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LuxusuhrenherstellerRolex könnte seinen Stammsitz in Köln verlassen

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Eine neue Fassade außen, ein Hotel im Innern: Die neuen Entwürfe für das Rolex-Gebäude am Hauptbahnhof.

Der Luxusuhrenhersteller plant nun Hotel und Gastronomie auf dem eigenen Grundstück am Kölner Hauptbahnhof. Was ist geplant?

„Da wir Köln als unsere Heimat betrachten, bleiben wir der Stadt treu.“ Das hatte Antje Ebert, Sprecherin des deutschen Betriebszweigs des Schweizer Edeluhrenherstellers Rolex noch im Oktober 2025 gesagt. Nun wirkt es so, als wenn der Hauptsitz von Rolex Deutschland an der Domprobst-Ketzer-Straße, also gleich gegenüber dem Hauptbahnhof, demnächst nicht mehr von Rolex genutzt wird. Denn: Aus einer Mitteilung für den Gestaltungsbeirat der Stadt Köln geht hervor, dass jetzt statt ein Hotel und Gastronomie in das Haus einziehen soll.

Vor drei Jahren neues Ausbildungszentrum eröffnet

Dabei hatte Rolex erst im Oktober 2023 seine neuen Werkstätten und sein Ausbildungszentrum genau dort eröffnet. In den vergangenen sechs Monaten war zunächst ein Neubau am Standort angekündigt und dann wieder zurückgenommen worden, die Rundschau berichtete. Als Begründung diente die Nachhaltigkeit einer Sanierung im Bestand. „Ein wichtiger Grund gegen einen Abriss der Immobilie ist unser Engagement für nachhaltiges Handeln. Für uns stellt die Sanierung – sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht – die nachhaltigere Alternative zum Abriss und Neubau dar“, erklärte Unternehmens-Sprecherin Ebert.

Visualisierungen von Rolex für Hotel und Gastronomie

Statt des Neubaus sollte also eine neue Fassade über ein Qualifizierungsverfahren gefunden werden. Die Visualisierung zeigt, wie diese neue Hülle des 50 Jahre alten (1976) und von Architekt Joachim Schürmann entworfenen Gebäudes aussehen könnte. Dabei fällt vor allem der Oberbau auf dem Dach ins Auge. Was heute dunkel und zurückhaltend wirkt, könnte viel offener werden, mit Glasfronten, die sich über mehrere Etagen erstrecken. Auch eine Dachterrasse mit viel Grün ist zu sehen. Auch im Innern entsteht dadurch Weite, wie auf der Visualisierung mit Domblick zu sehen.

Die neuen Entwürfe wirken, als hätte es weitere Überlegungen aus ökonomischer Sicht gegen, mit der Konsequenz, dass die in die Deutzer Messecity umziehenden Werkstätten möglicherweise nicht an den Hauptbahnhof zurückkehren. Dann könnte das frühere Bürogebäude und Deutschlandsitz von Rolex nur noch als Kapitalanlage des Unternehmens fungieren. Derzeit soll Rolex sich noch offenhalten, eigene Flächen in dem zentralen Objekt am Kölner Hauptbahnhof weiter zu reservieren oder zu beanspruchen.

Ob die Visualisierungen bereits den finalen Entwurf zeigen, oder nur einen Zwischenstand, ist noch unklar. Ebenso was für ein Hotel dort entstehen könnte. Rolex-Sprecherin Anja Ebert antwortete auf mehrere Fragen der Rundschau am gestrigen Dienstag lediglich: „Da wir derzeit noch in engem Austausch mit der Stadt Köln sowie unseren Nachbarn stehen, um die Sanierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten unserer Liegenschaft sorgfältig zu prüfen, bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir Ihnen aktuell keine weiterführenden Informationen bereitstellen können.“ Wie die Rundschau erfuhr, könnten die Werkstätten dauerhaft in der Messecity und Rolex damit dennoch der Stadt Köln treu bleiben.