S-Bahnnetz RheinlandDB Regio modernisiert S-Bahnzüge für Köln und die Region

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Fahrzeugpräsentation S-Bahn ET424 Redesign am 22.04.2024 im S-Bahn Werk Nippes:
Oliver Wittke, Vorstandssprecher Verkehrsverbund Rhein-Ruhr;
Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW;
Stephan Santelmann, Verbandsvorsteher go.Rheinland;
Ascan Egerer, Beigeordneter für Mobilität der Stadt Köln;
Michael Vogel, Geschäftsführer go.Rheinland;
Harmen van Zijderveld, Vorstand DB Regio Schiene;

Präsentierten die modernisierte S-Bahn in der Werkshalle in Köln-Nippes: u.a. NRW-Verkehrs- und -Umweltminister Oliver Krischer (2.v.l.), Michael Vogel, Geschäftsführer go.Rheinland (3.v.r.).

Die Verkehrsverbünde go.Rheinland und Rhein-Ruhr beauftragen die DB Regio, Investitionen von 350 Millionen Euro vorzunehmen. Damit sollen bis 2026 insgesamt 123 S-Bahnzüge modernisiert werden.

Großer Bahnhof am Montagnachmittag im S-Bahn-Werk in Köln-Nippes: Die Verkehrsverbünde go.Rheinland und Rhein-Ruhr (VRR) luden zusammen mit der Deutschen Bahn zur Präsentation eines „redesignten, gebrauchten S-Bahn-Zuges“ in die Werkhalle an der Longericher Straße 200 ein. Insgesamt 24 Züge der Baureihe „ET 424“, die noch bis Sommer 2022 bei der S-Bahn Hannover im Einsatz waren, sollen die S-Bahn-Flotte für das Rheinland und das Ruhrgebiet bis Ende der 2020er Jahre sukzessive verstärken, so die Pläne der Landespolitik und der betreffenden Verkehrsverbünde.

S-Bahn-Modernisierung in Köln: Viel Tamtam am Bahnsteig

Mit viel Tamtam wurde die von einer Jury des „German Design Award“ gelobte S-Bahn-Modernisierung am Montag zelebriert – mit ohrenbetäubender Musik und viel Nebel fuhr der „neue“ Zug ein. Das gewohnte Rot ist einem dunklen Silber-Grau gewichen. Nur vorne und hinten ist die gewohnte rote Signalfarbe geblieben. „Durch die auffällige rot-silbrige Außenlackierung soll der Fahrgast die neu gestalteten Züge erkennen“, erläuterte Harmen van Zijderveld, Vorstand bei DB Regio Schiene. Wichtiger allerdings sei, dass man durch teilweise Entkernung der Fahrzeuge mehr Platz für Fahrräder, Rollstühle, Kinderwagen und Gepäck geschaffen habe. „Große moderne Displays informieren die Fahrgäste detaillierter über die Fahrt. Zudem könne man auf W-Lan und USB-Steckdosen zugreifen, führt van Zijderveld weiter aus.

Bei den 24 modernisierten S-Bahnen aus Hannover soll es nicht bleiben: Hinzu kommen noch insgesamt 99 S-Bahnen der Baureihen „ET 422“ und „ET 423“, die bereits aktuell im Kölner Netz fahren. Diese werden ebenfalls in den kommenden Jahren nach dem beschriebenen Vorbild modernisiert, wie DB-Regio-Vorstand mitteilte. Das gesamte Investitionspaket umfasst rund 350 Millionen Euro mit dem die Verkehrsverbünde die Deutsche Bahn nun vertraglich beauftragt haben.

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Neue Züge ab 2030 geplant

Sowohl go.Rheinland-Geschäftsführer Michael Vogel als auch VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke hoben hervor, dass man von dieser Investition einen „deutlichen Qualitätssprung erreichen werde“. „Mehr Komfort und eine größere Verlässlichkeit im Betrieb sorgen dafür, dass die Fahrgäste in den S-Bahnen besser reisen“, so Wittke. Die modernisierten Züge sollen dann bis Ende der 2020er Jahre fahren.

„Danach werden komplett neu gebaute S-Bahnen etwa ab 2030 die älteren Züge ablösen“, blickte go.Rheinland-Chef Vogel bereits voraus. Noch in diesem Jahr wolle man gemeinsam mit dem VRR den Herstellerauftrag vergeben. Der Kölner Verkehrsdezernent Ascan Egerer hob bei der Präsentation hervor, dass eine moderne S-Bahn ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt Köln sei. „Hunderttausende Pendler nutzen die S-Bahn täglich. Mobilität in hoher Qualität hat für die Wirtschaft der Stadt und für die Fahrgäste in Köln und der Region daher eine große Bedeutung“, so Egerer weiter.

NRW-Landesverkehrs- und Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) appellierte an alle Beteiligte, die Mobilität in den kommenden zehn Jahren so aufzustellen, dass der öffentliche Personennahverkehr einen viel größeren Anteil einnehme, dass die Verlässlichkeit, Pünktlichkeit deutlich verbessert und zudem eine höhere Taktdichte erreicht werde. Denn dann werden die Menschen vom Auto auf die Netz-Angebote der Schiene wechseln. „Dazu benötigen wir massive Investitionen in die Infrastruktur der Schiene und insbesondere in den Bahnknoten Köln, der eine herausragende Rolle spielen wird“, so Krischer.


Neue S-Bahnen sind für viele Bahnhöfe zu niedrig

Trotz der neu gestalteten Innenräume der Züge vom Modell „ET 424“ - mit mehr Platz für Gepäck, Kinderwagen, Fahrräder und Rollstühle - müssen sich die Fahrgäste darauf einstellen, dass sie unter anderem am Kölner Hauptbahnhof eine Stufe von 20 Zentimetern hoch zum Bahnsteig oder nach unten in den Zug überwinden müssen. Wie der stellvertretende Sprecher von go.Rheinland Benjamin Jeschor gegenüber der Rundschau erläuterte, müsse dieser Höhenunterschied, wenn nötig, mit Rampen im Zug oder an den Bahnhöfen ausgeglichen werden. Dazu könne man dies bei der Bahn vorher anmelden oder dem Zugbegleiter Bescheid geben. „Dieses Problem ist nicht neu, denn die Höhenniveaus der Bahnsteige variieren zwischen 76 und 96 Zentimetern“, so Jeschor.

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