Abo

Pilotprojekt in KölnMit den richtigen Infos länger zu Hause leben

3 min
Wenn das Geld im Alter nicht reicht, lohnt ein Termin bei der Seniorenberatung. Die Fachleute wissen von vielen Hilfsmöglichkeiten.

Wenn das Geld im Alter nicht reicht, lohnt ein Termin bei der Seniorenberatung. Die Fachleute wissen von vielen Hilfsmöglichkeiten.

Ein Pilotprojekt in Köln informiert Senioren über Unterstützungsmöglichkeiten, um das Zuhausebleiben zu erleichtern, bei kostenloser Beratung.

Wo bekomme ich Hilfe? Eine Frage, die sich viele Seniorinnen und Senioren stellen und die auch die Rundschau-Altenhilfe immer wieder aufgreift, zum Beispiel mit ihrer Telefonaktion. Ein Pilotprojekt in Köln möchte jetzt dafür sorgen, dass alte Menschen besser informiert sind.

Denn Möglichkeiten der Unterstützung gibt es viele, doch kaum jemand weiß davon. „Die Unkenntnis unter alten Menschen ist total erschreckend“, sagt Dr. Christiane Köhler von der Seniorenvertretung der Stadt Köln. Das möchte sie ändern. Zusammen mit Josef Ludwig, dem früheren Leiter des Kölner Wohnungsamtes, hat sie vier Kölner Wohnungsbaugesellschaften ins Boot geholt. Im Stadtteil Zollstock wollen diese nun erproben, ob das soziale Hilfesystem mehr genutzt wird, wenn sie ihre Mieterinnen und Mieter in ihren Medien darüber informieren.

Der erste Artikel ist im Dezember erschienen. Das Thema: Seniorenberatungsstellen. Diese spielen auch für die Vermittlung zur Rundschau-Altenhilfe eine große Rolle (siehe unten). Drei der Wohnungsbaugenossenschaften, die Süd eG, die Sülzer EG und die Mieterschutz eG, haben den vom Projekt zur Verfügung gestellten Text in ihren Mitgliederzeitschriften veröffentlich, die GAG auf ihrer Website.

Bei diesem Thema solle vor allem eines deutlich werden, betont Christiane Köhler: „Die Seniorenberatung ist kostenfrei.“ In jedem Bezirk bietet die Stadt Köln über verschiedene Träger diese Seniorenberatung an – in Zollstock zum Beispiel berät Gregor Pischke von den Johannitern. In anderen Städten und Kreisen gibt es ähnliche Angebote. 

Wer sich scheut, einen Wohngeldantrag zu stellen, bekommt Hilfe bei der Seniorenberatung.

Wer sich scheut, einen Wohngeldantrag zu stellen, bekommt Hilfe bei der Seniorenberatung.

Mit allen Fragen des Alters und des Ruhestandes können sich Ratsuchende an die Seniorenberater wenden. Köhler findet besonders wichtig, dass sie dort auch Hilfe bei Anträgen bekommen – zum Beispiel für Grundsicherung, Wohngeld oder einen Behindertenausweis. „Wer davor zurückschreckt, ein Formular auszufüllen, bekommt kostenlos Unterstützung“, sagt die Seniorenvertreterin. Weitere Themen sollen sein: Pflege von Angehörigen, „Einsamkeit muss nicht sein“ oder die Wohnraumanpassung, damit Pflege zu Hause möglich ist.

Als Ortsvereinsvorsitzende vom VdK habe sie immer wieder feststellen müssen, dass das soziale Hilfesystem wenig bekannt sei und dementsprechend zu wenig in Anspruch genommen werde. Doch das sei wichtig, um möglichst lange zu Hause leben zu können und nicht ins Heim zu müssen. „Wenn ältere Menschen kompakte Informationen haben, können sie die Servicestellen besser zur Lösung ihrer Probleme nutzen“, sagt Köhler: „So können sie sich mitunter länger in ihrer gewohnten Umgebung behaupten.“


Sie heißen Seniorenberatungsstellen, Seniorenbüros oder Senioren- und Pflegeberatung: Dahinter steht immer der gesetzliche Auftrag nach Paragraf 71 Sozialgesetzbuch XII, älteren Menschen Beratung anzubieten. Sie bekommen dort Unterstützung in allen Fragen ihres Alltags – auch, wenn das Geld zum Leben nicht reicht. Für die Rundschau-Altenhilfe sind die Seniorenberatungen wichtige Partner, weil über sie viele der Anträge auf Einzelfallhilfe eingehen. Diese kann DIE GUTE TAT e.V. nur berücksichtigen, wenn die Seniorenberater die Bedürftigkeit der Antragsteller geprüft und nachgewiesen haben.