Abo

Interview

Kreissparkasse Köln
Neuer Vorstandschef Thomas Pennartz hält am Filialnetz fest

13 min
Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, in der Schalterhalle des Institus  am Kölner Neumarkt.

Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, in der Schalterhalle des Institus  am Kölner Neumarkt. 

Thomas Pennartz ist seit fast zwei Jahre im Vorstand der Kreissparkasse Köln und seit Jahresbeginn Vorstandsvorsitzender. Über seine Ziele für das Institut sprach er mit Ralf Arenz und Raimunf Neuß.

Herr Pennartz, wie fühlt es sich denn an, jetzt als Kapitän auf der Brücke zu stehen?

Das ist schon eine besondere Aufgabe. Die Kreissparkasse Köln ist ein tolles, großes Haus, das eine hohe Bedeutung für die Menschen und die Unternehmen in der Region hat. Ich bin Alexander Wüerst nachgefolgt, der die Sparkasse 20 Jahre lang als Vorstandsvorsitzender verkörpert hat. Er hat große Fußstapfen hinterlassen sowohl in der Kreissparkasse Köln, in unserer Region als auch in der gesamten Sparkassen-Finanzgruppe.

Wie konnten Sie sich vorbereiten?

Alexander Wüerst hat ein kompetentes junges Vorstands-Team zusammengestellt, in welchem ich den Altersdurchschnitt etwas erhöht habe. Ich durfte bereits die letzten anderthalb Jahre Bestandteil dieses Teams sein. Jetzt freue ich mich darauf, mit ihm weiterzuarbeiten und die Wege, die das Haus eingeschlagen hat, weitergehen zu können.

Die Kreissparkasse Köln hat ein riesiges Geschäftsgebiet, in dem es auch unterschiedliche Traditionen und Kulturen gibt.

Betrachtet man die Ausdehnung in Quadratkilometern, ist das Gebiet etwas größer als Mallorca. Wir haben jedoch mehr Einwohner. Dabei zeichnet sich unser Geschäftsgebiet bestehend aus den 4 Kreisen: Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis und Oberbergischer Kreis durch eine große Vielfalt aus; sowohl in der Topographie als auch bei den hier lebenden Menschen.

Das gilt auch für die Wirtschaftsstruktur. Es gibt zum Beispiel besondere Herausforderungen im Rhein-Erft-Kreis mit dem Ende der Braunkohle. Wie stellen Sie sich darauf ein?

Im Prinzip sind wir vier mittelgroße Sparkassen mit unserer Hauptstelle in Köln als eine Art Holding. So besteht in jedem Kreis eine Sparkasse, die auf die Besonderheiten und Herausforderung des jeweiligen Kreises eingeht. Entsprechend werden 90 Prozent unserer Geschäftsentscheidungen in der Region, vor Ort getroffen. Und zwar durch unsere vier Regionalvorstände und die Mitarbeitenden vor Ort. Das sind insgesamt 1400 Kolleginnen und Kollegen, die ausschließlich unsere vielen Privat- und Firmenkunden vor Ort beraten und dafür hervorragend ausgebildet sind. Auch das verstehen wir unter Nähe und Daseinsvorsorge.

In dem großen Geschäftsgebiet gibt es noch einige andere Sparkassen. Streben Sie Fusionen an?

Nein, denn wir sind groß genug. Wir haben da keine Ambitionen. Wenn eine Sparkasse aus unserem Geschäftsgebiet aber bei uns anklopfen sollte, dann schlagen wir die Tür sicherlich nicht zu. Aktuell sind die infrage kommenden Sparkassen erfolgreiche Häuser mit einer hohen Kundenbindung. So dass ich weder aus Kunden- noch aus Sparkassensicht einen Bedarf für einen Zusammenschluss sehe. Im Übrigen arbeiten wir bereits heute auf vielen Ebenen gerne und sehr gut mit diesen Häusern zusammen.

Wie würden Sie das wirtschaftliche Umfeld beschreiben, in dem wir uns aktuell befinden?

Die Wirtschaft steht im Moment vor besonderen Herausforderungen, das erleben wir auch im täglichen Geschäft. Bei Unternehmen finanzieren wir vermehrt Investitionen zur Rationalisierung und Ersatzbeschaffung. Kaum ein Unternehmen weitet aktuell nennenswert Kapazitäten aus. Die vorangegangenen guten Jahre haben die Unternehmerinnen und Unternehmer jedoch genutzt um sich resilienter aufzustellen. So können sie heute auch gut mit der aktuellen Wirtschaftsflaute umgehen.

