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Derby-BilanzReifen von 17 Autos Gladbacher Fans zerstochen

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Derby Stadion

Pyrotechnik im Gladbacher Fanblock

Im Stadion wurde viel Pyrotechnik gezündet. Es blieb insgesamt friedlich.

Die Kölner Polizei hatte mit dem 133. Derby zwischen dem 1.FC Köln und Borussia Mönchengladbach alle Hände voll zu tun. 1400 Polizisten und Polizistinnen waren im Einsatz. „Es gab kleinere Probleme bei der An- und Abreise, aber insgesamt hatten wir das Geschehen gut im Griff“, sagte der Leitende Polizeidirektor Martin Lotz. Da beide Fanlager vor dem Anpfiff um verstorbene Anhänger trauerten, war die Stimmung auf den Tribünen eher gedämpft. FC-Torwart Marvin Schwäbe zeigte eine Geste der Anteilnahme, indem er vor dem Anpfiff Rosen zu den Fans brachte. 

Zuvor war es der Polizei weitgehend gelungen, rivalisierende Gruppen zu trennen. Fanmärsche beider Lager konnten getrennt abgehalten werden. Aufregung gab es um einen versehentlich zum Hauptbahnhof umgeleiteten Sonderzug der KVB. Die Bahn wurde dann zum Neumarkt geleitet. Ein der Polizei offenbar bekannter Gewalttäter soll in der Bahn eine Scheibe zerstört haben. Ein Strafverfahren wurde laut Polizei eingeleitet und entsprechendes Videomaterial gesichert.

Dass vor dem Anpfiff und während des Spiels reihenweise Pyrotechnik gezündet wurde, bezeichnete Lotz als „leider übliche Vorkommnisse“. Die Borussia-Fans hüllten nach Spielbeginn den Auswärtsblock in ihren Vereinsfarben in Nebelschwaden. Auch auf Kölner Seite brannten einige Fackeln, wie immer begleitet von warnenden Stadiondurchsagen, die wiederum wie üblich folgenlos verhallten.  

Im Stadion wurde ein Ordnungsdienstmitarbeiter laut Polizei durch  einen Faustschlag eines betrunkenen Fans schwer verletzt. Ein anderer Anhänger wurde durch einen Becherwurf verletzt und musste behandelt werden. Auch das ordnete Lotz als übliche Begleiterscheinungen eines Fußballspiels ein. „Insgesamt hatten wir am Stadion nichts, was uns vor große Herausforderungen gestellt hätte“, sagte er am Sonntag der Rundschau. 

Nach dem Spiel gab es kleinere Auseinandersetzungen auf den Stadionvorwiesen. Mehr zu tun hatte die Polizei in Merzenich im Kreis Düren. Dorthin fuhren rund 400 Fans aus Mönchengladbach, um dann an dem S-Bahnhof am frühen Samstagabend in ihre Fahrzeuge zu steigen. Laut Lotz waren gewaltbereite Anhänger darunter. Sie mussten feststellen, dass die Reifen von 17 Fahrzeugen mit Bohrmaschinen zerstört wurden. Da es die Sorge gab, die Anhänger könnten nach Köln zurückkehren, verstärkte die Landespolizei den Einsatz der Bundespolizei, die am S-Bahnhof zuständig war. Es gelang, die Fans dazu anzuhalten, ihre Heimreise fortzusetzen.