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GastrotippZeitreise in die Bohème am Belderberg in Bonn

3 min
Maria und Artur Prykhodchenko sorgen mit Anspielungen auf die Welt der Künste für ein ansprechendes Ambiente. Im Hintergrund laufen schwarz-weiß Filme aus der Zeit von Charlie Chaplin.

Maria und Artur Prykhodchenko sorgen mit Anspielungen auf die Welt der Künste für ein ansprechendes Ambiente. Im Hintergrund laufen schwarz-weiß Filme aus der Zeit von Charlie Chaplin.

Michael Sachse stellt die neuen Gastgeber des frisch eröffneten belgischen Restaurants vor.

Maria und Artur Prykhodchenko haben auf dem Bonner Belderberg ihr zweites Restaurant eröffnet. Seit anderthalb Jahren verwöhnen sie ihre Gäste bereits im Beueler Restaurant Bibliothek mit Speisen georgischer Herkunft. Damit haben die beiden ihr Potenzial aber offenbar noch nicht ausgeschöpft.

Ehepaar stammt aus der Ukraine

Jetzt schlägt das aus der Ukraine stammende Ehepaar mit der Gastrobar Bohème auf der anderen Rheinseite ein zweites gastronomisches Kapitel auf. Im Bonner Zentrum haben sie die Räumlichkeiten des ehemaligen Cafés „Kleiner Muck“ übernommen. Innerhalb von sechs Wochen haben die jungen Gastronomen das Lokal komplett umgestaltet und wie bereits zuvor in Beuel ein Ambiente mit bemerkenswertem Flair geschaffen.

Getreu dem Namen ihrer Gastrobar wurde bei der Gestaltung der Inneneinrichtung nicht mit Hinweisen auf die Bedeutung der Kunst für die Bohème gespart. Genres von der Malerei über die Literatur bis hin zu Musik, Theater und Film kommen zur Geltung. Schon in ihrem Restaurant Bibliothek beweisen die Gastgeber ihr Faible für die Literatur. Das setzt sich in der Innenstadt fort: Eine alte Schreibmaschine, ein gut gefülltes Bücherregal und ein grauer Ohrensessel spielen mit dem Thema. Eine kleine Staffelei, eine noch unberührte Leinwand und Pinsel sowie Farbtuben weisen den Weg zur Malerei. All diese Details werden von Möbeln im Vintage Stil und weiteren Details wie einem kleinen Holzofen oder einem Grammophon flankiert.

So sieht es in der Gastrobar Bohème aus.

So sieht es in der Gastrobar Bohème aus.

Das Herz des Hauses ist die Bar. Ein Spiegel reflektiert das Licht und ein großflächiges Plakat verweist auf die Oper La Bohème. Im hinteren Bereich laufen schwarz-weiß Filme aus der Blütezeit von Charlie Chaplin. Ein weiteres Argument für eine Visite ist der Innenhof, ein abgeschiedener Ort, an dem die Gäste umgeben von zahlreichen Pflanzen dem Trubel der Stadt entgehen können. Neben den Künsten darf auch das Kulinarische nicht zu kurz kommen. „Die Bohème war immer hedonistisch. Essen und Trinken sind damit unweigerlich verbunden“, betont Maria Prykhodchenko.

Belgische Spezialitäten stehen für genussvolles Essen. Damit orientieren sich die Gastgeber kulinarisch an einer Variante, die bislang in der Region wenig repräsentiert ist. „Wir sind viel durch Belgien gereist und haben uns dort inspirieren lassen“, unterstreichen die Prykhodchenkos. „Zudem sind wir überrascht, dass die belgische Küche hier bislang noch nicht repräsentiert wird.“

Auf der Premierenkarte entdecken wir Vorspeisen wie Garnelen und Avocado mit Limette, Koriander und Knoblauchöl (15,90 Euro), Austern mit Limette, Tabasco, Schalotten-Vinaigrette, Butter und Brot (drei Stück für 11,70 Euro) oder geröstete Paprika und Frischkäse mit Basilikum und einem Hauch Knoblauch (13,50 Euro).

Viele Details gibt es zu entdecken.

Viele Details gibt es zu entdecken.

Auch die Hauptgerichte können mit belgischen Spezialitäten aufwarten. Dazu zählen zum Beispiel Beef Tatar, Rind fein gewolft mit Kapern, Eigelb, Trüffel-Mayonnaise und belgischen Pommes (21,50 Euro) oder Stoofvlees, zart in belgischem Bier geschmortes Rind auf einer Kartoffelwaffel (32,50 Euro). Eine weitere landestypische Spezialität sind Garnelen-Kroketten, die mit Zitronenscheibe, hausgemachter Sauce und Salat für 24,50 Euro serviert werden.

Unter den Desserts dürfen Crème brûlée und belgische Waffel mit geschmolzener Schokolade, frischen Beeren, Sahne und Puderzucker (je 7,50 Euro) nicht fehlen. Wie es sich für ein belgisches Restaurant gehört, werden landestypische Biere ausgeschenkt. Zurzeit gibt es Leffe Blonde und Brune oder Grimbergen Blonde und Dubbel aus der Flasche. Bald soll belgisches Bier aber frisch gezapft werden.

Aktuell fließt schon Früh Kölsch vom Fass. Außerdem gibt es eine Auswahl an Cremant und Champagner, Weine von der Ahr (Weingut Kriechel) und Cocktails. Zum alkoholfreien Sortiment zählen hausgemachte Limonaden. Gastrobar Bohème, Belderberg 20, 53111 Bonn, dienstags bis donnerstags und sonntags 17 bis 22 Uhr, freitags und samstags 17 bis 23 Uhr. bohemebonn.com