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Hohenzollernring in KölnGroße Kundgebung gegen Rassismus am Samstag

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Unterstützer von Arsch Huh und Köln stellt sich quer.

Unterstützer von Arsch Huh und Köln stellt sich quer. 

„Arsch Huh“ und „Köln stellt sich quer“ planen eine große Demo in Köln.

Die beiden Initiativen „Arsch Huh“ und „Köln stellt sich quer“ haben sich bewusst den 21. März für ihre Veranstaltung ausgesucht: Es ist der internationale Tag gegen Rassismus, der in diesem Jahr unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde“ steht. „Dafür stehen wir“, sagt Marie Knäpper aus dem Arsch Huh-Vorstand. „Für eine bunte und offene Gesellschaft.“

Am Samstag haben „Köln stellt sich quer“ und „Arsch Huh“ zu einer Demonstatration und einer Kundgebung eingeladen. Beginn ist um 13 Uhr auf dem Sudermannplatz im Agnesviertel mit einem Grußwort von OB Torsten Burmester, dann zieht der Demonstrationszug über die Ringe bis zum Hohenzollernring. Dort gibt es ab 14 Uhr eine Kundgebung.

Hasskommentare gegen Arsch Huh

„Wir wollen den Kölnerinnen und Kölnern die Chance geben, Flagge zu zeigen für Demokratie und Gerechtigkeit“, sagt Dr. Witich Roßmann, Kölner DGB-Chef und Mitglied im Bündnis „Köln stellt sich quer“. „Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die Afd, gegen Rassismus und die gereizte und agressive Stimmung in der Gesellschaft.“ Roßmann sprach auch den Fall der sogenannten Brandmauer in der Europapolitik an: Die CDU/CSU-Fraktion im Europaparlament soll eng mit AfD und anderen Rechten zusammengearbeitet haben. Dabei ging es offenbar auch um härtere Migrationsgesetze. „Dagegen müssen wir als Gesellschaft aufstehen.“

Auch wenn die Kölner Brandmauer noch stehe, gebe es auch hier Institutionen, die sich bedroht sehen, sagte Brigitta von Bülow, Sprecherin des Bündnis „Köln stellt sich quer“. Auch die Initiative Arsch Huh habe in der Vergangenheit mit Hasskommentaren zu tun. „Wir lassen uns aber nicht entmutigen“, sagt Marie Knäpper.

Musik von Miljö und der Offenen Jazz Haus Schule

59 Organisationen unterstützen die Veranstaltung, einige sind auch im Programm der fast dreistündigen Kundgebung vertreten. Dazu gehört auch das Schauspiel Köln. Intendant Kay Voges werde ein Teil seines Ensembles mitbringen, teilten die Veranstalter mit. Auf dem Programm stehen auch iranische und kurdische Redner und Rednerinnen, sowie die Kölner Journalistin Nada Assaad, die syrische Wurzeln hat, und von ihren Rassismus-Erfahrungen beruflich und privat berichten wird.

Für Musik sorgen ein inklusives Orchester der Offenen Jazz Haus Schule, die Band Buntes Herz, die orientalische Rockmusik machen, der Chor Veedelperlen sowie Miljö. Bassist Max Eumann hofft, dass viele Menschen kommen für 100 Prozent Menschenwürde. „Auch wir wollen das Positive bestärken“, so Eumann. Wie viele Menschen am Samstag insgesamt dabei sein werden, weiß das Bündnis nicht. Zuletzt kamen fast 75.000 Menschen zu einer Demonstrationen gegen Rassismus in Köln im Dezember. 

Der Wagen von Jacques Tilly war auch schon bei einer Protestaktion gegen einen Auftritt des Thüringer AfD-Chef Höcke dabei.

Neben der Bühne und Infoständen soll am Hohenzollernring dann auch ein Wagen aus dem Düsseldorfer Rosenmontagszug 2024 von Jaques Tilly stehen: Zu sehen ist darauf ein großer, bunter Fisch mit der Aufschrift „Wir sind mehr“, der einen kleineren Fisch mit der Sprechblase „Wir sind das Volk“ verspeist.