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Kölner HaieSchwenningen ist unangenehm und heimstark

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Das wollen die Kölner Haie gegen Schwenningen nicht erleben: Alexander Karachun jubelt über seinen 3:2-Siegtreffer in Wolfsburg.

Das wollen die Kölner Haie gegen Schwenningen nicht erleben: Alexander Karachun jubelt über seinen 3:2-Siegtreffer in Wolfsburg. 

Die Kölner Haie treffen im Viertelfinale um die deutsche Eishockeymeisterschaft auf die Schwenninger Wild Wings. Ein Duell, das in den Playoffs Premiere feiert. 

Es gibt auch nach 32 Jahren Deutsche Eishockey Liga (DEL) Dinge, die es noch nie gegeben hat. Das Best-of-Seven-Duell zwischen den Schwenninger Wild Wings und den Kölner Haien, das ab Mittwoch (19.30 Uhr/Magenta Sport) einen der vier Halbfinalisten im Kampf um die deutsche Meisterschaft ermittelt, feiert jedenfalls Playoff-Premiere. Die Schwarzwälder und die Rheinländer trafen sich bislang lediglich zu Bundesliga-Zeiten einmal. 1983 triumphierte der KEC im Viertelfinale mit 2:1-Siegen — lang ist es her.

Drittes Viertelfinale für Wild Wings27 Mal standen die Haie in ihrer DEL-Historie in den Playoffs und trugen dabei 55 Serien aus. Nur die Adler Mannheim (29/60) und die Eisbären Berlin (25/59) bewegen sich auch in diesen Dimensionen. Schwenningen ist dagegen ein Playoff-Novize. Für die Wild Wings ist es erst die sechste Teilnahme und die dritte als Viertelfinalist. Die Schwenninger sind in ihren bislang gespielten sechs Serien nie über die Runde der letzten Acht hinausgekommen.

Mit Steve Walker kam der Erfolg

Seit Steve Walker als Chefcoach das Zepter hinter der Bande in Schwenningen schwingt, ist allerdings Kontinuität eingezogen. Der ehemalige Meisterspieler der Eisbären Berlin hat die Wild Wings zum dritten Mal hintereinander in die Playoffs geführt. In der Saison 2023/24 gelang die direkte Qualifikation für das Viertelfinale, in dem die Schwarzwälder als Hauptrundensechster die favorisierten Straubing Tigers   ins siebte Spiel zwangen. 2025 scheiterte das Walker-Team in der 1. Playoff-Runde mit 1:2 an den Nürnberg Ice Tigers.

Diesmal übersprangen die Schwenninger die Hürde der ersten Runde und setzten sich als Hauptrundenneunter in drei Spielen gegen den Achten Grizzly Wolfsburg durch. Nach einem 1:3 im ersten Spiel, gab es in der heimischen Helios-Arena ein 5:1. Alexander Karachun avancierte dann in Spiel drei am Sonntag in Wolfsburg zum Helden, als er nach 4:14 Minuten der Overtime den 3:2-Siegtreffer markierte.

Schwenningen hat in der kurzen Serie gegen Wolfsburg durch den Heimsieg das Momentum bekommen.
Matthias Baldys, Sportdirektor Kölner Haie

„Schwenningen hat in der kurzen Serie gegen Wolfsburg durch den Heimsieg das Momentum bekommen und am Ende verdient gewonnen. Wir werden uns gut auf den Gegner vorbereiten“, kommentierte Haie-Sportdirektor Matthias Baldys die erste Playoff-Aufgabe für den Hauptrundensieger. Die Kölner haben in dieser Saison durchweg positive Erfahrungen mit den Wild Wings gemacht und in den vier Hauptrundenduellen (4:1, 4:1, 6:5, 3:2) eine weiße Weste behalten.

Auf das Team von Chefcoach Kari Jalonen wartet aber ein unangenehmer Gegner, der vor allem auf der etwas kleineren Eisfläche der Helios-Arena vor 5300 enthusiastischen Zuschauern nicht zu unterschätzen ist. Die Wild Wings haben mit Joacim Eriksson einen der besten DEL-Goalies zwischen den Pfosten stehen. Der 35-jährige Schwede stand nach der Hauptrunde bei einem Gegentorschnitt von 2,62 und einer Fangquote von 91,11 Prozent.

Hauptrunden-Topscorer der Schwenninger ist der Kanadier Kyle Platzer mit 37 Punkten (9 Tore/28 Assists). Karachun führte die interne Torjägerliste mit 21 Treffern an und hat in den Playoffs in drei Partien auch schon wieder dreimal getroffen. Die Haie, denen der komplette Kader zur Verfügung steht, müssen zudem auf die Zwillingsbrüder Tyson (17 Tore/14 Assists) und Tylor Spink (11/19) achten. Ein Wiedersehen gibt es für die Kölner mit ihren Ex-Kollegen Sebastian Uvira und Hakon Hänelt.