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Halbe Million Euro KostenLässt die Stadt Köln weiter die Toilette an der Schildergasse bewachen?

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Rechts das Toilettenhäuschen in der Krebsgasse, links der Container für die Wachleute.

Rechts das Toilettenhäuschen in der Krebsgasse, links der Container für die Wachleute.

Seit 2022 lässt Köln eine Toilette am Neumarkt bewachen – für 500.000 bis 550.000 Euro. Im September soll klar sein, ob es dabei bleibt.

Die Stadt Köln lässt offen, ob sie auch ab nächstem Jahr ihr Toilettenhäuschen nahe dem als Drogenhotspot bekannten Neumarkt für monatlich 10.000 bis 11.000 Euro bewachen lässt. Eine Sprecherin sagte: „Vor Einbringung des Haushalts im September können wir dazu leider keine Auskünfte geben.“

Damit ist gemeint, dass Kämmerin Dörte Diemert plant, am 2. September den Entwurf für den Haushalt für die Jahre 2027 und 2028 dem Stadtrat vorzulegen, damit das Gremium darüber beraten kann. Möglicherweise werden auch die Wachleute für das Toilettenhäuschen an der Krebsgasse ein Thema. Die Krebsgasse ist eine Seitenstraße der Schildergasse nahe des Neumarkts.

Im aktuell gültigen Haushalt ist dafür noch bis Jahresende Geld eingeplant. Köln befindet sich laut Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) in einer dramatischen Haushaltslage.

Wie voriges Jahr berichtet, lässt die Stadt den Container seit Mai 2022 bewachen. Das Wachpersonal sitzt in einem eigens aufgestellten Container direkt daneben und soll aufpassen, dass drogenkranke Menschen die Toilette in einem weiteren Container nicht als Konsumraum nutzen. Die Wachleute sitzen dort werktags zwischen 9 und 21 Uhr sowie sonn- und feiertags zwischen 9 und 18 Uhr.

Bei monatlichen Kosten von 10.000 bis 11.000 Euro sind das Gesamtkosten von 500.000 bis 550.000 Euro. Andrea Defeld, Pressereferentin für öffentliche Verschwendung des NRW-Ablegers des Bundes Deutscher Steuerzahler, hatte schon im Vorjahr gesagt: „Die Bewachung ist natürlich extrem teuer.“

Stadt Köln zahlt eine Pauschale an die AWB

Laut einer städtischen Sprecherin gehören die Toiletten den städtischen Abfallwirtschaftsbetrieben, die Stadt zahlt eine Kostenpauschale an die AWB. Demnach hält sich die Verwaltung bei der Bezahlung an die Tarifverträge. Die Gesamtkosten von 10.000 bis 11.000 Euro beinhalten laut der Sprecherin auch die Kosten für den Dienstcontainer (Miete, Strom, Heizung).

Die Überwachung übernehmen die Mitarbeitenden der Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH (KGAB). Die KGAB ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt und ist ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm für arbeitslose Menschen.

Das Unternehmen bewacht unter anderem die Kölner Museen und seit 1999 den Heinrich-Böll-Platz, wenn in der darunter liegenden Philharmonie geprobt wird. In dieser Zeit soll kein Passant über die Fläche laufen, weil der Schallschutz laut Stadt mangelhaft ist.

Ob die Klos weiter bewacht werden, machte die Stadt in der Vergangenheit auch von weiteren neuen Toiletten in der Nähe abhängig. Eine Sprecherin sagte im Vorjahr: „Im Zusammenhang mit deren Realisierung wird über den weiteren Umgang mit der Bewachung entschieden.“ Tatsächlich gibt es fußläufig erreichbar nun eine Toilette am westlichen Neumarkt. Ob das zum Aus für die Bewachung an der Krebsgasse führt, soll sich Anfang September zeigen.