Die Rundschau-Altenhilfe präsentierte den Aktionstag für Senioren und Seniorinnen im Straßenbahnmuseum Thielenbruch
Rund um PräventionSchutz vor Schockanrufen, Alzheimer und Hitze

Sigrid Jung und Gudrun Krämer klären im Straßenbahnmuseum Thielenbruch über Schockanrufe auf.
Copyright: Constantin Ehrchen
„Soll ich mal erzählen, was mir Schreckliches passiert ist“, fragt Frau Müller. Die beiden Besucherinnen des Aktionstags Senior*innen bleiben stehen und sind gespannt. Frau Müller legt los: „Da klingelt es und ein Handwerker steht vor der Tür.“
Frau Müller heißt eigentlich Christa Denns und führt mit dem Seniorentheater „Knackfrisch“ Trickbetrügereien vor. Emmi Becker spielt den angeblichen Handwerker, mit angeklebtem Bart und Schlägermütze, und setzt Frau Müller unter Druck: „Im Haus ist ein Wasserrohrbruch. Wenn Sie mich nicht hereinlassen, müssen Sie die Kosten von 5000 Euro selber zahlen.“ Frau Müller lässt ihn ein. Und während sie mit dem falschen Installateur das Badezimmer inspiziert, räumt dessen Kumpel ihre Schmuckschatulle aus.
Als „Walking Acts“ sind die Laienschauspielerinnen auf dem Aktionstag Senior*innen im Straßenbahnmuseum Thielenbruch unterwegs – ein besonderer Weg, die Gäste auf die Gefahren durch Betrüger aufmerksam zu machen.

Ein Highlight im Programm des Aktionstages für Senior*innen: der Auftritt des KVB-Orchesters.
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Die Rundschau-Altenhilfe präsentiert erstmals den Aktionstag. Veranstalter ist der Kriminalpräventive Rat der Stadt Köln, in dem Stadt und Polizei gemeinsam dafür arbeiten, Köln sicherer zu machen. Die KVB gehört ebenfalls zu den Veranstaltern des Aktionstages.
Es geht nicht nur um die Verbrechensverhütung. „Wir haben den Begriff Prävention hier etwas weiter gefasst“, sagt Jessica Schurer vom Kriminalpräventiven Rat. Und so gibt es auch Tipps zum sicheren Fahrradfahren, zum Umgang mit dem Rollator oder zum Hitzeschutz.
Marcus Schönbein von der KVB macht ein Einstiegstraining unter erschwerten Bedingungen: Wegen einer Baustelle kann er keinen Bus vorfahren, sondern nur kurz im laufenden Betrieb der Stadtbahn erklären, wie man sicher einsteigt und einen Platz findet.
Die Kölsch Hätz Nachbarschaftshilfen stellen ihr Angebot vor, die Johanniter Unfall-Hilfe berät zum Hausnotruf. Und das Alzheimer Präventionszentrum bietet einen Test an, um dem eigenen Alzheimer-Risiko auf die Spur zu kommen.

Auch um Hitzeschutz geht es beim Aktionstag Senior*innen.
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Beliebt ist auch das Rahmenprogramm: Das KVB-Orchester spielt auf; in einer der historischen Straßenbahnen erleben die Gäste per VR-Brille eine Fahrt durchs Köln von 1908, wie sie von TimeRide bekannt ist.
In einer anderen Bahn geht es dann doch wieder um Kriminalität: Sigrid Jung und Gudrun Krämer zeigen einen Film über Schockanrufe: Darin erhält eine Frau einen Anruf: „Mama“, sagt eine Stimme weinerlich und verzweifelt. Die „Tochter“ hat angeblich einen Menschen überfahren und sagt, sie müsse jetzt bei der Polizei 40.000 Euro Kaution bezahlen. Die Frau geht zur Sparkasse und will ihr Geld abheben. „Wie dumm!“, sagen einige der Zuschauer im Wagon. Aber die wichtigste Botschaft, die Jung und Krämer vermitteln, lautet: „Es kann uns alle treffen.“