Hartegasse – „Vor dem Vulkan ist Lupfen angesagt, das versteht sich von selbst.“ Konzentriert legt Rolf Schulte seinen Kopf zur Seite. Eine kurze Fußbewegung lässt den Ball auf den mit Kunstrasen verkleideten Erdhügel flitzen. Kurz darauf zappelt das Leder bereits im Auge des Sünger Vulkans. Bahn acht ist erledigt, es kann weitergehen.
Fast 370 Meter lang ist der Parcours, der neben der Erich-Tix-Sportanlage entstanden ist. Und der von der Landstraße aus regelmäßig und neugierig beäugt wird. „Es gab schon die wildesten Gerüchte – meistens waren wir der Zirkusplatz irgendeiner Hundeschule“, lacht Schulte. Er ist Trainer der „Silberfüchse“, der Walking Football-Mannschaft des SSV. Für genau dieses Team hat Schulte die Fußballgolf-Anlage entworfen, die inzwischen Anhänger aus der ganzen Region gefunden hat.
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Nach den aktuellen Überlegungen des SSV Süng soll die Fußball-Golf-Arena an der Sülztalstraße neben der Erich-Tix-Sportanlagen auch den kommenden Winter hindurch bespielbar bleiben. Wer sich selber einmal an dem Parcours versuchen möchte, muss sich vorher anmelden. Rolf Schulte ist unter Telefon 0 22 66/65 65 zu erreichen. (sfl)
Gespielt wird nach einem einfachen Regelwerk: Mit möglichst wenigen Schüssen sind die insgesamt zehn Bahnen zu bezwingen. Ein faustgroßer Mörtelpunkt markiert den Beginn jeder Etappe, das jeweilige Ziel ist durch in Stücke geschnittene Warnwesten gut zu sehen, die Rolf Schulte an ausrangierte Kleiderstangen gebunden hat.
Überhaupt beweist der SSV bei der gesamten Parcours-Gestaltung Kreativität: Hier dribbelt der Fußballgolfer durch einen Pittermännchen-Slalom, dort hat er den Ball über Wurzeln zu bugsieren oder eine Tafel zu tunneln, die einmal Reklame für Eis gemacht hat.

Mit einer gelben Flagge an einer Stange ist dieses Ziel wie beim Golfspielen markiert. Das „Einputten“ will geübt sein.
Copyright: Dieringer
„Einmal pro Jahr treffen sich die Walking Fußballer zu einem gemütlichen Tag“, erklärt Schulte. An einen Ausflug war coronabedingt diesmal nicht zu denken – also machte sich Schulte daran, eine Arena für den Fußball-Golf im Sülztal zu konstruieren. Ähnliche Anlagen hatte er bereits im Urlaub in Bayern begutachtet und selbst getestet. „Aus dem Verein waren vier Menschen eingeweiht, der Rest des Dorfes rätselte wochenlang, was ich da wohl veranstalte“, erinnert sich der Sünger mit einem Schmunzeln.
Exakt vier Rasenmäher breit ist jede Bahn. Meistens gehen die Spieler als Vierertruppe auf die Runde. „Im Schnitt dauert es eine Stunde, bis sie zurück sind“, hat Schulte beobachtet. Auf einem Formular wird jeder Schuss akribisch notiert. Wer ins Aus kickt, fängt am letzten Startpunkt wieder an.

Wie die Hindernisse bewältigt werden können, zeigt Rolf Schulte, der die Fußballgolf-Anlage entworfen hat.
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Vor allem bei kniffeligen Aufgaben wie dem halben Traktorreifen oder eben dem Vulkan kommt öfters die 20-Schuss-Regel zur Anwendung: Wer bis dahin nicht getroffen hat, erhält 21 Strafpunkte, darf aber trotzdem zur nächsten Bahn.
Inzwischen haben alle Sünger Fußballmannschaften Schultes Parcours getestet. „Er kommt richtig gut an, sogar bei den Nicht-Fußballern des SSV Süng“, freut sich der Trainer. Sogar Kegelclubs und Kindergeburtstage versuchten zuletzt, die Bälle mit möglichst wenig Aufwand zu versenken. Die zweite Mannschaft, so die Gerüchte, duelliert sich nach ihrem Training regelmäßig so lange am Vulkan, bis der Letzte die Getränkerechnung des Abends übernimmt.
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Um die 80 Schüsse brauchen die aktuellen Spitzenreiter des Sünger Golf-Parcours, schätzt Rolf Schulte. Eine Rangliste gibt es nicht, schon deshalb nicht, weil die Platzbedingungen nicht immer identisch seien, verrät Schulte. „Denn der Maulwurf spielt offenbar auch gerne Fußball-Golf. Ein kleiner Hügel und schon läuft der Ball wieder ganz anders.“


