Nutzungskonzept soll zu „Flächenprogramm Wirtschaft“ ausgebaut werden. Die Nachfrage nach neuen Flächen ist groß.
Kölner Unternehmen suchen PlatzWeniger Potenzial für Gewerbeflächen

Die Ausweisung von mehr Gewerbeflächen fordern Kölner Unternehmen.
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Köln und seine freien Flächen – eine ganz besondere Beziehung, sowohl beim Wohnen wie beim Gewerbe. Genauer gesagt, es gibt kaum welche. Um bei den Gewerbeflächen etwas mehr Durchblick zu bekommen, hat die Verwaltung das Gewerbeflächenbereitstellungskonzept (GFBK) zusammengestellt – es soll zentrale Grundlageninformationen für die mögliche künftige Entwicklung geben.
Aktuell wird das GFBK zu einem sogenannten „Flächenprogramm Wirtschaft“ weiterentwickelt. Hierbei werden auch neue Vorgaben im Regionalplan abgebildet, der im Herbst vergangenen Jahres in Kraft trat. Was dabei herauskam, überrascht wenig. 32,9 Hektar baureif, 87,5 Hektar Potenzial – das hört sich zunächst mal nach viel an, ist es aber für eine Großstadt mit breit aufgestellten Wirtschaftsfaktoren in der Produktion de facto nicht.
Abnahme der Flächen um 17,5 Hektar
In den letzten fünf Jahren haben die Statistiker eine Abnahme der Gewerbeflächen um 17,5 Hektar registriert, auch, weil viele ehemalige Gewerbeflächen umgewidmet wurden – Wohnraum ist schließlich ebenso knapp. Doch die Nachfrage ist groß. Was jetzt Gewerbe ist, bleibt auch Gewerbe, heißt es mit Nachdruck aus Teilen von Politik und Verwaltung. In der Vergangenheit war dies nicht so. Insbesondere in Stadtteilen wie Ehrenfeld, Kalk und Mülheim ist zwar immer noch Gewerbe und in Teilen auch Industrie vertreten, aber sie ist weiter auf dem Rückzug.
Dort, wo noch Gewerbe und Industrie angesiedelt ist, sind häufig gar nicht so sehr Bestimmungen zum Lärmschutz oder Umweltauflagen das Problem. Vielmehr sind es die Zufahrten: Wo Wohngebiete neben Gewerbe angesiedelt wird, wird es eng für nebenan liegende Ein- und Ausfahrten für Lkw. Doch wer wohnt, muss in der Regel auch arbeiten. Es geht also darum, einen möglichst tragfähigen Kompromiss zu finden.

Das Bereitstellungskonzept der Stadt.
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Der Stadtbezirk mit dem größten Anteil an Potenzialflächen ist unverändert Porz (23,2 Hektar), gefolgt von Nippes (20,1 Hektar), Mülheim (14,3 Hektar), Rodenkirchen (13,5 Hektar) und Ehrenfeld (11 Hektar). Bei den bereits baureifen Flächen ähneln sich die Bezirke, aber in anderer Reihenfolge: Hier liegt Ehrenfeld mit rund 6,7 Hektar vorne, gefolgt von Porz mit 4,3 Hektar sowie Rodenkirchen (4,2 Hektar). Von den 87,2 Hektar baureifen Flächen befinden sich knapp 33 bereits in der Vermarktung.
Rund 54,3 Hektar befinden sich momentan nicht in der Vermarktung, bei 15,2 Hektar liegen aber bereits Reservierungen vor – bei diesen Flächen besteht ein ernsthaftes Kaufinteresse. Dass sich baureife Flächen nicht in der Vermarktung befinden, kann unterschiedliche Ursachen haben: Etwa, weil es sich um eine Betriebserweiterungsfläche handelt und das Grundstück für eine mögliche Erweiterung eines Unternehmens reserviert ist. Oder es wird aktuell geprüft, ob sie für weitere Planvorhaben wie etwa neue Trassenführungen benötigt werden. Und nicht zuletzt sind viele Grundstücke derzeit nicht verfügbar, weil die Eigentümer schlicht nicht verkaufsbereit sind oder keine Entwicklungsabsichten haben.
Verringerung um 10 Prozent
Insgesamt ergibt sich gegenüber dem Vorjahr eine Verringerung der Potenzialflächen um rund zehn Prozent, dafür haben die baureifen Grundstücke geringfügig zugenommen. Flächen wie das Lindgens-Areal in Mülheim, Mülheim-Süd, der Mülheimer Hafen oder Bocklemünd/Mengenich sowie das Möhl-Areal in Dellbrück wurden bereits neu überplant und stehen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Auch der Gewerbepark Poll und Kiesgrubenweg sollen zu einem gemischt genutzten Quartier entwickelt werden, der Gewerbe-Anteil ist hier noch nicht festgelegt. Die vorliegenden Zahlen wurden Ende 2025 festgestellt, unterliegen aber ständigen Veränderungen.
