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Hotelbetreiber AlthoffNeue Zentrale neben dem Dom

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Thomas Althoff (Manager der Althoff Hotelgruppe)von der Althoff Beratungs-und Betreuungsgesellschaft mbH in den neuen Büroräumen.

Thomas Althoff (Manager der Althoff Hotelgruppe) in den neuen Büroräumen. 

Von Weiden ist das Headquarter der Althoff-Hotel-Gruppe ins Kölner Zentrum gezogen. Inhaber und Gründer Thomas Althoff will mit seinem Unternehmen weiter expandieren.

Der Blick aus dem Fenster zeigt sehr hautnah die Chancen, aber auch die Risiken des Geschäfts: Das Dom-Hotel, eins der künftigen Flaggschiffe der Althoff-Gruppe, liegt direkt vor dem neuen Firmensitz des Kölner Hotelbetreibers, der sechsten Etage des Stollwerck-Hauses am Anfang der Hohen Straße. Das fast fertig gestellte Luxushotel wird vom ersten Tag an zu den Spitzenhäusern des 1984 von Thomas Althoff und seiner Frau Elke Dieffenbach-Althoff gegründeten Unternehmens gehören. Die einzigartige Lage des Hauses direkt neben dem gotischen Dom, Weltkulturerbe und Deutschlands Touristen-Magnet Nummer eins, ist die eine Seite. Allerdings verzögert sich die finale Fertigstellung des Dom-Hotels immer wieder, bis heute ist noch kein definitiver Eröffnungstermin kommuniziert.

Thomas Althoff lässt sich indes keinen Ärger anmerken. Zumal das Traditionshaus nicht von der Althoff-Gruppe selber umgebaut wird, sondern vom Eigentümer der Immobilie, der Bayerischen Versorgungskammer. „Hier arbeitet man weiter an den technischen Abnahmen der einzelnen Gewerke“, sagt der Hotelier. „Dies soll hoffentlich bald abgeschlossen sein, dann gibt es die Bauabnahme und dann können wir das Gebäude endgültig übernehmen, um es hotelfertig zu machen.“ Nach der Bauabnahme werde es bis zur Eröffnung noch etwa sechs Monate dauern.

Lieber blickt Althoff auf die bereits etablierten Luxushotels seiner Gruppe, zusammengefasst in der „Althoff Collection“. Das Grandhotel Schloss Bensberg etwa, gelegen auf den ersten Anhöhen des Bergischen Landes, keine 20 Kilometer vom Kölner Stadtzentrum entfernt. Im Juni erst wurde das 25-jährige Bestehen des Hotels im historischen, von Herzog Jan Wellem erbauten Jagdschloss gefeiert, im Juli übernachteten Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron hier. Oder auch das „The Florentin“ in Frankfurt, die ehemalige „Villa Kennedy“, dazu Häuser in London, in Saint-Tropez, in Celle und in Rottach-Egern. „Unser Anspruch ist hier das Streben nach höchster Qualität in allen Bereichen – ob Kulinarik, Architektur, Design oder Service“, heißt es auf der Unternehmens-Homepage.

1800 Mitarbeiter in 18 Hotels

Daran arbeiten bei der von CEO Frank Marrenbach geführten Althoff-Gruppe rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kölner Zentrale – und rund 1800 in den 18 Häusern der Gruppe. Der Umsatz lag im Vorjahr bei rund 200 Millionen Euro, das Unternehmen will weiter wachsen, in zwei Jahren sollen es bereits 2000 Mitarbeiter sein. „Ein Unternehmen, das nicht expandiert, ist eigentlich kein gutes Unternehmen“, sagt Thomas Althoff. „Wie in der Natur auch – alles, was gesund ist, wächst. Und das kann man für ein Unternehmen auch sagen. Das darf kein übermäßiges Wachstum sein, das könnte dann ungesund sein, aber dass es wächst – das ist wichtig.“

