Am Freitag und Samstag legen Fahrerinnen und Fahrer die Arbeit nieder. Doch es gibt Mobilitätsmöglichkeiten. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Punkte zum Streik.
Freitag und SamstagWas KVB-Kunden zum Streik wissen sollten

Streik bei den KVB: Am kommenden Freitag und Samstag legen die Mitarbeiter die Arbeit nieder.Thomas Banneyer
Copyright: Thomas Banneyer
Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) streiken. Am kommenden Freitag und Samstag stehen die Bahnen und die Busse des Betriebs weitestgehend still. Erst am Sonntag nehmen die Mitarbeitenden im Fahrdienst ihre Arbeit wieder auf. Die Gewerkschaft will bessere Arbeitsbedingungen für die KVB-Mitarbeiter erkämpfen. Dafür wurde bereits Anfang Februar ein Streiktag eingelegt. Worauf sich die Fahrgäste dieses Mal einstellen müssen:
Fahren gar keine Bahnen und Busse mehr?
Die Stadtbahnen der KVB bleiben allesamt im Depot am Freitag, 27. Februar und Samstag, 28. Februar. Für Menschen, die auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sein, bleibt noch die Möglichkeit, den Regional- und S-Bahnverkehr der DB sowie die Angebote der Mittelrheinbahn zu nutzen. Bei den Bussen der KVB ist die Lage eine andere, weil der Verkehrsbetrieb auf einem nicht geringen Teil seiner Strecke mit Subunternehmen arbeitet, die nicht in den Streik eingebunden sind. In Kürze werden die KVB darüber informieren, wie sie die Subunternehmen an den Streiktagen einsetzt. „Diese Fahrten werden den Fahrgästen so bald wie möglich in der elektronischen Fahrplanauskunft angezeigt und zudem als Fahrplan-Tabelle auf der KVB-Website veröffentlicht“, sagt dazu ein KVB-Sprecher. Das KVB-Rad ist von dem Streik unberührt. Kunden mit einem KVB-Aboangebot können das Leihrad 30 Minuten lang kostenlos nutzen. Wer danach die Ausleihe erneut startet, erhält weitere kostenlose 30 Minuten.
Was ist mit den Linien jenseits der Stadtgrenze?
Die KVB kooperieren mit den Stadtwerken Bonn (SWB). Die Kooperation betrifft die Stadtbahnlinien 16 und 18, die über Wesseling und Hürth Bonn anbinden. Dort fahren auch Bahnen der SWB mit deren Mitarbeitenden. Weil auch die der Streikaufruf der Gewerkschaft umfasst, finden auch auf den Linien 16 und 18 keine Fahrten statt.
Alles zum Thema Kölner Verkehrs-Betriebe
- Busse und Bahnen Erste Warnstreiks am Niederrhein schon am Donnerstag
- Freitag und Samstag Was KVB-Kunden zum Streik wissen sollten
- Marode Brücken Bahnstrecke zwischen Köln-Süd und Hauptbahnhof 17 Monate gesperrt
- Erfolg für die KVB Deshalb wird in Köln wieder mehr Bahn gefahren
- Weiterer Schritt Pläne für neue Rheinbrücken werden konkreter
- Streit um Tarifvertrag Verdi bestreikt REVG im Rhein-Erft-Kreis
- KVB-Streik Stillstand bei Bussen und Bahnen am Freitag und Samstag
Betrifft der Streik auch die KVB-Kundencenter?
Die Fahrgäste werden an den beiden Streiktagen nicht die Möglichkeit haben, sich in den Service-Anlaufstellen über die noch möglichen Busfahrten oder andere Aspekte des Streiks zu informieren: „Die Kundencenter und die Verkaufsstelle der KVB bleiben geschlossen“, sagt der Sprecher.
Gilt die Mobilitätsgarantie?
Die KVB-Mobilitätsgarantie erstattet Kosten für alternative Verkehrsmittel bei Verspätungen oder Ausfällen von Bus und Bahn ab 20 Minuten, jedoch seit 2025 nicht mehr für Fahrdienste wie Uber oder Bolt. Allein 2022 mussten die KVB über die Garantie rund 155.000 Euro zahlen. Doch einen Streik wertet der Betrieb als „höhere Gewalt“. An den beiden Streiktagen gilt die Mobilitätsgarantie deshalb nicht.
Warum wird auch an einem Samstag gestreikt?
Ein Novum ist das nicht, dennoch ist eine Bestreikung der KVB an einem Wochenendtag eher selten. Reagiert die Gewerkschaft damit auf den Umstand, dass Berufspendler durch Homeoffice den Streikauswirkungen nunmehr besser aus dem Weg gehen können, während ein Streik an einem Samstag die Freizeitaktivitäten trifft?
Frank Michael Munkler von Verdi Köln-Bonn-Leverkusen verneint vehement. „Wir wollen mit dem Streik nicht die Bürgerinnen und Bürger unter Druck setzen, sondern die Arbeitgeber“. Und ein Samstag sei ein einnahmenstarker Tag für den Verkehrsbetrieb, darum schmerze der Streik an diesem Tag die Arbeitgeber mehr. „Zudem wollen wir dadurch deutlich machen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen auch an den Wochenenden arbeiten müssen. Auch ein Sonntag wäre darum mal als Streiktag denkbar“, so Munkler.

