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Verbraucher-TippsGas schlägt Kohle bei Stiftung Warentest

4 min

Der Testsieger: Weber Spirit E-320 Classic.

Gebackener Ziegenkäse mit frischen Feigen, knusprig-braunes, innen rosa-farbenes Rindersteak mit Grillkartoffeln und zum Dessert eine Eisbombe - alles vom Grill. Für solche kulinarischen Meisterleistungen braucht niemand einen Sternekoch zu engagieren. Mit etwas Übung, Zeit und geeignetem Grill schafft das jeder. Gute Grills gibt es sowohl für Holzkohle als auch für Gasbefeuerung. Im Test schneiden sieben der zwölf Grills gut ab, der Rest befriedigend. Die Stiftung Warentest hat Grills für Partys mit acht bis zehn Personen geprüft: von der einfachen Holzkohlewanne bis zum 800 Euro teuren Gasgrillwagen.

Typische Holzkohlenote

Gasgrills zünden auf Knopfdruck und erreichen meist nach 10 bis 15 Minuten Grilltemperatur. Kohlegrills dagegen brauchen naturgemäß länger, bis die Holzkohle mit einer weißen Ascheschicht überzogen und einsatzbereit ist. Wer sich an die Gebrauchsanleitungen hält, bleibt mitunter hungrig. Barbecook empfiehlt 15 Minuten Aufheizzeit. Nach dieser Zeit ist erst rund ein Drittel der Fläche heißer als 200 Grad Celsius. Die Kohlewannen von Dancook und Landmann heizen eine halbe Stunde oder länger auf und erreichen trotzdem nicht überall Grilltemperatur, sodie Warentester. Grund: Die empfohlene Kohlemenge füllt die Wannen nicht aus. Im Extremfall kommt die Wurst an einem Ende blass vom Grill. Thüros und Weber empfehlen noch weniger Kohle: 750 bis 850 Gramm. Damit hielt die Glut nur 30 bis 40 Minuten.

Gas Weber Spirit E-320 Classic Mittlerer Preis: 650 Euro Gesamtnote: gut (2,0)

Barbecook Brahma 4.0 Ceram Mittlerer Preis: 450 Euro Gesamtnote: gut (2,1)

Campingaz 3 Series RBS L Mittlerer Preis: 530 Euro Gesamtnote: gut (2,2)

Outdoorchef Auckland 4+ G Mittlerer Preis: 800 Euro Gesamtnote: gut (2,4)

Holzkohle Barbecook Major Black Go Mittlerer Preis: 189 Euro Gesamtnote: gut (2,4)

Weber Master Touch GBS Mittlerer Preis: 289 Euro Gesamtnote: gut (2,4)

Thüros II Mittlerer Preis: 410 Euro Gesamtnote: gut (2,5)

Den größten Einfluss auf das Gesamturteil hatte mit 40 Prozent die Kategorie Grillen. Darin bewerteten die Warentester Aufheizzeit, Temperaturen auf der Grillfläche, Regelung der Brenntemperatur, Gleichmäßigkeit der Bräunung des Grillguts sowie die Fähigkeit des Geräts, die Temperatur zu halten.

Darüber hinaus prüften sie die Handhabung (35 Prozent), Sicherheit (10 Prozent), Verarbeitung (5 Prozent) und Wetterbeständigkeit (10 Prozent) der Grills. Riesig ist die Spanne bei den abschließenden Gesamturteile nicht.

Kein Grill schnitt im Test schlechter ab als befriedigend (2,9), keiner besser als gut (2,0). Die Unterschiede beim Preis hingegen sind groß: Das günstigste Modell im Test, der Landmann Compact 700 Holzkohlegrill (2,7), kostet 100 Euro, der teuerste Gasgrill 800 Euro.

Ergebnisse aus dem Heft "test" der Stiftung Warentest, Ausgabe Juni 2014

Lauwarme Würstchen kennen Gasgrills nicht. Sie brennen etliche Stunden mit beeindruckenden Temperaturen: Der Barbecook schafft mit voller Leistung über 500 Grad Celsius. Das wäre heiß genug, um sämtliches Grillgut in Asche zu verwandeln. Hier braucht es wirksame Regler. Doch außer Weber heizen alle Gasgrills bei mittlerer Reglerstellung kräftig weiter. Erst bei niedrigster Stellung sinken die Temperaturen. Besonders die Regler des Campingaz erweisen sich als Plazebos: Zwischen höchster und niedrigster Stellung liegen gerade einmal 34 Grad Celsius. Ausweg: einen Brenner ausschalten oder die Haube öffnen. Für Geselligkeit, Würste und Nackensteaks reichen einfache, meist günstigere Holzkohlegrills: Kohle rein, anzünden, warten. Das Fleisch liegt meist direkt über der Glut und muss permanent gewendet werden, damit es nicht anbrennt. Fett und Marinade tropfen auf die Kohlen. Dicke Braten sind bei solchen Geräten fehl am Platz.

Sie würden beim deckellosen Grillen entweder verbrennen oder innen roh bleiben. Doch diese Nachteile spielen keine Rolle, wenn beim Grillen Geselligkeit im Vordergrund steht. Und in einem Punkt sind Kohlegrills ohnehin unübertroffen: Sie geben beim direkten Grillen die typische Holzkohlenote.

Nach dem Grillvergnügen bleibt das Reinigen. Für Gasgrills bedeutet das: Roste schrubben, Wärmeverteilerbleche und Fettauffangschalen abspülen. Praktisch: Fettige Teile des Campingaz dürfen in den Geschirrspüler. Kohlegriller müssen noch die Asche entsorgen. Beim Outdoorchef, Thüros und Weber fällt sie in einen Behälter, der sich bequem zum Müll tragen lässt. Der Aschetopf des Barbecook lässt sich nur mit großer Kraft abnehmen. Es besteht die Gefahr, den Inhalt zu verschütten. Die meisten Grills können im Garten oder auf der Terrasse stehen bleiben. Wind und Wetter schaden kaum. Nur der aus Edelstahl gefertigte Thüros zeigt Rostflecken am Kohlegitter und Aschebehälter. (td)