Dabei sollen alle drei Markenlinien – neben der Althoff Collection auch die Boutique-Marke Ameron und die Lifestyle-Häuser unter der Marke Urban Loft – mitwachsen. Und das nicht nur in Deutschland, sagt der Hotelier: „Der Markt, den wir uns vorgenommen haben, ist Europa. Wir sind jetzt in vier Ländern vertreten und da ist noch Platz. Aber wir sehen durchaus noch interessante Märkte in Europa – da, wo eben auch unsere Gäste hinreisen.“ In Österreich etwa sei man noch nicht vertreten. „Wien wäre toll, aber auch Italien finde ich sehr spannend, genau wie Frankreich, England oder Spanien.“ Über Europa hinaus wolle man aber nicht expandieren. „Der Kontinent ist ein schönes Spielfeld. Und wenn man den globalen Tourismus betrachtet, hat Europa eines der wertvollsten Potenziale in seiner Vielfalt.“

Eigene Developmentabteilung

Um mögliche neue Standorte zu bewerten, leistet sich das Unternehmen eine eigene Development-Abteilung. „Das ist eine ziemlich aufwendige Sache, weil es immer um eine langfristige Bindung und eine große finanzielle Verpflichtung für das Unternehmen geht“, erklärt Althoff. „Deswegen prüfen wir sehr sorgfältig den Standort; wir prüfen, wo die Gäste herkommen könnten, und natürlich die Kalkulation des Projektes.“ Am Ende werden viel mehr Projekte abgelehnt als tatsächlich umgesetzt.

Parallel zur Expansion treibt die Althoff-Gruppe die Digitalisierung voran. „Unser Prinzip sieht so aus“, erklärt Thomas Althoff: „Der Gast braucht die größtmögliche Individualität, das Backend braucht größtmögliche Gleichheit – also vollständig digitale Prozesse.“ Besonders intensiv wird bei Themen wie Finanzbuchhaltung und Haustechnik automatisiert. Etwa bei der Verschleißerkennung: „Das wird künftig so sein wie beim Flugzeug – wenn die Bodenstation weiß, dass das Triebwerk in 20 Stunden ein Problem haben wird, kann es vorher repariert werden. So wird es auch bei uns in den Hotels sein und in den Zimmern. Die Technik wird einfach viel intelligenter. Und das nutzen wir.“

Wenn Sie keine Überstunden machen wollen, müssen Sie das auch nicht

Trotz aller Automatisierung sind gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerade im Luxussegment unabdingbar. Der gute Ruf der Althoff-Häuser hilft beim Recruiting:

„Wir bekommen gute Mitarbeiter, weil sie zu uns wollen“, sagt Althoff. Für „The Florentin“ in Frankfurt etwa habe man zum Start120 neue Mitarbeiter gebraucht. „In Frankfurt ist der Arbeitsmarkt leergefegt und trotzdem ist es uns gelungen, die Mitarbeiter zu finden, die zu uns passen.“ Bei den Arbeitsbedingungen widerlegt Thomas Althoff alte Vorurteile der Branche: „Wir haben heute erstklassige Bedingungen, etwa eine 39,5-Stunden-Woche. Jede Überstunde wird vergütet – entweder als Freizeitausgleich oder in Geld. Sie arbeiten also nicht mehr als in anderen Branchen. Wenn Sie keine Überstunden machen wollen, müssen Sie das auch nicht.“

Und auch der Umzug der Unternehmenszentrale aus Weiden in die Innenstadt in diesem Frühjahr habe die Attraktivität des Unternehmens nochmal erhöht. „Unser Büro liegt jetzt neben dem Dom-Hotel, auch unser Kölner Urban Loft ist nahe.“ Für die Mitarbeiter habe das unter anderem den Vorteil, nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof zum Büro gehen zu müssen. „Wir haben im Stollwerck-Haus sehr schöne Räume gefunden. Das Haus wird toll gepflegt von Annette Imhoff und Dr. Christian Unterberg-Imhoff. Hier fühlen wir uns sehr wohl.“

Hat denn ein Hotelier ein Lieblingshotel? Da wolle er sich nicht festlegen, sagt Thomas Althoff. „Unsere Hotels mag ich natürlich alle sehr gerne, aber es gibt so viele großartige Hotels in der Welt – und es kommen immer weitere dazu.“  Aber es gebe natürlich auch Hotels, die eine persönliche Bedeutung für ihn hätten. „Ich war gerade mit meiner Frau in Lugano, weil wir unsere Hochzeitsreise vor 40 Jahren dorthin gemacht haben. Wir waren in der Villa Castagnola, einem 5-Sterne-Hotel mit großer Tradition. Da schaust du raus und hast den Luganer See direkt vor der Tür. Das ist ganz großartig.“