Mit Rollstuhl oder Rollator werden Treppen zum unüberwindbaren Hindernis. Doch eine seniorengerechte Wohnung zu finden, ist schwer.
BarrierefreiheitSeniorenwohnung in Köln und NRW verzweifelt gesucht

Wenn Wohnungsbaugesellschaften neu bauen, wie hier die GAG in Köln, müssen die Wohnungen seit 2019 barrierefrei sein.
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Möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben – das wünschen sich die meisten Menschen im fortgeschrittenen Alter. Schwierig wird das, wenn man in höheren Stockwerken wohnt und die Mobilität nachlässt. Wer kaputte Knie hat, mit dem Rollator läuft oder im Rollstuhl sitzt, sucht dann nach einer Parterre-Wohnung oder einer mit Fahrstuhl.
Doch die sind schwer zu finden, zumindest in Städten wie Köln. „Völlig unmöglich“, sagt sogar Meike Köster, Seniorenberaterin der Johanniter in Rodenkirchen. Dabei konnte sie zuletzt einige Klienten in Neubau-Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaft GAG nach Bocklemünd vermitteln. Ein Glücksfall und „nicht für jeden das Richtige“, sagt Köster. Viele Senioren seien damit überfordert, in einen anderen Stadtteil zu ziehen. Sie wollten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, „wo sie noch Kontakte haben“.
Barrierefreiheit seit 2019 verpflichtend
Seit 2019 müssen neue Wohnungen in Nordrhein-Westfalen barrierefrei gebaut werden: mit Fahrstuhl im Haus, breiten Türrahmen und einem Badezimmer, in dem ein Rollstuhl unter das Waschbecken passt. „In Köln haben wir aber einen hohen Altbaubestand mit vielen Treppen und engen Bädern“, sagt Dr. Christiane Köhler von der Seniorenvertretung Rodenkirchen.
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2023 stellte eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft einen deutschlandweiten Mangel an barrierereduzierten Wohnungen von knapp 2 Millionen fest. Christiane Köhler hat sich viel mit dem Thema auseinandergesetzt. Zahlen, wie viele Wohnungen für Senioren in Köln fehlen, konnte sie bisher nicht ermitteln: „Die gibt es einfach nicht.“ Sie weiß nur eines: „Wenn jetzt die Babyboomer in Rente gehen, wird der Mangel noch viel schlimmer.“
Die Wohnungen, die gebaut würden, seien „sehr teuer“ und lägen zu weit draußen: „Da brauchen die Leute dann auch noch einen Pkw.“ Diese Wohnungen seien deshalb zwar barrierefrei, aber nicht attraktiv für Senioren: „Sie möchten unter Menschen sein und Geschäfte und Ärzte erreichen können.“
Dazu kommt ein weiteres Problem: Von der Existenz dieser Wohnungen erfahren viele Senioren gar nichts. Denn, so Meike Köster, „sie können nicht im Internet suchen“. Und ohne das ist eine Wohnungssuche kaum noch möglich. Viele sitzen deshalb in ihrer Wohnung fest. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Sie können sie aus eigener Kraft nicht verlassen. Dazu sagt eine Seniorenberaterin der Diakonie: „Das ist leider die Lebensrealität von sehr vielen alten Leuten.“

