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Aus den NiederlandenDer Kölner Zoo bekommt einen neuen Chef

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Marc Damen ist künftiger Zoodirektor in Köln.

Marc Damen ist künftiger Zoodirektor in Köln.

Theo Pagel geht bald in den Ruhestand, sein Nachfolger kommt aus den Niederlanden. Der 54-Jährige war in einem aufwändigen Auswahlverfahren ausgesucht worden.

Beim Kölner Zoo beginnt mit dem kommenden Jahreswechsel eine neue Ära: Theo Pagel, Direktor und Vorstandsvorsitzender des Tierparks, geht in den Ruhestand und übergibt seine Ämter an Marc Damen aus Rotterdam. Der 54-Jährige war in einem aufwändigen Auswahlverfahren ausgesucht worden. Am Mittwochnachmittag gab der Aufsichtsrat des Kölner Zoos grünes Licht für die Personalie.

Der Niederländer Marc Damen ist in seinem Heimatland Direktor des Rates für Tierangelegenheiten und Berater unter anderem für Regierungsbehörden in den Niederlanden. Der studierte Zootechniker mit einem Abschluss als Diplom-Ingenieur arbeitete unter anderem als Kurator mit dem Spezialgebiet Säugetiere im „Burger´s Zoo“ in Arnheim. Zudem leitete er die Zodiac Zoos, einen Verbund von sechs mittelgroßen Tierparks in den Niederlanden. Von 2009 bis 2016 war er Vorstandschef des Zoos von Rotterdam und dort für eine umfassende Neustrukturierung verantwortlich.

International gesucht

„Wir hatten ein sehr breites und qualifiziertes Bewerberfeld mit vielen auch internationalen Interessentinnen und Interessenten“, erklärte Ralf Unna, Vorsitzender des Zoo-Aufsichtsrats und Leiter der Findungskommission, am Mittwochabend: „Das zeigt, welch große Reputation und Strahlkraft der Kölner Zoo weiter über die Grenzen der Region hinaus setzt.“

Damen war mit Unterstützung der Personalberatung RochusMummert in einem gut einjährigen Verfahren ausgewählt worden. Er wird nun wie üblich mit einem zunächst fünf Jahre dauernden Vertrag verpflichtet. „Mein erster Besuch im Kölner Zoo war 1988“, erinnert sich Damen laut einer Mitteilung des Tierparks. Seinerzeit habe der kürzlich verstorbene Direktor Gunter Nogge ihm das neue Gepardengehege gezeigt: „Seitdem bin ich dem Kölner Zoo eng verbunden und besuche ihn fast jedes Jahr.“

Er habe „mit großer Bewunderung und viel Respekt“ gesehen, wie Theo Pagel und sein Team den Kölner Zoo weiterentwickelt und transformiert hätten. Dabei habe die moderne Tierhaltung als auch der internationale Naturschutz im Mittelpunkt gestanden, so Damen: „In diesen Bereichen nimmt der Kölner Zoo weltweit eine Vorreiterrolle ein.“ Er freue sich darauf, diese Rolle gemeinsam mit allen Fachleuten aus allen Arbeitsbereichen des Zoos zu erhalten und weiter auszubauen.

„Hervorragender Tiergärtner“

Damen wird als Zoo-Chef die Führung der Institution gemeinsam mit Christopher Landsberg haben, der kaufmännischer Vorstand bleibt. Pagel wird im Monat Januar seinen Nachfolger noch einarbeiten, wird dann aber mit Vollendung seines 66. Lebensjahres in den Ruhestand gehen. „Ich beglückwünsche Marc, den ich schon aus seiner Zeit in Arnheim kenne und der ein hervorragender Tiergärtner ist“, hat Pagel die Personalie seiner Nachfolge kommentiert: „Er wird mit dem Kölner Zoo einen der führenden, wissenschaftlich geleiteten Zoologischen Gärten Europas übernehmen. Ich wünsche ihm bereits jetzt viel Freude und Erfolg in dieser wunderbaren Funktion.“

Pagel arbeitet seit 34 Jahren für den Kölner Zoo, seit 2007 ist er dort der Chef – sein Traumberuf, wie er stets betonte. Er war und ist in zahlreichen Gremien von Fachorganisationen aktiv, unter anderem als Präsident des Verbands der Zoologischen Gärten, als Mitglied im Council des Europäischen Zooverbands und sogar als Präsident des weltweiten Zooverbands WAZA, der 400 Tierparks vertritt. Pagel erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Landesverdienstorden.

Einsatz für Artenschutz

Als Zoodirektor hat er sich vielfältig für den Artenschutz sowie für eine artgerechte Tierhaltung eingesetzt. In seiner Amtszeit legte er einen Masterplan vor, nach dem die verschiedenen Tiere im Zusammenhang mit dem Kontinent ihrer Herkunft gezeigt werden sollen. Erste Schritte der Umsetzung waren beispielsweise der neu gestaltete Südamerika-Bereich sowie das europäische Areal, das den Eindruck eines bergischen Bauernhofes vermitteln soll. Eine „Magomba-Savanne“ wurde teilweise bereits fertiggestellt, das Regenwaldhaus modernisiert. Erst kürzlich wurde das Richtfest für ein neues Giraffenhaus gefeiert.

Neben vielen positiven Weichenstellungen gab es auch manche schwere Erfahrung für Pagel. Dazu zählte beispielsweise 2022 ein Feuer im Tropenhaus oder zehn Jahre zuvor ein Zwischenfall mit einem Tiger, der eine Pflegerin angegriffen hatte. Pagel selbst musste das plötzlich zur Gefahr gewordene Tier damals mit einem Schuss töten.