Im Bereich des Stapelhauses wurden Böller gezielt auf Mitarbeitende des Ordnungsamtes abgefeuert, verletzt wurde niemand.
Silvester in KölnStadt und Polizei ziehen vorläufige Bilanz - Zwischenfall am Rheinufer

Viel los war in der Silvesternacht am Altstadt-Rheinufer.
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Die Kölner Silvesternacht ist nach aktuellem Kenntnisstand ruhig verlaufen. Das teilte die Stadt am Nachmittag des Neujahrstages mit. Zum dritten Mal hatte die Stadt zwischen Rhein und Ringen eine Böllerverbotszone eingerichtet. Böller, die einfach nur knallen, sind dort verboten. Raketen und andere Feuerwerkskörper mit optischen Effekten sind vom Verbot ausgenommen. Rund um den Dom herrschen noch einmal schärfere Regeln. Dort ist weder das Abbrennen, noch das Mitführen von Feuerwerk aller Art verboten.
Zu einem Zwischenfall kam es im Bereich des Stapelhauses am Altstadt-Rheinufer. Dort seien Böller gezielt auf Mitarbeitende des Ordnungsamtes abgefeuert worden, teilte die Stadt mit. Verletzt wurde niemand. „Die Polizei war schnell vor Ort, die Personen müssen mit Anzeigen rechnen.“ Der Ordnungsdienst kümmerte sich zudem um zwei hilflose Personen, löschte eine Mülltonne, bevor Schlimmeres passieren konnte, und erteilte zwei Platzverweise.
Silvester in Köln: Weniger Einsätze der Feuerwehr als im Vorjahr
In fünf Fällen mussten Minderjährige aufgrund des Böllerverbots Feuerwerk abgeben. „65 Mal sprachen die Mitarbeitenden im Rahmen des gesetzlichen Jugendschutzes mit jungen Kölner*innen. In 31 Fällen gaben die Angesprochenen mitgebrachten Alkohol beziehungsweise Tabak freiwillig ab, in zwei Fällen wurde Tabak sichergestellt“, teilte die Stadt mit.
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Zur Gefahrenabwehr wurden vorsorglich neun Fahrräder, sieben Leihräder und 39 E-Scooter zur Seite geräumt. Neun weitere Fahrräder wurden aus Sicherheitsgründen sichergestellt.
726 Mal rückten die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes der Feuerwehr in der Nacht aus. Im Vorjahr waren es noch 811 Einsätze. 545 Einsätze entfielen auf den Rettungsdienst, 181 auf den Einsatzdienst der Feuerwehr. Bei einem Müllbrand in Kalk wurden die alarmierten Einsatzkräfte bei den Löschmaßnahmen von Schaulustigen mit Böllern beworfen. Verletzt wurde auch hier niemand. An den Unfallhilfsstellen in der Innenstadt mussten die Helferinnen und Helfer 23 Mal tätig werden.
306 Kräfte des Rettungsdienstes der Feuerwehr waren in der Silvesternacht im Einsatz, dazu kamen 341 meist ehrenamtliche Helfende.
Bilanz der Polizei: Einsatzkräfte mit Pyrotechnik beschossen
In mehreren Fällen wurde der Polizei in der Silvesternacht der missbräuchliche Einsatz von pyrotechnischen Gegenständen gemeldet. Das teilte die Behörde am Freitagnachmittag mit. Mehrfach seien Personen beschossen worden, darunter auch Polizisten. In allen Fällen leiteten die Beamten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ein oder fertigten Ordnungswidrigkeitenanzeigen.
Gegen 0.20 Uhr soll ein Mann auf dem Hohenzollernring etwa mehrere Einsatzkräfte der Polizei mit Feuerwerkskörper beschossen haben. Die Beamten nahmen den Mann daraufhin in Gewahrsam.
Ein hohes Besucheraufkommen registrierte die Polizei bereits vor Mitternacht insbesondere im Bereich der Rheinuferpromenade sowie auf den Ringen und im Zülpicher Viertel. Nach dem Jahreswechsel habe die Zahl der Feiernden dort allerdings rasch wieder abgenommen, heißt es in der vorläufigen Einsatzbilanz der Polizei.
Auf der Berliner Straße in Mülheim soll eine Personengruppe offenbar wahllos auf vorbeifahrende Autos geschossen haben. Die Einsatzkräfte stellten bei einem Verdächtigen eine Schreckschusswaffe sicher.
Nach Mitternacht verstärkte die Polizei ihre Präsenz am Görlinger Zentrum in Bocklemünd durch Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei. Dazu kam es laut Polizeibericht, nachdem eine „überwiegend jugendliche Personengruppe“ gegen 1 Uhr Polizisten mutmaßlich gezielt mit Feuerwerkskörpern beworfen habe. Die Polizei stellte die Personalien zweier 14-Jähriger fest und informierte die Erziehungsberechtigten. Beide erwartet ein Ermittlungsverfahren. Die Polizisten blieben unverletzt.
Eine detaillierte Aufstellung der Kriminalitätszahlen der Silvesternacht folgt laut Polizei am 8. Januar.
