Auch 35 Jahre nach der Ermordung der 16-Jährigen in Poll führen TV-Fahndung und 30 Hinweise zu keiner heißen Spur. Ermittler wollen trotzdem nicht aufgeben.
Cold Case aus Köln„Aktenzeichen XY“ bringt keinen Durchbruch im Fall Seckin Caglar

Aktenzeichen XY ... Ungelöst
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Rückschlag für die Ermittler im über 35 Jahre zurückliegenden Mordfall „Seckin Caglar“: Auch nach der Ausstrahlung des tragischen Falls bei der ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ hat die Polizei keinen entscheidenden Hinweis bekommen. „Es ist keine heiße Spur dabei“, sagte der zuständige Mordermittler Markus Weber der Rundschau. Nach der Sendung habe es 25 bis 30 Hinweise aus der Bevölkerung gegeben. Zwei Hinweise davon seien etwas interessanter gewesen. Darum gehe es um Personen und Beobachtungen rund um das Verbrechen in Poll. Doch nach ersten Einschätzungen wurden diese Tipps aus der Bevölkerung die Ermittler bei der Suche nach der damals 16-Jährigen nicht weiterbringen.
Doch auch nach dem erneuten Rückschlag will das Cold-Case-Team rund um Mordermittler Weber nicht aufgeben. Möglicherweise werde die Polizei wieder in eine DNA-Reihenuntersuchung einsteigen und den Kreis der betreffenden Personen erweitern. Bei einem DNA-Reihentest gaben mehrere hundert Männer eine Speichelprobe ab, jedoch ohne Erfolg. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass der Täter bereits verstorben ist.
Die 16-jährige Seckin Caglar war am 16. Oktober 1991 auf dem Heimweg von ihrer Ausbildungsstelle aus der Straßenbahn gestiegen und verschwunden. Am nächsten Tag wurde ihre Leiche hinter einem Gebüsch nahe der Haltestelle im rechtsrheinischen Köln-Poll gefunden. Das Mädchen war vergewaltigt und erwürgt worden.
Besonders der Bruder der ermordeten 16-Jährigen, Basri Caglar, steht in engem Austausch mit Ermittler Markus Weber. „ Er ist traurig, dass die Sendung keinen Erfolg gebracht“, berichtete die Polizei.
Fall Caglar: Mörder bleibt ein Phantom
Für den Bruder der getöteten 16-Jährigen bleibt der Mörder seiner Schwester ein „Phantom“, wie Basri Caglar den Täter noch heute nennt. „Das war der Tag, an dem meine Kindheit kaputtgemacht worden ist“, schilderte der Bruder des Opfers, der zur Tatzeit acht Jahre alt war. Er bat mögliche Zeugen, die bisher vielleicht aus Angst geschwiegen haben, sich bei der Polizei zu melden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass damals keiner was gesehen oder gehört hat.“
Auch Weber bittet weiter um Mithilfe der Bevölkerung: „Möglicherweise erinnern sich Menschen an eine Person mit Kratzspuren oder anderen Verletzungen“. Diese Verletzungen könnte das Opfer dem Täter zugefügt haben. „Vielleicht ist er auch einige Tage danach nicht zur Arbeit gegangen.“
Hinweise in dem dramatischen Fall an die Kölner Polizei unter Ruf 0221 229-0.
