Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen möglicher Insolvenzdelikte gegen ihn. Jetzt zieht der Kölner Ratsherr Roberto Campione Konsequenzen.
Nach schweren VorwürfenKölner Ratsmitglied lässt sein Parteiamt ruhen

Roberto Campione, Mitglied des Kölner Stadtrats, lässt den Vorsitz der Wählervereinigung Kölner Stadtgesellschaft (KSG) ruhen.
Copyright: Thomas Banneyer
Wie die Wählervereinigung Kölner Stadtgesellschaft (KSG) mitteilte, lässt ihr Vorsitzender Roberto Campione „auf eigenen Willen seinen Vorsitz vorerst ruhen“ - trotz Unschuldsvermutung, wie die KSG betonte. Die „Kölnische Rundschau“ hatte am Mittwoch exklusiv berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Köln im Zusammenhang mit der Insolvenz seines Unternehmens Parkcafé GmbH gegen Campione und eine weitere Person ermittelt. Dabei steht der Anfangsverdacht von Insolvenzdelikten und mutmaßlichen Bankrottstraftaten im Raum. Die Staatsanwaltschaft geht unter anderem der Frage nach, ob die Insolvenz der Parkcafé GmbH von Campione rechtzeitig angemeldet worden war.
Campione erklärte: „Die KSG ist mein Baby und meine Familie – und das werde ich schützen. Solange meine private Angelegenheit nicht vollumfänglich geklärt ist, werde ich mein Parteiamt ruhen lassen.“
Dieser Schritt sei „nach einem guten und konstruktiven Austausch im Parteivorstand“ erfolgt, hieß es von der KSG. Vorerst werde „der geschäftsführende Vorstand im Interim die Parteiangelegenheit führen, bis die Vorwürfe vollständig ausgeräumt sind. Die Kölner StadtGesellschaft begrüßt den Schritt Campiones und bedankt sich für sein aufopferndes Engagement für die Wählervereinigung“. Der Parteivorstand der KSG betonte: „Wir zollen seiner Entscheidung Respekt. Roberto Campione hat als Mitbegründer viel bewegt – so werden wir weiterhin agieren.“
Campione hat 2020 und 2025 bei der Oberbürgermeister-Wahl in Köln kandidiert, ohne Erfolg. Nach der Kommunalwahl 2025 zog er für die KSG in den Kölner Stadtrat ein. Dort bildet er mit drei Ratsmitgliedern der FDP die Fraktion FDP/KSG. Die FDP hatte sich mit Campione zusammengeschlossen, weil sie sonst ihren Status als Fraktion verloren hätte. Dafür sind nach einer Gesetzesänderung in NRW seit 2025 vier statt drei Sitze im Stadtrat erforderlich. Bezüglich seines Ratsmandats hat sich Campione bisher nicht geäußert.

