Faustschlag mit Vorgeschichte22-jähriger Wipperfürter kommt glimpflich davon

Amtsgericht
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Wipperfürth – Aufnahmen aus zwei Videokameras hat das Amtsgericht im Prozess gegen einen 22-Jährigen verwendet, der im vergangenen August an der Tankstelle an der Gladbacher Straße zugeschlagen hat.
Der Wipperfürther hatte einem drei Jahre älteren Kontrahenten nach einem Wortgefecht an der Zapfsäule ins Gesicht geschlagen. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb eine Anklage wegen Körperverletzung angefertigt und als Beweismittel die hochauflösenden Aufnahmen aus zwei Perspektiven beigefügt.
Das Leugnen des Schlages war also sinnlos – doch der Wipperfürther bestritt den Haken auch gar nicht. Allerdings konnte er dem Gericht glaubhaft versichern, dass er Streit grundsätzlich aus dem Weg gehe und ein friedlicher Mensch sei.
Kleinwagen und ein Gefährt mit viel PS
Einzig mit dem 25-Jährigen habe es bereits in der Vergangenheit Streit wegen dessen „großer Klappe“ gegeben. Am angeklagten Tattag habe der ihn bis zur Tankstelle verfolgt, um dort mit seinem PS-starken Auto zu prahlen und über den Kleinwagen des Angeklagten zu witzeln. „Ich war seine ständigen Sprüche einfach leid“, gab der Wipperfürther zu.
Untermauert wurde diese Version wiederum durch die Überwachungsvideos, die zeigen, dass auch das mutmaßliche Opfer im Streit mit dem 22-Jährigen verbal ordentlich auffährt und einschüchtern will.
Die Staatsanwaltschaft beurteilte den Fall nun deutlich milder und stimmt der durch das Gericht angeregten Einstellung gegen eine Geldauflage zu. Der Student zahlt 200 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung, dafür ist die Sache vom Tisch.
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Alle Beteiligten stimmten dieser Lösung zu. Der 25-Jährige war durch den Schlag nicht ernsthaft verletzt worden. (sfl)

