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Stankovics stoische Ruhe ist ansteckend

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Baskets-Trainer Marko Stankovic erklärt lieber, als seine Spieler gepflegt zusammenzufalten. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Baskets-Trainer Marko Stankovic erklärt lieber, als seine Spieler gepflegt zusammenzufalten. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Bei den Telekom Baskets Bonn geht es Schlag auf Schlag weiter. Die Telekom Baskets Bonn empfangen am Freitagabend um 20 Uhr die Rostock Seawolves.

Wie schon so oft in den vergangenen Wochen handelt es sich um ein Duell zweier Tabellennachbarn, der Fünfte trifft auf den Siebten. Das liegt nicht etwa am Spielplan, sondern an der Ausgeglichenheit in der Liga. Zwischen den Baskets und dem Zwölften Mitteldeutscher BC liegen gerade einmal sechs Punkte.

Seitdem die Bonner Basketball konsequent über 40 Minuten arbeiten, haben sie sich im Klassement oben festgebissen. Von den letzten fünf Begegnungen konnten sie vier zu ihren Gunsten entscheiden. Lediglich gegen den Spitzenreiter gab es in München eine knappe 63:66-Niederlage, bei der die Baskets allerdings bis zum Schluss Chancen auf die Sensation hatten.

Beim 86:85-Erfolg in Ludwigsburg gewannen die Rheinländer eine Woche später ein enges Spiel. In den entscheidenden Phasen verteidigten sie nicht nur aggressiv und zwangen die Riesen zu Fehlern, sondern sie trafen im Angriff die richtigen Entscheidungen und bewahrten an der Freiwurflinie die Nerven.

Ruhe von Trainer Marko Stankovic steckt an

Die stoische Ruhe von Trainer Marko Stankovic scheint sich auf die Mannschaft zu übertragen, die auch in wichtigen Momenten die Ruhe bewahrte. Die Spieler wissen: Wenn der Coach laut wird, liegt etwas allzu sehr im Argen. So wie im zweiten Viertel, als die Bonner sich um die Früchte ihrer guten Arbeit brachten, da sie auf allen Ebenen extrem nachließen und nach einer 21:13-Führung sogar in Rückstand geriet. Stankovic weckte seine Truppe, die schnell wieder auf Betriebstemperatur kam.

Die Seawolves sind wie die Ludwigsburger oder Bayern ein offensivstarker Gegner, der pro Partie 82,4 Punkte markiert. Eigentlich ein gefundenes Fressen für die Defensive der Gastgeber, die vor allem die Münchner weit unter deren Schnitt hielten. Die Rostocker leben in erster Linie von den Punktegaranten TJ Crockett Jr., der es als Shooting Guard auf 16,7 Zähler bringt, Small Forward D'Shawn Schwartz (13,9), Shooting Guard Lukasz Kolenda (12,0) und Center Andy van Vliet (10,4).

Diesem Quartett folgen gleich fünf Akteure, die vier oder mehr Punkte im Schnitt beisteuern. Die Ausgewogenheit beim Scoring ist das Faustpfand der Seawolves, die sich wie auch die Baskets um die 40 Rebounds pro Spiel angeln. Rostocks Trainer Przemyslaw Frasunkiewicz lässt viel und oft rotieren, um die nötigen Kräfte für die Defense zu bündeln.

Diese Unterstützung von der Bank ist auch für die Baskets ein Muss. Zuletzt gelang dies vor allem Power Forward Patrick Heckmann, der für den indisponierten Jeff Garrett (2 Punkte) in die Bresche sprang. Mit 14 Zählern und acht Rebounds lieferte Heckmann eine astreine Vorstellung ab, doch wichtiger waren die richtigen Entscheidungen, die er mit aller Regelmäßigkeit an beiden Seiten des Feldes traf.

Die Bonner können sich auch auf Alijah Comithier verlassen, der mit 23 Punkten Bonner Topscorer in Ludwigsburg war. Als sechster Mann liefert er konstant ab und ist mit 13,4 Zählern pro Partie bester Scorer der Baskets. Und siehe da, mit Tylan Birts (11,8), Grayson Murphy (11,7) und Garrett (11,1) verfügen auch die Hausherren über vier Akteure, die zweistellig punkten. Es ist ein Duell auf Augenhöhe zu erwarten, bei dem der Heimvorteil sowie die Tagesform den Ausschlag geben könnten.