Unter dem Motto Lagebild Zukunft trafen sich zahlreiche regionale Vertreter von Wirtschaft und insbesondere Industrie in der Kölner Flora. Das Ergebnis: Zehn dringende Empfehlungen zur Erhaltung des Industriestandorts
WirtschaftstagungIndustrie und Stadtwerke mit zehn Reformforderungen

Martin Meyer (Miltenyi Biotec, v.l.) Gunnar Herrmann (Arbeitgeberpräsident Köln), Frank Blase (Igus), Melanie von der Wiesche (DLR) Carl Martin Welcker (Schütte), Andreas Feicht (Rhein-Energie), Martin Schönheit (Schönheit und Partner) und Frank Piotraschke (Octonomy AI)
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Die Stimmen, die vor einer De-Industrialisierung der rheinischen Wirtschaft warnen, mehren sich. Am Mittwoch haben sich führende Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und insbesondere der Industrie zum Forum „Lagebild Zukunft“ in der Kölner Flora getroffen, um möglich Gegenmaßnahmen zu erörtern.
Aus Anlass der Veranstaltung mit diversen Podien und Vorträgen haben der Verband Arbeitgeber Köln und der Kölner Stadtwerke-Konzern eine Liste mit zehn Empfehlungen an die Politik und die Gesellschaft im Großraum Köln und Bonn gegeben. Kern der zehn Punkte: Den Industriestandort Köln nicht nur erhalten, sondern für künftige Industrien stark machen.
Zehn-Punkte-Plan
Die Punkte im Einzelnen: 1.) Wirtschaft bei jeder Entscheidung mitdenken. 2.) Unternehmen entlasten. 3.) Verwaltung zum Dienstleister machen. 4.) Vorrang für Infrastruktur. 5) Wettbewerbsfähige Energiewende. 6.) Gewerbeflächen sichern. 7.) Aktive Baulandpolitik der Kommunen der Region. 8.) Arbeitskräftepotenzial erschließen. 9. & 10.) Regionale Zusammenarbeit und Industriestrategie.
„Köln ist, das übersehen viele in der Öffentlichkeit, unverändert ein bedeutender Industriestandort. Jetzt müssen wir die starken Zukunftsindustrien in den Blick nehmen“, sagte Rhein-Energie-Chef Andreas Feicht am Rande der Veranstaltung. Die Region brauche industrielles Wachstum, um andere Aufgaben, auch aus Kultur und Sozialem weiter aufrecht erhalten zu können.
Feicht regte des weiteren an, dass bei Ratsvorlagen neben dem Klimaschutz grundsätzlich auch die Belange der Wirtschaft zu einer zwingenden Prüfung gehörten. „Neue kommunale Regelungen und Investitionen sollten systematisch auf ihre Folgen für Unternehmen, Arbeitsplätze, Investitionen und Standortattraktivität geprüft werden“, so Feicht.
„Industrielle Interessen bündeln“
Köln brauche mehr als die Sicht auf die Stadt selbst. Wir brauchen eine regionale Industriestrategie. „Wir müssen die industriellen Interessen im Großraum Köln/Bonn besser bündeln“, sagte Gunnar Herrmann, Präsident des Verbands Arbeitgeber Köln und zuvor langjähriger Chef der Fordwerke. „Wirtschaftspolitik hört nicht an den Stadtgrenzen auf“, so Dirk Wasmuth, Hauptgeschäftsführer von Metall-Köln.
Herrmann warnte weiterhin vor ruinösem Wettbewerb der Kommunen in der Region mit dem niedrigsten Gewerbesteuerhebesatz um die Ansiedlung von Industrie. „Wir dürfen nicht ins Klein-Klein versinken, sondern müssen stärker regional denken“, sagte Herrmann weiter.
Auf diversen Podien und in Einzelvorträgen debattierten die Teilnehmer über die Facetten der Kölner Wirtschaftspolitik. Unter den Diskutanten waren unter anderen: Martin Meyer (Miltenyi Biotec), Frank Blase (Igus), Melanie von der Wiesche (DLR) Carl Martin Welcker (Schütte), Martin Schönheit (Schönheit und Partner) und Frank Piotraschke (Octonomy AI).
