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EifelHeiden und Helden am Wegesrand

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Am Wegesrand: Kiefer vor imponierenden Weitblick bei Pesch. (Bild: Jessen)

Unsere österliche Frühlingswanderung folgt einmal mehr den Spuren des römischen Alltagslebens in der nördlichen Eifel. Insbesondere die Gemeinde Nettersheim hat seit Anfang der 1980er Jahre damit begonnen, ihre vor allem römische Vergangenheit zu erforschen und für den Kulturtourismus nutzbar zu machen.

Ein Zufall wollte es, dass 1984 in der Nähe des Dorfes Roderath ein Landwirt Ziegelschutt und Mauerwerk im Boden entdeckte. Die archäologischen Grabungen förderten die Grundrisse eines kleinen römischen Bauernhofes zu Tage, dessen Wohngebäude aus Fachwerk auf einem Bruchsteinsockel mit den Maßen 19 x 7,5 Meter bestand. Die Wirtschaftsbauten waren reine Fachwerkbauten. Alles in allem war es eine Hausform, wie sie noch heute in den Dörfern der Nordeifel überall zu sehen ist; nicht zu vergleichen mit den prachtvollen Gutshöfen aus Stein mit Bädern und Mosaikböden an anderen Orten.

Eine bedeutende Rolle innerhalb der religiösen Gebräuche der keltisch-romanischen Bevölkerung kam den Matronen als Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttinnen zu, deren Kult vermutlich keltischen Ursprungs ist und von den zugewanderten römischen Bewohnern der Region schnell übernommen wurde.

Anders als die Tempelbezirke von Zingsheim und Nettersheim ist der "Heidentempel" bei Pesch ein offensichtliches Quellheiligtum gewesen, dessen gut erhaltener Brunnen besondere Verehrung genoss. Die Ausgrabungen erfolgten bereits vor und während des Ersten Weltkriegs; in den 1960er Jahren konservierte und rekonstruierte man die Tempelgrundrisse im heute sichtbaren Zustand. Das Heiligtum wurde Anfang des 5. Jahrhunderts zerstört, die Kultbilder zerschlagen - ob von kriegerischen fränkischen Invasoren oder von eifernden spätrömischen Christen, bleibt ein Rätsel. Pesch und Roderath sind die beiden Dörfer, die wir auf unserer Frühlingswanderung durch die nördliche Kalkeifel berühren.

In Pesch macht uns die Jakob-Kneip-Straße und erst recht der oberhalb des Ortes liegende Jakob-Kneip-Berg auf einen berühmten Bewohner aufmerksam, den aus dem Hunsrück stammenden Schriftsteller Jakob Kneip (1881-1958). Er geriet wegen seiner Verbundenheit mit dem Katholizismus ins Visier der Nationalsozialisten und suchte in Pesch 1941 ein inneres Exil. Unser Wanderweg führt am Eingang von Pesch am Dorffriedhof entlang, wo sich das Grab des Dichters befindet.

Es war keineswegs ein Zufall, dass sich ein weiterer Verfolgter des NS-Regimes im Jahre 1942 in Pesch niederließ: der Maler Otto Pankok (1893-1966), der seit 1933 als "entarteter" Künstler im Visier der Gestapo stand. Kneip vermittelte ihm ein Haus in Pesch, in dem bis kurz vor Kriegsende Hunderte von Kohlezeichnungen entstanden, die mit dem Wissen zahlreicher Dorfbewohner im Hohlraum unter der Bühne des Gasthofes versteckt wurden. Pankok blieb nach Kriegsende nicht in der Eifel, sondern zog 1946 mit seiner Familie an den Niederrhein.