Ganz vorne dabei sein beim Rosenmontagszug durften die Gewinner des Ehrenpreises der Rundschau.
„Jeck met Hätz“So erlebten die Gewinner den Rosenmontagszug

Die Gewinner (v.l.n.r.) Herbert Radke, Katja Funken und Friedrich Schlichting
Copyright: Nabil Hanano
„Und immer schön Zähne putzen.“ Wenn Friedrich Schlichting seine Kamelle verteilt, gibt es häufig noch einen gut gemeinten Ratschlag dazu. Unermüdlich steckt der 86-Jährige Gummibärchen, Brausebonbons oder Colafläschchen in ausgestreckte Hände am Weg des Rosenmontagszugs. Im bunten Köln-Frack geht Schlichting zusammen mit den beiden weiteren Gewinnern des Rundschau-Preises „Jeck met Hätz“ – Katja Funken und Herbert Radke – ganz vorne mit im Rosenmontagszug.

Auf Tuchfühlung zu den Kindern ging Katja Funken.
Copyright: Nabil Hanano
Besondere Ehre zum 80. Geburtstag der Rundschau
Alle drei sind Karnevalisten durch und durch. Wegen ihrer ehrenamtlichen Verdienste um die fünfte Jahreszeit haben sie die begehrte Ehrenamtsauszeichnung der Rundschau gewonnen. Und nicht nur das: Weil die Rundschau in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiert, hat es das Festkomitee ermöglicht, dass die Drei den Rosenmontagszug anführen dürfen. Noch vor dem Ehrenamtschor laufen die Gewinner. „Wir haben reichlich Kamelle“, stellt Schlichting zufrieden fest. Also wird mit vollen Händen gegeben und geworfen. „Heute merkt man erst mal, wie viele Leute man kennt“, sagt Herbert Radke. „Herbert, Herbert“-Rufe hallen genauso immer wieder vom Straßenrand wie „Friedrich, Friedrich“ oder „Katja, Katja“. Auf der Schildergasse freut sich Katja Funken, die drei karnevalistische Tanzgruppen trainiert, besonders. „Das war ein Kind aus meiner Tanzgruppe“, erklärt sie, nachdem sie Kamelle in einen Beutel gegeben und eine Mutter herzlich umarmt hat.

Kamelle für die Schlümpfe verteilt Herbert Radke
Copyright: Nabil Hanano
Ihre Ehrenamtsspange trägt Katja Funken stolz an einem weißen Schal. „Ich habe überlegt, ob ich sie festnähe“, gibt sie zu. Auch Friedrich trägt seine Auszeichnung würdevoll am Revers. „Ich habe die Ehrenspange extra nicht drangemacht, damit ich sie nicht verliere“, erklärt Herbert Radke.
Alles zum Thema Rosenmontag
- Erste Bilanz Polizei mit Verlauf von Rosenmontag bisher zufrieden – Beamtin begeistert mit Tanzeinlage
- Karneval Jecken trotzen am Rosenmontag in Rhein-Erft dem Nieselwetter
- Rosenmontagszug Fröhliche Gärtner und Wandersleut ziehen durch Winterscheid
- Rosenmontagszug Kamellejunkies und Rotkäppchen verzaubern in Much
- Neunkirchen 680 Jecke trotzten dem Schneeregen
- „Jeck met Hätz“ So erlebten die Gewinner den Rosenmontagszug
- Rosenmontag Mehr Jecke, viel Musik und Harmonie in Troisdorf-Spich

Friedrich Schlichting verteilt Kamelle an Pippi Langstrumpf
Copyright: Nabil Hanano
Als Bagagemann war er schon ein paarmal mit dabei im Rosenmontagszug. Wenn angepackt werden muss, ist der 60-jährige Karnevalist immer zur Stelle. „Heute laufe ich einfach mal mit und winke in die Kamera. Sehr, sehr schön ist das!“, sagt Herbert Radke. „Ganz vorne mitzugehen ist toll“, findet auch Katja Funken. Ein weiterer Vorteil der Poleposition: „Dann kann ich später noch den ganzen Zug gucken.“

Stimmung beim Werfen der Kamelle
Copyright: Nabil Hanano
Alle drei Karnevalisten berichten von den „unglaublich vielen“ Glückwünschen, die sie als „Jeck met Hätz“-Gewinner erhalten haben. „Das Telefon hat gar nicht mehr stillgestanden“, sagt Friedrich Schlichting.
Duschhaube als Regenschutz für den Zylinder
Dass er ein Karnevals-Profi ist, wird deutlich, als der erste Regenschauer aufzieht. Im Nu hat er seinen roten Zylinder mit einer Duschhaube geschützt. „Der Hut ist ja bloß aus Pappe“, erklärt Schlichting. Und die Fotos, die er an seine Tochter und die Enkel in den USA schicken möchte, sollen ja schließlich keinen durchgeweichten Hut zeigen. „Wer weiß, vielleicht druckt der Philadelphia Inquirer sogar ein Foto ab“, sagt Schlichting.

Strahlen um die Wette: Katja Funken mit Jecken
Copyright: Nabil Hanano
Immer wieder werden die Jecken an den Tribünen und vom Zugwegrand gefeiert. Auch nach Stunden reißen sie euphorisch und glücklich die Arme zum Alaaf in die Höhe. Das Bad in der Menge beflügelt. Schlichting wusste von Anfang an: „Es wird anstrengend sein. Zum Schluss werden wir erschöpft sein, aber voller Glückshormone.“
