Der Kölner Künstler H.A. Schult verlegt sein berühmtes Flügelauto bis Ende 2026 vom Zeughaus zur Deutzer Brücke.
„Die Statik ist geprüft“Flügelauto kommt an die Deutzer Brücke

Das Flügelauto schwebt bald vom Stadtmuseum in Richtung Deutzer Brücke.
Copyright: Thilo Schmülgen
Künstler H.A. Schult ist bestens gelaunt: „Der neue Platz ist viel besser. Beim alten Standort müssen sich die Menschen immer so verrenken.“ Schult spricht über das Flügelauto, das eine neue Heimat bekommt. Nach Angaben des weithin bekannten Künstlers ist der neue Ort fix. Der Turm des Maritim-Hotels am Heumarkt sein – direkt an der Deutzer Brücke soll der neue Ort sein.
„Die Statik ist geprüft“, sagte Schult am Donnerstag im Gespräch mit der Rundschau. Das sei im Vorfeld das Hauptproblem gewesen. Die Beteiligten an dem ehrgeizigen Umzugsprojekt hätten im Stillen an der Realisierung gearbeitet und grünes Licht gegeben. Noch in diesem Jahr soll das Auto umziehen.„Wir haben alle an einem Tisch gesessen. Es wird so gemacht“, sagte Schult bereits im November 2025 und war schon im Herbst zuversichtlich, dass die Bürger an der Deutzer Brücke einen neuen Blickfang haben. „Damit können die Menschen bei der Fahrt über die Zoobrücke meine Weltkugel auf dem DEVK-Gebäude sehen und nun das Flügelauto auf der Fahrt über die Deutzer Brücke in die Stadt“, freut sich Schult.
Künstler hat Lieblingstermin
Doch bis dahin muss noch einiges geschehen. Das Kunstwerk mit den Flügeln muss noch vom Stadtmuseum behutsam heruntergeholt werden. Der Lieblingstermin für die Aktion wäre für den Künstler der 26. April 2026. Doch abschließend entschieden ist der Zeitpunkt noch nicht: „Es kann auch ein paar Wochen später werden“. Auf jeden Fall müsste das Auto im Atelier vom Rost befreit werden. Bei einem in die Jahre gekommenen Auto würde man sagen: Der Wagen muss untersucht werden und eine neue TÜV-Plakette bekommen. „Danach können ihn Touristen aus aller Welt im neuen Glanz fotografieren“, freut sich Schult.
Alles zum Thema Ausflug Köln
- Zohan, Prija und Reeva Löwenbabys erkunden ihre Welt im Kölner Zoo
- 75 Jahre Kiepenheuer & Witsch Ein Verlag feiert seine Geschichte
- Rücklagen „bald aufgezehrt“ Der Kölner Dom nimmt künftig Eintritt
- „Die Statik ist geprüft“ Flügelauto kommt an die Deutzer Brücke
- Freunde des Museum Luwig in Köln „So eine Situation birgt natürlich auch Chancen“
- Isländischer Sänger Ásgeir in Köln „Ich ziehe die Natur der Großstadt vor“
- Sport für alle NRW startet Inklusions-Offensive zur Olympia-Bewerbung
Die Geschichte über das Flügelauto hat viele Facetten. Die Stadt Köln hatte im Sommer 2025 aus statischen Gründen angekündigt, das Flügelauto vom Turm des Zeughauses entfernen zu lassen. Ein Gutachten bescheinigt dem Treppenturm erhebliche bauliche Mängel, die langfristig ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten. Das Flügelauto, das bereits 2005 und 2012 für Reparaturen vom Turm abgenommen wurde, ist ebenfalls marode und muss saniert werden. Laut dem Gutachten, bei dem Treppenturm und Kunstwerk untersucht wurden, sind an dem Fiesta „Karosserieteile teils stark korrodiert mit Blattrostbildung und punktuellen Durchrostungen“.
Das Wageninnere sei stark mit Vogelkot verschmutzt, einzelne Teile habe man deshalb nicht prüfen können. Die Gutachter empfehlen eine Instandsetzung. Das Kunstwerk hat eine wechselvolle Geschichte. Das Flügelauto entstand 1989 im Rahmen einer Kunstaktion von HA Schult und Elke Koska. Als Basis diente dabei der in Köln produzierte Ford Fiesta. Das Kunstwerk stand zunächst auf dem Turm des Stapelhauses in der Altstadt, bis der damalige Direktor des Stadtmuseums, Werner Schäfke, es 1991 auf den Turm des Zeughauses holte. Der damalige RP Franz-Josef Antwerpes war kein Freund des Autos und versuchte bis zu seinem Ruhestand 1999 vergeblich, das Flügelauto vom Zeughaus zu verbannen.
