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Kurioser DiebstahlIndigener Schädel an Kölner Uni wieder aufgetaucht

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Der verschwundene Schädel aus Anatomie der Universität Köln ist wieder aufgetaucht (Symbolbild)

Der verschwundene Schädel aus Anatomie der Universität Köln ist wieder aufgetaucht (Symbolbild)

Ende 2025 wurde ein menschlicher Schädel aus der Anatomie der Universität Köln entwendet. Nun ist er wieder aufgetaucht. Die Polizei sucht nach der Person, die ihn im Uni-Gebäude zurückgelassen hat.

Wendung in einem bizarren Kriminalfall: Der zwischen Oktober und Dezember 2025 aus der Universität Köln gestohlene Schädel eines indigenen Australiers ist wieder aufgetaucht. Eine Mitarbeiterin hatte ihn am Montagmorgen in einer Decathlon-Tragetasche im Untergeschoss des Universitätsgebäudes entdeckt – nicht weit entfernt von dem Lagerraum, aus dem er ursprünglich entwendet worden war. Dies teilte die Kölner Polizei am Dienstagnachmittag mit. Kehrte der Täter zum Tatort zurück und brachte das wertvolle Diebesgut wieder? Plagte den Dieb ein schlechtes Gewissen, oder konnte der Schädel auf dem Markt nicht verkauft werden? Die Ermittler sind noch am Anfang der Recherchen und bitten nun um Hinweise zu der Person, die die Tüte im Universitätsgebäude abgestellt hat. Hinweise nimmt die Polizei unter Ruf 0221 229-0 entgegen. Ob es an dem Abstellort eine Überwachungskamera gibt, die den Mann mit der Decathlon-Tüte zeigt, wurde nicht mitgeteilt.

Lange Forschung nach der Herkunft

Der Schädel gehörte seit den 1950er Jahren zur Sammlung des anatomischen Zentrums. Dieses war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden und wurde danach wieder aufgebaut. Die Universität hatte die Schädel aus Australien von einem deutschen Händler erworben. Schon vor mehreren Jahren begannen die Wissenschaftler der Universität zu Köln damit, nach der Provenienz der ausländischen Präparate zu forschen, um sie wieder zurückzugeben.

In detektivischer Fleißarbeit wurde die Herkunftsgeschichte der menschlichen Präparate rekonstruiert. Die Dokumentation aller 18 Anschauungsobjekte erschien 2021 und wurde dem Register für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten zur Verfügung gestellt. Im Dezember 2025 stand eine feierliche Übergabezeremonie im Forum der Medizinischen Fakultät auf dem Programm. Staatliche Repräsentanten Australiens und Mitglieder der First Nations waren angereist, um von Vertretern der Uni Köln die Schädel von drei indigenen Australiern in Empfang zu nehmen — doch einer fehlte. Professorin Beatrix Busse, Prorektorin für Lehre und Studium, musste die Gäste über den Diebstahl aufklären. Nun die gute Nachricht für die Uni.