Bedeutet das auch geringere Abschreibungen auf faule Kredite?

Wir werden wahrscheinlich einen Risikovorsorgebedarf von ungefähr 40 Millionen Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr haben. Das ist gemessen an unserem Kreditportfolio von über 24 Milliarden Euro immer noch gering. Allerdings hatten wir zuletzt auch Jahre ohne Bewertungsbedarf. Was mich allerdings etwas skeptisch in die Zukunft blicken lässt, ist dass aktuell der grundlegende Optimismus, den die Wirtschaft braucht, fehlt.

Was müsste passieren, damit sich das dreht?

Es geht um die Themen, die aktuell zurecht öffentlich diskutiert werden. Von Bürokratieabbau über Planungsbeschleunigung und -sicherheit, geringere Energiekosten bis hin zum Abbau von Handelsbarrieren. Ich möchte keine neuen Themen hinzufügen, wichtig ist, dass nicht nur diskutiert wird, sondern Lösungen gefunden und umgesetzt werden. Wir müssen auch wieder mehr Vertrauen untereinander entwickeln und zwar zwischen den Unternehmern, den Arbeitskräften, den Verwaltungen und der Politik. Wir haben auf allen Ebenden überwiegend gut ausgebildete Menschen, die sich redlich mühen, einen guten Job zu machen.

Führt fehlendes Vertrauen bei Privatleuten auch dazu, dass sie große Anschaffungen wie den Kauf eines Autos oder den eines Hauses verschieben?

Wir sehen eine gewisse Zurückhaltung beim Konsum und auch bezogen auf langfristige Entscheidungen bezüglich der Altersvorsorge. Über diese Themen machen sich die Menschen viele Gedanken und holen sich Rat. Wichtig ist hierbei meiner Meinung nach zu differenzieren, was kurz-, mittel- und langfristig benötigt wird. Es geht also um aktuelle Gestaltungsmöglichkeiten und darum, wie es in fünf oder zehn Jahren aussehen könnte. Wir modellieren gemeinsam mit unseren Kunden die unterschiedlichen Möglichkeiten, damit der Kunde die für ihn richtige Entscheidung trifft.

Wie gefragt sind Immobilien denn gerade angesichts hoher Preise?

Viele Menschen beschäftigen sich mit Immobilien – auch zur Altersvorsorge. Wer im Eigenheim wohnt, erspart sich Mietzahlungen im Ruhestand. Der starke Wunsch nach Wohneigentum ist weiterhin ungebrochen. Aktuell sind aufgrund der gestiegenen Preise bei Neubauten insbesondere Bestandsimmobilien im Fokus der Kunden. Hier sollte insbesondere auf den energetischen Zustand geachtet werden und überlegt werden, wann gegebenenfalls saniert werden sollte.

Wie stark hat das Immobiliengeschäft denn zugelegt?

Im abgelaufenen Jahr hat das Neugeschäft mit Krediten für Privatkunden, das sind überwiegend Immobilienkredite, um 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zugelegt. Bereits in 2024 und konnten wir ein wieder anziehendes Wachstum in diesem Segment verzeichnen.

Das überrascht uns angesichts der Preise, die aufgerufen werden.

Insgesamt haben wir ein hohes Preisniveau. Jedoch vor allem Neubauten sind teuer. Zwischen 2022 und 2025 sind die Baukosten um 30 bis 35 Prozent gestiegen. Das liegt sowohl an den gestiegenen Materialkosten als auch an den erhöhten Arbeitskosten. Auf der anderen Seite erleben wir jedoch, dass in unserer Region wieder vermehrt Geschosswohnungen realisiert werden. Diese Entwicklung hat noch nichts mit dem gerade verabschiedeten Bauturbo zu tun. Das liegt vielmehr an der hohen Attraktivität unseres Wirtschaftsraums. Durch die angezogenen Mieten lohnt sich der gewerbliche Wohnungsbau wieder. Auch der geförderte Wohnungsbau rechnet sich wieder. So könnte eigentlich mehr günstiger Wohnraum entstehen. Allerdings sind die Mittel, die die öffentliche Hand dafür anbietet, zu schnell vergriffen.

