Abo

Steigende KostenSo teuer sind Einsätze der Rettungsdienste in Köln

2 min
Zugenommen hat in den vergangenen Jahren vor allem die Zahl der Rettungseinsätze — hier ein Feuerwehreinsatz am Ebertplatz.

Zugenommen hat in den vergangenen Jahren vor allem die Zahl der Rettungseinsätze — hier ein Feuerwehreinsatz am Ebertplatz. 

Die Kosten für den Rettungsdienst steigen weiter. Die Fahrten von Rettungswagen werden indessen günstiger.

Die Kosten für den Rettungsdienst in Köln werden weiter kräftig steigen. Für das kommende Jahr prognostiziert die Stadt Kosten in Höhe von 91,4 Millionen Euro, gegenüber der jüngsten Kalkulation aus dem Jahr 2022 bedeutet dies eine Steigerung um 7,1 Millionen Euro. Dennoch soll künftig weniger Geld für den Einsatz von Rettungsfahrzeugen in Rechnung gestellt werden. Der Tarif soll von derzeit 609 Euro auf 548 Euro pro Einsatz gesenkt werden. Für Notarztfahrzeuge ist eine Preissenkung von 590 auf 511 Euro geplant. Möglich ist dies laut Stadt, weil im Jahr 2020 vier Millionen Euro weniger als geplant ausgegeben worden waren.

Senkung von Kosten wegen alter Überschüsse

Ein Grund für den Kostenanstieg sind die zunehmenden Einsatzzahlen. Noch vor 15 Jahren verzeichnete die Stadt weniger als 80.000 Alarmierungen des Rettungsdienstes pro Jahr, im Jahr 2013 wurde erstmals die Grenze von 100.000 Einsätzen geknackt, für das kommende Jahr rechnet die Stadt mit rund 124.000 Alarmfahrten – eine ähnliche Zahl war bereits voriges Jahr erreicht worden. In der Regel werden die Kosten von den Krankenkassen getragen, nur bei missbräuchlichen Alarmierungen könnte die Stadt von Privatpersonen eine Kostenerstattung verlangen. Für den Einsatz von Notärztinnen und Notärzten entstehen Kosten von sieben Millionen Euro, davon entfallen knapp 1,5 Millionen Euro auf freiberuflich eingesetzte Ärzte oder Krankenhauspersonal, das nicht im Dienst der Stadt steht.

Leicht steigend entwickeln sich auch die Kosten bei der Luftrettung. Die Einsatzzeit der Hubschrauber nimmt leicht zu, pro Flugminute werden 119 Euro abgerechnet - hier hat sich der Tarif nicht verändert. Die Hubschrauber landen nach wie vor am Flughafen Köln/Bonn, vor drei Jahren hatte sich die Ratsmehrheit endgültig gegen den Kalkberg als neuen Standort entschieden. Die dortige Station ist zu 90 Prozent vollendet, doch im Jahr 2015 sackte ein Teil des Fundaments ab, und Risse bildeten sich im neuen Gemäuer.

Nachdem 30 Millionen Euro ausgegeben waren, zog die Stadt letztlich die Reißleine. Kürzlich wurde am Fuß des Kalkbergs eine Obstbaumallee eröffnet, über die weitere Nutzung des Areals soll nun beraten werden. Die Unterhaltung der Rettungswagen-Flotte wird die Stadt knapp 1,1 Millionen Euro kosten, inbegriffen sind Reparaturen, Wartungen und Treibstoffkosten. Hinzu kommen knapp 1,9 Millionen Euro für Wartung technischer Geräte. Gerade erst hat die Feuerwehr 85 neue Rettungswagen geordert, die in den kommenden vier Jahren ausgeliefert werden sollen. Dies bedeutet einen Austausch nahezu der kompletten Flotte. Rettungswagen sind in Köln maximal sechs Jahre lang im Einsatz.