Die Inflation sitzt vielen Menschen noch in den Knochen, genauer: Sie zeigt sich im Portemonnaie. Da kommen Rabatt-Aktionen in den Black Weeks, dem Black Friday und dem Cyber Monday wie gerufen.
RabattaktionBlack friday und das Märchen vom Schnäppchen

Köln: An der Fassade eines Hauses wird für Rabatte am Black Friday geworben.
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Die meisten shoppen mit dem Smartphone, es trudeln viele Benachrichtigungen ein. Und wer im Internet surft, kommt gar nicht an den vermeintlich einmaligen Schnäppchen vorbei: die Hose, der Wintermantel, der Drucker, der Staubsauger, der Fernseher – alles radikal reduziert. Das ist natürlich Humbug.
Radikal reduziert? Fünf bis sieben Prozent Preisnachlässe gab es Untersuchungen zufolge in den vergangenen Jahren durchschnittlich rund um den Black Friday. Radikal günstig ist das nicht. Es lassen sich aber Schnäppchen finden. Man sollte sie allerdings sorgfältig suchen und die Spreu vom Weizen trennen. Und dazu sollte man sich zuallererst Zeit lassen. Denn die Marketing-Industrie weiß ganz genau, wie der innere Jagdinstinkt beim Konsumenten funktioniert – und wie er zu triggern ist.
„Dieses Angebot gilt noch für 15 Minuten, jetzt oder nie! Fünf weitere Nutzer schauen sich diesen Artikel gerade an. Nun gilt es, besonders schnell zu sein!“ Die Hand zuckt fast automatisch zur Maus, der Klick zum Einkauf ist nah. Es geht ums Aktivieren des Belohnungssystems im Hirn. Das verspricht Wohlempfinden. Besser allerdings wäre, den Belohnungsmoment zu verschieben. Vergleichsportale helfen, die Nerven zu beruhigen. Oft gibt es das ein oder andere Produkt anderswo günstiger.
Es lohnt sich auch, Preise über die vergangene Zeit nachzuvollziehen. Denn ein bekannter Trick von Händlern ist, vorher die Preise kurz hochzusetzen, um dann mit großen Rabatten locken zu können. Auch in der bunt leuchtenden Welt der Black-Weeks-Angebote ist die Einsicht denkbar einfach: Keines der Angebote läuft einem gerade davon.