Wie nehmen Sie das Wettbewerbsumfeld bei Privatkunden wahr? In den letzten Wochen waren steigende Tagesgeld- und Festgeldzinsen zu beobachten.

Dieses Wettbewerbsumfeld sehen wir schon seit zehn, fünfzehn Jahren. Es gibt immer wieder Banken, die sich hierüber Marktanteile erkaufen. Das geht am einfachsten über den Preis.

Darüber hinaus ist Deutschland in Europa ein attraktiver Standort für Banken, um Einlagen einzuwerben. So kann es für eine Bank günstiger sein, in Deutschland Tagesgeld aufzunehmen als sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Aber so ist der Wettbewerb. Viele Mitbewerber arbeiten auch mit zeitlich befristeten Lockangeboten für Neukunden oder neues Geld. Unsere Geschäftspolitik zielt auf eine langfristige Begleitung unserer Kundschaft ab. Dazu gehören faire und attraktive Angebote für ganz unterschiedliche Lebenssituationen. So haben wir auch attraktive Zinssätze im Angebot zum Beispiel bei unseren Inhaberschuldverschreibungen. Wir glauben außerdem, dass es klüger ist, für den Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge das Geld nicht aufs Tagesgeldkonto zu legen. Da sollte nur Geld geparkt werden, welches tatsächlich in den nächsten drei bis sechs Monaten benötigt wird.

Was empfehlen Sie für den Vermögensaufbau?

Die Sparer sollten sich Gedanken machen über ihre Ziele sowie die Aufteilung auf verschiedene Anlageklassen. Im Allgemeinen ist es sinnvoll, in regelmäßigen Raten zu sparen. Wenn man das über einen längeren Zeitraum vorhat, dann ist das im Depot besser als im Tagesgeld. Wir haben im abgelaufenen Jahr von unseren Kunden insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro neues Geld erhalten, und davon ist mit 500 Millionen Euro bereits ein Drittel im Depot angelegt worden. Das entwickelt sich in die richtige Richtung. Und ich unterstütze ausdrücklich die Idee der Bundesregierung, den Menschen unter 18 Jahren demnächst eine Förderung für ihren Depotsparplan zur Verfügung zu stellen.

Was halten Sie von ETFs, also börsengehandelten Indexfonds, für den Vermögensaufbau?

Für uns sind ETF-Zertifikate ein ganz wichtiger Bestandteil. So haben wir im vergangenen Jahr 250 Mio. Euro als ETF-Zertifikate in die Depots unserer Kunden gebracht. Wir haben also intensiv in diese Richtung beraten. Manchmal sind wir aber auch überrascht, welche ETFs Kunden, die selbst entscheiden was sie kaufen, in ihren Depots haben. Da passt nicht immer das Produkt zum Anlageziel.

Wie kommt man auf diese Ideen?

Das ist ganz unterschiedlich. Wir haben ein Team von jungen Beraterinnen und Beratern, die sich ausschließlich um unsere junge Kundschaft im Alter zwischen 18 und 30 Jahren kümmern. Der Kontaktweg zum Kunden geht dabei nicht über die Filiale, sondern findet in der Regel im Videochat statt. Viele dieser Kunden machen ihr gesamtes Bankgeschäft über die App. Die Kunden sind dann überrascht, dass die Sparkasse sich bei ihnen meldet und mit ihnen über die Möglichkeiten der Geldanlage sprechen möchte. Hier erfahren wir, dass viele getätigte Anlagen in ETFs auf den vermeintlich guten Tipps von Dritten, beispielsweise Influencern beruhen und die Kunden selbst tatsächlich keine vertiefte Kenntnis besitzen worin sie ihr Geld angelegt haben. Wir zeigen dem Kunden dann das Chancen-Risiko-Profil der Geldanlage auf und erklären ihm worin er sein Geld investiert hat. So kann der Kunde dann selbst eine fundierte Anlage-Entscheidung treffen.

Seit wann machen Sie das?

Wir haben das Angebot vor gut zwei Jahren im Rhein-Erft-Kreis gestartet. Dort haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht und aus diesem Grund das Angebot im letzten September auf das gesamte Geschäftsgebiet ausgeweitet.

Sie haben viele Filialen, die die Kunden auch wichtig finden. Und die jungen Leute werden älter und ihre Ansprüche wachsen. Wollen die irgendwann doch in die Filiale gehen?

