Das neue dynamische Preismodell zeigt große Unterschiede. Ein Besuch im Kölner Zoo sollte gut geplant werden.
Worauf man achten sollteNeues Preismodell im Kölner Zoo zeigt große Unterschiede

Wer die Tiger im Kölner Zoo sehen will, sollte den Besuch ab sofort langfristig planen.
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Die neuen Zoo-Preise sind am Donnerstag in Kraft getreten. Wie berichtet reagiert der Zoo auf die schwierige Wirtschaftslage und gestiegene Kosten in vielen Bereichen mit einem neuen Preismodell. Wer seine Tickets ab sofort vor Ort an der Zoo-Kasse kauft, zahlt am meisten. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet dort 6,50 Euro mehr als bislang, statt 23 Euro kostet ein Ticket nun 29,50 Euro. Der Preis für ein Kind bis 14 Jahren steigt von 11 auf 15 Euro.
Sparen können Besucher ab sofort beim Online-Kauf. Dort gelten wie berichtet dynamische Preise, die sich anhand verschiedener Faktoren wie Buchungszeit, Auslastung und Wetter laufend und Cent für Cent verändern.
Doch was heißt das konkret beim Ticketkauf? Die größten Vorteile haben Kunden, die ihren Zoo-Besuch langfristig planen können. Tageskarten, die zwei Wochen im Voraus gebucht werden, kosten 22,50 Euro, also 50 Cent weniger als der bisherige Preis für ein Erwachsenenticket. Das gilt unter der Woche genauso wie am Wochenende. Wer sich am Donnerstagnachmittag (Stand: 15 Uhr) kurzfristig für einen Zoo-Besuch entscheide, zahlt online rund 28,50 Euro, also immerhin einen Euro weniger als an der Zoo-Kasse. Tickets für Freitag (29,20 Euro), Samstag (27,26 Euro) und Sonntag (28,57 Euro) unterscheiden sich leicht. Je näher der Termin rückt, desto teurer wird das Ticket, weil im Normalfall mit voranschreitender Zeit auch die Auslastung des Zoos steigt.
Kölner Zoo: Vierköpfige Familie zahlt bis zu 33 Euro mehr
Die Auswirkungen des neuen Preissystems zeigen sich insbesondere bei einer Beispielrechnung für eine vierköpfige Familie – zwei Erwachsene, zwei Kinder. Plant diese Familie ihren Zoo-Tag zwei Wochen im Voraus, zahlt sie 56 Euro. Kauft sie ihre Tickets vor Ort an der Zoo-Kasse, steigt der Preis auf 89 Euro – ein Unterschied von 33 Euro.
Der Kölner Zoo ist nicht der erste, der auf dynamische Preise setzt. Der Zoo Berlin startete mit diesem Modell vor gut zwei Jahren. Dort ist die preisliche Spannweite noch einmal deutlich größer als in Köln. Erwachsene zahlen derzeit 23,50 Euro, wenn sie drei Wochen im Voraus ein Ticket für Zoo und Aquarium buchen. Ein Ticket für einen Spontanbesuch kostet am Donnerstag dagegen 36 Euro. Der Eintritt für die vierköpfige Familie bewegt sich also zwischen 68 und 105 Euro – ein Unterschied von 36 Euro. Im Erlebniszoo Hannover bewegen sich die dynamischen Preise für Erwachsene nach dem identischen Schema derzeit zwischen 17,54 und 28,14 Euro, die vierköpfige Familie zahlt zwischen 62,28 und 100,38 Euro.
Im Vergleich mit anderen großen deutschen Zoos befinden sich die Kölner Preise auch nach der Preiserhöhung im Mittelfeld. Am teuersten ist der Besuch des privat geführten Tierpark Hagenbeck in Hamburg. Ein Erwachsener zahlt dort 45 Euro inklusive Aquarium. Im Allwetterzoo Münster kostet ein Online-Ticket statische 23,90 Euro, an der Zoo-Kasse wird ein Aufschlag von drei Euro fällig. Günstiger sind ebenfalls unter anderem Stuttgart (23 Euro im Sommer, 17 Euro im Winter), Gelsenkirchen (23,50 Euro im Sommer, 16,50 Euro im Winter) oder München (20 Euro). Günstigere Alternativen gibt es auch in der Region. In Wuppertal zahlt ein Erwachsener im statischen Preismodell 20 Euro, in Krefeld 16 Euro.