Ein Polizist wird schwer verletzt und es fallen Schüsse. In Köln ist die Polizei in der Nacht zu einem Einsatz ausgerückt. Viele Details sind bisher nicht geklärt.
An der A555Großalarm nach Angriff – Polizist bei Einsatz in Köln schwer verletzt

Das Fluchtfahrzeug fuhr mit voller Wucht in die Scheibe.
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Mit einem Kehrbesen versucht die Reinigungskraft die Spuren der Nacht zu beseitigen. Doch sie kommt nicht hinterer. Glasscherben sind an der Aral-Tankstelle am Bonner Verteiler weit verstreut, Karosserieteile liegen neben dem Haupteingang und Kunden der Tankstelle fragen im Minutentakt, was geschehen ist. Zu offensichtlich ist der Schaden an den Fassade des Burger King-Lokales. In der Nacht zum Donnerstag war die stark frequentierte Tankstelle Schauplatz eines Kriminalfalles. Es wurde geschossen, ein Polizist schwer verletzt und ein Fluchtauto war in das Fast-Food-Restaurant gerast.
Was war passiert? Wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten, sollte ein Zugriff durch Zivilkräfte nach längeren verdeckten Ermittlungen geschehen. Die Polizisten waren den Verdächtigen nach einem Einbruch in Zollstock auf den Fersen und entschlossen sich dann an der Tankstelle zur Festnahme. Die beiden polizeibekannten Männer im Alter von 29 und 41 Jahren werden verdächtigt, mehrere Einbruchsdiebstähle begangen zu haben. Als sich die Beamten näherten, gab einer der Männer Gas und fuhr einen der Polizisten an. Der Beamte wurde an den Beinen schwer verletzt und kam ins Krankenhaus. „Der Polizist wurde auf die Motorhaube geladen und zu Boden geschleudert“, hieß es aus dem Polizeipräsidium. Daraufhin gaben die Beamten mehrere Schüsse auf das Tatfahrzeug ab. Eine Überwachungskamera der Tankstelle zeichnete den Unfall auf.
Täter setzten Flucht zu Fuß fort
Auf Fotos vom Tatort ist zu sehen, dass die Frontscheibe des Fluchtfahrzeuges durch die Schüsse zersplittert ist. Nach dem Angriff auf die Beamten setzten die Einbrecher mit dem Hyundai zurück, beschädigten noch ein geparktes Auto und rasten in Richtung Bonner Straße davon. Nach wenigen 100 Metern stellten die Tatverdächtigen den beschädigten Kleinwagen ab und flüchteten zu Fuß weiter. Der Wagen hatte einen platten Reifen.
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An der Aral-Tankstelle kam es zu dem dramatischen Einsatz.
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Die Polizei löste nach Bekanntwerden des missglückten Zugriffes einen Großalarm aus. Ein Hubschrauber stieg auf und kreiste über dem Kölner Süden, vierzig Streifenwagen machten sich auf die Suche nach den Angreifern. Sie wurden in der Nacht, gegen 2.50 Uhr, in der Nähe der Deutzer Brücke festgenommen. Die Männer kamen mit auf die Wache. „Wir gehen davon aus, dass es sich um die Insassen des Fluchtfahrzeuges handelt“, hieß es von der Polizei. Es wird geprüft, ob die Männer einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Tatverdächtigen sind im Raum Bonn gemeldet und stammen aus Marokko.
Burger King-Filiale noch außer Betrieb
Der Betriebsleiter des Burger King-Lokals stand am Donnerstagvormittag ein Stück weit konsterniert vor der stark beschädigten Glasfront des Geschäftes. „Ein Mitarbeiter hat mir ein Foto von den Beschädigungen geschickt. In der Nacht habe ich nichts mitbekommen“, sagte der Chef im Gespräch mit der Rundschau. „Wir wollen die Scheibe so schnell wie möglich reparieren, damit die Kunden dort wieder essen können“, sagte der Betriebsleiter weiter. Der betroffene Bereich in dem Geschäft werde zunächst abgesperrt. Durch das große Loch in der Scheibe sei es zu kalt für die Kunden dort zu essen. Wann der Schaden behoben wird, sei noch unklar. „Zuerst müssen wir erstmal Handwerker bekommen“, sagte er. Der Betrieb solle aber in dem Lokal weitergehen, ergänzte der Betriebsleiter. Es sei nicht das erste Mal, dass Autos die Scheibenfront beschädigen. Es kam schon vor, dass Autofahrer beim Ein- oder Ausparken mit ihrem Wagen in die Fensterfront fuhren. Für die Aufklärung des Falles sucht die Mordkommission Zeugen des Vorfalls. Hinweise unter Ruf 0221/229-0.