Das hängt sehr vom Anlass ab. Zu einem Wertpapiersparplan kann man gegebenenfalls auch schon mal am Telefon oder per Video-Chat beraten. Wenn es aber um die Altersvorsorge oder eine Baufinanzierung geht oder Kunde und Berater sich ein Versicherungspaket anschauen, um zu sehen, ob die richtigen Policen zu fairen Preisen abgeschlossen wurden, dann haben auch die jüngeren Kunden gerne einen Berater vor Ort. Wir haben nicht alle Kompetenzen in jeder Filiale, aber wir haben in allen Filialen die Möglichkeit, spezialisierte Kolleginnen und Kollegen digital zuzuschalten. Tendenziell wird die Videoberatung zunehmen. Die Arbeitsplätze unserer Kolleginnen und Kollegen sehen wir dabei gleichwohl weiterhin in unseren Filialen. So kann der Kunde selbst entscheiden, ob er den Berater vor Ort treffen, oder mit ihm am Telefon, Video-Chat oder per E-Mail in Kontakt treten möchte. Der Kunde kann uns auf allen Wegen erreichen.

Bleibt es beim heutigen Filialnetz?

Wir gehen davon aus, dass unser Filialnetz so bleibt, wie wir heute aufgestellt sind. Wir wollen in den Regionen präsent bleiben. An mehreren Standorten möchten wir sogar in den nächsten Jahren neue, moderne Sparkassenfilialen bauen.

Wie sieht denn die Filiale der Zukunft aus?

Wir haben für unsere Filialen ein neues Gestaltungskonzept entwickelt und bereiten gerade die ersten Umbaumaßnahmen vor. Merkmale sind eine zeitgemäße Raumaufteilung, warme Farben sowie natürliche und nachhaltige Materialien. In der Empfangs- und Aufenthaltszone erhalten Kundinnen und Kunden schnelle erste Unterstützung. Für Beratungen gibt es separate Besprechungsräume, welche die gebotene Vertraulichkeit gewährleisten.

Wenn Kunden Kontakt mit der Kreissparkasse aufnehmen, sprechen sie dann mit Menschen oder mit einem Chatbot?

Der Kunde spricht mit einem Menschen, also nicht mit KI oder mit einem Chatbot. Jedoch ist der Berater, den der Kunde sprechen möchte, nicht unbedingt immer sofort verfügbar. Dann sollte der Kunde eine Nachricht hinterlassen und wird dann zurückgerufen. Wir arbeiten jedoch auch an technischen Lösungen wie einem Chatbot. Vielleicht ist die Entwicklung bis Ende des Jahres so weit, dass der Kunde ausprobieren kann, ob ihm der Chatbot schon helfen kann. Insbesondere außerhalb der üblichen Servicezeiten könnte ein Bedarf entstehen. Aber das entscheidet letztlich der Kunde.

Was bedeutet darüber hinaus KI für ihr Geschäft?

KI ist in internen Prozessen heute schon ein wesentlicher Bestandteil unseres Tuns. Andernfalls würden wir die anfallende Arbeit nicht erledigt bekommen. Darüber hinaus haben wir viele Beschäftigte, die in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Auf der einen Seite haben wir zwar zuletzt viele junge Menschen neu eingestellt, gleichzeitig setzen wir darauf, dass KI uns Arbeit abnimmt. Vor allen aber soll KI den Menschen erfolgreicher machen. Mir ist wichtig, dass künstliche Intelligenz eine wesentliche Unterstützung leistet. Die Entscheidungen treffen aber am Ende gut ausgebildete Menschen.

Die Kreissparkasse hat die Schwelle von 30 Milliarden Euro bei der Bilanzsumme überschritten. Damit kann sie unter die Aufsicht der EZB fallen. Wie ist hier der Stand?

Wir weisen zum 31.12. eine Bilanzsumme von 30,9 Milliarden Euro aus. Auf Basis unserer testierten Bilanz wird die BaFin, unsere nationale Aufsicht, die EZB über das Erreichen des quantitativen Kriteriums informieren und auch über das Bild, welches sich die BaFin unter ihrer Aufsicht von der Kreissparkasse Köln gemacht hat. Die EZB wird daraufhin prüfen, ob sie die Aufsicht übernehmen möchte. Wir gehen davon aus, dass sie die Aufsicht übernimmt und haben uns darauf vorbereitet.

