie

Topscorer ist Neuzugang Patrick Russell. Der Däne absolvierte alle 52 Partien, erzielte 27 Tore und legte 33 Treffer auf. Auf Rang zwei liegt Gregor MacLeod. Der Kanadier kommt zwar nur auf 41 Einsätze, erzielte dabei aber 18 Tore und 35 Assists. Die Kölner verfügen im Vergleich zur vergangenen Saison auch über starke Offensivverteidiger. Valtteri Kemiläinen traf 14 Mal und gab 29 Vorlagen, sein finnischer Landsmann Oliwer Kaski kommt auf elf Tore und 27 Assists. Deshalb funktionierte auch das Powerplay (31,21%, 49 Tore bei 157 Gelegenheiten). Und in 32 der 52 Spiele trafen die Haie mindestens viermal. Ebenso ein neuer Rekord wie der Zuschauerschnitt , der mit 18.112 erstmals über 18.000 lag. 15 der 26 Heimspiele in der Lanxess-Arena waren ausverkauft.

Der Traum von der ersten Meisterschaft seit 2002 lebt. Besonders bei Moritz Müller. Die Haie-Ikone möchte sich seinen Lebenstraum erfüllen und zum ersten Mal in seiner Karriere den großen silbernen Henkelpott in die Höhe stemmen. Der Kapitän denkt aber Schritt für Schritt. „Wir sollten uns auf das erste Spiel fokussieren und uns dann in die Playoffs reinarbeiten. Mit den Playoffs beginnt eine neue Zeit und wir können uns für die Erfolge der Hauptrunde nichts mehr kaufen.“