Schon mehr als 9100 Verkehrssünder wurden bereits auf der Autobahn A 4 auf der Höhe Eifeltor in Köln erwischt.
Tausende VerkehrssünderNeuartige Blitzer auf der A4 in Köln erfassen viele Verstöße

Der "Blitzer" auf der A 4 in Höhe Eifeltor löst häufig aus.
Copyright: Vetro Verkehrselektronik
Zum ersten Mal setzt die Stadt bei „Blitzern“ zur Überwachung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf neuartige Anlagen, die mit Brennstoffzellen-Technik betrieben werden. Nun hat die Verwaltung auf Anfrage der Rundschau ein rundweg positives Fazit gezogen. „Die Anlagen laufen einwandfrei“, erklärte eine Sprecherin.
Bereits seit dem Sommer ist auf der Bundesstraße 55a, also dem Zubringer zur Autobahn stadtauswärts hinter der Zoobrücke, eine solche Anlage installiert worden. An dem Unfallschwerpunkt war es nicht möglich, eine Stromversorgung zu legen. Deshalb wurde bundesweit nach einem Unternehmen gesucht, das die unabhängige Versorgung mithilfe alternativer Technik sicherstellte. Bei der Firma Vetro Verkehrselektronik aus Wismar wurde man schließlich fündig. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt hatte das entsprechende System, das nun in Köln eingesetzt wird, erst im März 2025 zugelassen.
Gewicht und Geschwindigkeit
Dasselbe Unternehmen wurde dann auch beauftragt, eine Blitzanlage für die Überwachung der Baustelle auf der Autobahn A 4 am Eifeltor zu errichten. „Der Anlagentyp ähnelt dem auf der B55a, nur mit der erweiterten Funktion, dass hier zusätzlich das LKW-Fahrverbot auf gezielten Fahrspuren mit kontrolliert wird“, erklärte Vetro-Ingenieur Thomas Fabricius gegenüber der Rundschau.
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Notwendig wurde eine Gewichtskontrolle auf dem Autobahnabschnitt, weil nach der Einrichtung einer Verengung zahlreiche Unfälle passierten. Da die dortige Brücke marode ist, dürfen Lastwagen nur eine Spur benutzen. Viele registrierten das aber zu spät oder ignorierten die Vorschrift. Hinzu kam, dass die niedrige Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h auch von Autofahrenden meist nicht eingehalten wurde.
Jeden Tag fast 400 Verstöße
Seit dem 18. Dezember vergangenen Jahres sind diese nun in Betrieb. Jeden Tag wurden nach Angaben der Stadtverwaltung innerhalb der ersten 23 Tage fast 400 Verstöße registriert. In Fahrtrichtung Aachen seien es insgesamt 4108 gewesen, in Fahrtrichtung Olpe und Ausfahrt Eifeltor 5050 – insgesamt haben sich also innerhalb von noch nicht einmal einem Monat mehr als 9100 nicht an die Vorgaben gehalten, die aus Sicherheitsgründen erlassen worden waren.
Weil unklar ist, wie lange die Sanierung der Brücke dauern wird, mietet die Stadt Köln die Anlagen zunächst bis Ende Februar 2027. Die Kosten für alle Komponenten inklusive Wartung betragen bei einer Mietzeit von 15 Monaten rund 245.000 Euro – das sind rund 16.300 Euro pro Monat. Durch die zahlreichen Verstöße dürften sich die Kosten allerdings zumindest teilweise amortisieren, auch wenn zur Miete noch der Verwaltungsaufwand eingerechnet werden muss.
Auf der Zoobrücke soll auch bald wieder „geblitzt“ werden. Hier ist die Höchstgeschwindigkeit auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert worden, begründet auch hier durch Schäden am Brückenbauwerk. Es stellte sich als technisch herausfordernd dar, auf der Brücke neue Radargeräte zu installieren. Nach Auskunft der Stadtverwaltung soll das aber noch innerhalb der kommenden zwei Wochen geschehen.

