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Hohenzollernbrücke Stadt will weitere Gelder für Planung der Rampe freigeben

Rampe am Hbf

Die Stadtverwaltung forciert die Pläne einer Fußgänger- und Radfahrerrampe für einen barrierefreien Übergang von der Hohenzollernbrücke zum Breslauer Platz vor dem Hauptbahnhof.

Köln – Die barrierefreie Rampe für Fußgänger und Radfahrer von der Hohenzollernbrücke zum Breslauer Platz hinter dem Hauptbahnhof rückt näher. Die Stadtverwaltung will sich noch im April von den politischen Gremien das Okay für 220.000 Euro für die weitere Planung holen, dabei handelt es sich um die sogenannte Variante eins von vier Möglichkeiten.

Wie berichtet, sieht sie eine 140 Meter lange und 4,50 Meter breite Rampe vor. Sie senkt sich zum Breslauer Platz hin ab und überwindet einen Höhenunterschied von 6,75 Metern (siehe Grafik). Laut Stadt sind die anderen Varianten ungeeignet, unter anderem wegen des Denkmalschutzes der Brücke.

Baustart frühestens 2019

Wenn die Planung abgeschlossen ist, soll der finale Baubeschluss folgen. Das zuständige Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau geht von einem Baustart frühestens 2019 aus und schätzt die Gesamtkosten grob auf 1,35 Millionen Euro, weist aber auf eine mögliche Steigerung von bis zu 40 Prozent bis zum Baubeschluss hin. Die Betriebskosten für die vorgesehenen vier Jahre lassen die Summe auf 2,08 Millionen Euro steigen. Denn es handelt sich bei der Rampe nur um eine Lösung auf Zeit.

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Durch die Rampe erhofft sich die Stadt einen jährlichen Anstieg im Norden auf 1,5 Millionen Fußgänger und eine Million Radler.

Durch die Rampe erhofft sich die Stadt einen jährlichen Anstieg im Norden auf 1,5 Millionen Fußgänger und eine Million Radler.

Eine dauerhafte Lösung verhindern derzeit die Ausbaupläne der Deutschen Bahn: Das Unternehmen will die Gleise der S-Bahnen auf der Nordostseite des Hauptbahnhofs erweitern. Die Stadt rechnet aber nicht mit einem Baubeginn vor 2023.

Der Hintergedanke: Jetzt etwas Dauerhaftes bauen und später abreißen, ist wenig sinnvoll. Deshalb will sie die Zeit mittels Rampe überbrücken, sie soll möglichst während des mindestens zweijährigen Gleisausbaus stehen bleiben – geht das nicht, muss die Stadt sie abreißen. Christoph Schmidt, Chef des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs Köln, sagt: „Das hört sich nach einer guten Lösung an.“

Nadelöhr für Fußgänger und Radfahrer

Aktuell hat sich vor allem der Fuß- und Radweg auf der Südseite der Hohenzollernbrücke zum Nadelöhr entwickelt, „das ist eine Qual, weil es Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern gibt“, sagt Schmidt. Das Problem: Die Radler können zwar die weniger stark genutzte nördliche Brückenseite befahren, stehen aber auf der linken Rheinseite vor einem Dilemma. Dort gibt es nur eine alte Treppe am Brückenkopf, über eine Schiene müssen Räder nach oben oder unten geschoben werden. Vor allem für mobilitätseingeschränkte Personen ist das schwierig.

Das hat Folgen: Die Südseite nutzen laut Erhebung hochgerechnet 3,1 Millionen Fußgänger und eine Million Radfahrer pro Jahr. Auf der Nordseite sind es nur 350.000 Fußgänger (rund elf Prozent im Vergleich zum Süden) und 210.000 Radler (rund 21 Prozent) – also deutlich weniger.

Nutzeranstieg durch Messe-City und Tourismus

Durch die Rampe erhofft sich die Stadt einen jährlichen Anstieg im Norden auf 1,5 Millionen Fußgänger und eine Million Radler.

Perspektivisch gesehen geht sie mittelfristig – also in drei bis sechs Jahren – auf der Südseite von einer Verdopplung der Nutzer aus, im Norden von einer Verzehnfachung. Unter anderem das Büroquartier Messe-City nennt die Stadt als Grund, zudem die vielen Touristen. Sie fürchtet, dass „der verkehrliche Nutzen für Alltagsradler und zu Fuß Gehende weiter eingeschränkt wird“ – und eben das soll die Rampe verhindern.