Die Warnstreikwelle im Nahverkehr geht weiter. Nach den Kundenzentren sowie den Fahrerinnen und Fahrern sind nun Werkstätten an der Reihe.
Tarifkonflikt dauert anNur in Köln gibt es am Mittwoch große Warnstreikfolgen im Nahverkehr

In Köln fahren am Mittwoch keine Stadtbahnen. (Archivbild)
Copyright: Henning Kaiser/dpa
In zahlreichen Werkstätten der kommunalen Nahverkehrsbetriebe hat die Gewerkschaft Verdi für Mittwoch (18. März) zu Warnstreiks aufgerufen. Die Arbeitsniederlegungen beträfen vor allem die Fahrzeug- und Instandhaltungsteams, teilte eine Sprecherin von Verdi NRW im Vorfeld mit.
Nach dem großflächigen Ausfall von Bussen und Bahnen in vielen Städten Nordrhein-Westfalens am Dienstag ist heute nicht mehr mit so gravierenden Einschränkungen zu rechnen. Nur in Köln gibt es größere Auswirkungen.
Keine Stadtbahnen in der Millionenstadt Köln
Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) teilten mit, dass keine Stadtbahnen fahren. Fahrzeuge, die liegenblieben, könnten nicht repariert oder abgeschleppt werden, erklärten die KVB. Die Busse fahren, da defekte Fahrzeuge umfahren oder von externen Unternehmen abgeschleppt werden könnten.
Verdi NRW erklärte dazu, dass Notdienstvereinbarungen möglich seien, damit Bergungsfahrzeuge im Fall der Fälle fahren könnten. Die Gewerkschaft bestreikt in dieser Woche zunächst Teilbereiche der Nahverkehrsbetriebe. Am Donnerstag (19. März) sind alle Betriebsteile zum Warnstreik aufgerufen. Deshalb bleiben am Donnerstag Bahnen und Busse wieder vielerorts im Depot.
Welche Alternativen es zu Bus und Stadtbahn gibt
Erfahrungsgemäß fahren einige Busse privater Subunternehmer. Außerdem sind S-Bahnen und Regionalzüge nicht von dem Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr von NRW betroffen. Der ADAC rät zu Fahrgemeinschaften und für kurze Strecken zum eigenen Fahrrad oder zu Sharing-Angeboten, etwa Leihräder oder Elektroscooter.
Das NRW-Schulministerium hatte bei vorangegangenen Warnstreiks im Nahverkehr darauf hingewiesen, dass Schulpflicht besteht: „Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin.“
Worum es im Tarifstreit geht: 37 Stunden gefordert
Der Tarifkonflikt dreht sich um die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW. Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert. (dpa)
