Jubiläum in KölnAls vor 100 Jahren der Sportpark Müngersdorf gegründet wurde

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Luftbildaufnahme der Sportareals in Müngersdorf aus dem Jahr 1928. Die Hauptkampfbahn befindet sich mittig, ganz links ist das Schwimmbad mit 100-Meter-Bahn zu sehen, rechts das Radstadion.

Luftbildaufnahme der Sportareals in Müngersdorf aus dem Jahr 1928. Die Hauptkampfbahn befindet sich mittig, ganz links ist das Schwimmbad mit 100-Meter-Bahn zu sehen, rechts das Radstadion.

Die Fans des 1. FC Köln wollen gegen Hoffenheim das Jubiläum des Kölner Stadions zelebrieren. Vor 100 Jahren wurde die erste Kölner Kampfbahn von Konrad Adenauer eingeweiht. Es folgte ein ganzer Sportpark - ein visionärer Plan.

Im Grunde hätten sich alle Besucherinnen und Besucher der neuen Hauptkampfbahn in Müngersdorf nach der feierlichen „Weihrede“ von Oberbürgermeister Konrad Adenauer sofort zu Kniebeugen und Liegestützen herablassen müssen. „Der großen Kölner Turn- und Sportgemeinde übergibt heute die Stadt Köln durch meine Hand diese Felder zum ehrlichen Spiel, zur frischen Arbeit, zum frohen Kampf“, verkündete Adenauer und ergänzte seine Vorstellung: „Nicht müßigem Tun, nicht eitlen Spielern sollen diese Plätze dienen, der zielbewussten Stählung des Körpers und des Geistes seien sie geweiht.“ Am 16. September 1923 war das – vor genau 100 Jahren.

Aus den Festungsgürteln wurden wurden Grünzüge

Die Preußen hatten im 19. Jahrhundert einen inneren und einen äußeren Festungsgürtel um Köln gelegt. Nach dem verlorenen ersten Weltkrieg schrieb der Versailler Vertrag die Umwandlung militärischer Anlagen in zivile Nutzung vor. Die Kölner Stadtführung um Adenauer entscheidet sich gegen Wohnungsbau und für die Anlage von innerem und äußerem Grüngürtel. Und zum Bau eines 80 Hektar großen Sportparks in Müngersdorf, die Kosten betrugen damals 15,4 Millionen Reichsmark. „Damit wurde ein weitläufiges Naherholungsgebiet geschaffen, in das sich der Sportpark als gestaltete Natur harmonisch einfügte“, sagt Dr. Ansgar Molzberger vom Institut für Sportgeschichte der Deutschen Sporthochschule.

Das Foto aus dem Rundschau-Archiv zeigt wohl die Generalprobe zur Eröffnung des zweiten Stadionbaus 1975.

Das Foto aus dem Rundschau-Archiv zeigt wohl die Generalprobe zur Eröffnung des zweiten Stadionbaus 1975.

Das Stadionbad, das damals noch über eine 100-Meter-Bahn verfügte, hat in diesem Jahr bereits Jubiläum gefeiert, die meisten Menschen dieser Stadt verbinden mit dem Sportpark jedoch das Kölner Stadion. Die heutige Arena ist dier dritte Stadiongeneration in Müngersdorf. Die erste Hauptkampfbahn sollte zur Fußball-WM 1974 durch das neue Müngersdorfer Stadion ersetzt werden. Der Bau wurde jedoch erst ein Jahr später fertig. Das Rheinenergie-Stadion wurde schließlich für die WM 2006 gebaut - und rechtzeitig fertig.

Als „europaweites Musterbeispiel eines modernen Sportparks“ bezeichnet Sporthistoriker Dr. Ansgar Molzberger die weitläufige Anlage. Im Jahr 1926 wurde Köln Austragungsort der Deutschen Kampfspiele, zwei Jahre später folgte das Deutsche Turnfest mit 200 000 Teilnehmenden. Das eigentliche Ziel war die Ausrichtung der Olympischen Spiele 1936 — diese fanden schließlich in Berlin statt. Wenn der 1. FC Köln am heutigen Samstag die TSG Hoffenheim empfängt, wollen die Fans ein wenig Nostalgie entfachen. Schon vor Tagen erfolgte der Aufruf, alle Fans mögen in weißer Kleidung ins Stadion kommen. Außerdem werden Tickets in historischem Stil angeboten.

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