Haben Sie auf Geschäft verzichtet, um die Marke von 30 Milliarden nicht zu überspringen?

Nein. Es war vielmehr so, dass aufgrund der Zins- und Konjunkturentwicklung in den Jahren vor 2025 das Kundengeschäft nicht so stark gewachsen ist.

In der Hauptsache möchten wir organisch wachsen. Und das tun wir mit unserer Kundschaft gemeinsam im Einlagengeschäft, im Depot-Geschäft als auch im Kreditgeschäft.
Thomas Pennartz, Chef der Kreissparkasse Köln

Gibt es Felder, wo Sie besonders wachsen wollen?

In der Hauptsache möchten wir organisch wachsen. Und das tun wir mit unserer Kundschaft gemeinsam im Einlagengeschäft, im Depot-Geschäft als auch im Kreditgeschäft. So sind wir der Überzeugung, dass wir insbesondere im gewerblichen Bereich stark wachsen können, wenn sich die allgemeine Stimmungslage der Unternehmen verbessert. Denn der bevorstehende Transformationsprozess wird der Wirtschaft gewaltige Investitionen abverlangen, Wir sind darauf vorbereitet, diese zu begleiten.

Wollen Sie ihre Dienstleistungen auch national anbieten, wie das Töchter anderer Sparkassen machen?

Das ist nicht unsere Ambition. Wir möchten jedoch unsere Kunden gerne beraten, unabhängig von ihrem Standort. Also auch, wenn sich unsere Kunden im Rahmen des Studiums oder berufsbedingt zeitweise länger in einer anderen Region in Deutschland oder auch im Ausland aufhalten. Das tun wir übrigens bereits heute über unsere digitalen Zugangswege.

In Köln gibt es ja noch eine andere Sparkasse, die fast genauso groß ist wie die Kreissparkasse. Wie ist so das Verhältnis dieser beiden großen kommunalen Banken zueinander?

Wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, konnten Sie zuletzt beim Internationalen Youth-League-Spiel des 1. FC Köln im ausverkauften Rheinenergie-Stadion sehen. Dieses haben wir gemeinsam mit den Kollegen der Sparkasse Köln Bonn als Sponsor präsentiert. Das Stadion war an dem Spieltag ein Sparkassenstadion. Bei diesem Event haben wir bewiesen, dass wir – wenn wir gemeinsam etwas machen - in Summe für die Wirtschaftsregion mehr erreichen können. Das ist auch bei der Olympia-Bewerbung so, die wir gemeinsam begleiten.

Von Ihrer Zentrale am Kölner Neumarkt machen Sie aber auch Geschäfte mit Kölnern.

Ja, wenn jemand das Geschäft mit uns machen möchte, freuen wir uns. Zudem gibt es viele Menschen, die in den Kreisen rund um die Städte Köln und Bonn leben und in den beiden Großstädten arbeiten und umgekehrt. Hier kommen das eine Mal die Kolleginnen und Kollegen der Sparkasse KölnBonn und das andere Mal wir zum Zuge. Das ist völlig in Ordnung und gemessen am gesamten Geschäftsumfang überschaubar. Wesentlich ist doch, dass die Menschen ein Konto bei einer Sparkasse haben.

Da wir vom Neumarkt sprechen. Wie sehen Sie die Entwicklung des Platzes mit seiner Drogenkriminalität oder dem Drogenelend?

Wir sind Mitglied der Interessengemeinschaft Neumarkt. Es gibt zwei Dimensionen. Auf der einen Seite ist der Neumarkt einer der bedeutendsten Plätze Kölns, einer Stadt mit großem touristischem Angebot und vielen Gästen. Der Platz sollte in eine Form gebracht werden, die attraktiv ist für Touristen und für die Bevölkerung. Darum sollten wir uns kümmern. Das finden wir sehr gut und unterstützen es auch. Die andere Dimension ist, dass sich dort viele Menschen aufhalten, Drogensüchtige, die in einem schlimmen Schicksal leben. Hier kann man nur versuchen, es für diese Menschen erträglicher zu gestalten. Das ist eine Riesenherausforderung. Dass man sich dieser Herausforderung widmet und nach Lösungen sucht, finden wir auch sehr gut und unterstützen es ebenso.